Warum die USA die Ukraine wohl bald fallen lassen könnten

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:History_of_NATO_enlargement.svg

SANTA MONICA – Ein Bericht des weitgehend aus Steuermitteln finanzierten Denkfabrik RAND Corporation könnte eine Abkehr der USA von der Unterstützung der Ukraine einleiten.

 

Der kürzlich von der Denkfabrik RAND-Corporation herausgegebene Bericht könnte einen ersten Schritt zur Beendigung des Ukraine-Kriegs markieren.

Je mehr Ressourcen Russland mobilisiert, desto mehr Verluste wird auch die Ukraine auf dem Schlachtfeld erleiden. Während aber Russland noch Unmengen an Mensch und Material aufbringen können wird, sind die Ressourcen der Ukraine mit ihren knapp 42 Millionen Einwohnern z.B. an Soldaten begrenzt und in deren Bewaffnung vom Westen abhängig. Auch die aktuellen Lieferungen des Westens zeigen aber, daß die Ukraine aus dem Westen an Waffen nicht das bekommt, was sie anfordert, sondern weniger. Insbesondere bekommt sie aus dem Westen bisher keine Waffen, die den Krieg weit in das russische Hinterland tragen.

Darüber hinaus quält der Westen die eigene Bevölkerung durch die von ihm ausgesprochenen Sanktionen gegen Russland, die Energie in den Sanktionsländern wie Deutschland etc. knapp und damit für die Bürger teuer macht und so Inflation erzeugt.

Der aktuelle IWF-Bericht zeigt darüber hinaus  jedoch, daß das Wirtschaftswachstum in dem mit Sanktionen „bestraften“ Russland auch noch höher ist, als das in Deutschland, das die Sanktionen mitverhängt hat. Diese Art von wirtschaftspolitischer Weisheit  wird nicht ewig durchzuhalten sein, denn

  • die Bürger werden sich Fragen, welchen Sinn Sanktionen machen, die den Verbündeten der USA schaden und Russland helfen.
  • die Verbündeten werden sich außerdem fragen, warum die Vereinigten Staaten eine Politik verfolgen, die zu einer starken Abkehr vom Dollar und von US-Schulden geführt hat?
  • Und sie werden sich fragen, warum die USA im März absichtlich ein Friedensabkommen sabotiert haben, obwohl die Wahrscheinlichkeit eines ukrainischen Sieges inzwischen immer mehr gegen Null geht.

Je weiter sich Russland an den Dnjepr als denkbaren zukünftigen Grenz-Fluss herankämpft, desto deutlicher werden die bisherigen Mängel in der Strategie Washingtons offensichtlich werden und umso schärfer wird diese dann kritisiert werden.

Die RAND-Corporation arbeitet für den, der sie bezahlt, also für den militärisch-industriellen Komplex und wenn in der RAND-Corporation deren Geld versickern würde, gäbe es sie in ihrer jetzigen Form nicht. Sie dient ausschließlich den Interessen dieser Kreise und ist von diesen Kreisen abhängig.

Damit deutet der Bericht auf eine Spaltung zwischen dem militärisch-industriellen Komplex der USA, der sich auf einen Krieg mit China vorbereiten soll und mit einer Eskalation in der Ukraine davon abgehalten wird auf der einen Seite und der  Biden-Familie, deren private Interessen in der Ukraine aus dem Laptop-Skandal Hunter-Bidens bekannt hin.

Welche der beiden Seiten die Oberhand bekommen  wird ist völlig unklar. Aber der RAND-Bericht könnte der erste in einer längeren Reihe von bald fallenden Dominosteinen sein.

Der Rand-Bericht nimmt sich jedenfalls dieser in der Luft liegenden Fragen an und wendet sich  den deswegen möglichen Stimmungsumschwung jetzt schon zu. Seine Autoren drängen daher auch jetzt bereits auf Verhandlungen und auf ein schnelles Ende des Konflikts und das ist neu im politischen Washington.

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Wenn der Krieg zu teuer wird, verlassen die USA gerne schlagartig das Schlachtfeld und gehen nach Hause

Ein Blick zurück lehrt, daß die USA selbst engste Verbündete innerhalb eines Tages fallen lassen können, wenn ihnen ein Krieg zu teuer wird. Vietnam, Irak und insbesondere Afghanistan sind hierfür eindringliche Beispiele. Sobald Uncle Sam kein Interesse mehr hat, dreht er sich um und geht einfach nach Hause. Und das völlig unabhängig davon, welch ein Chaos er hierbei hinterlässt und ob dies mit den „Verbündeten“ der USA abgesprochen wurde, oder nicht.

Tatsache ist, daß der Westen und Russland in diesem Krieg in der Ukraine unglaubliche Mengen an Material einsetzen und daß dieser Krieg für den Westen deswegen unglaublich teuer ist und immer teurer wird. Ohne die aus dem Westen gelieferten Waffen und die seit 2014 laufende Kriegsvorbereitung der Ukraine wäre die Ukraine wohl längst durch die Truppen Moskaus überrannt worden.

Die RAND-Corporation macht die Rechnung auf

Quelle White House

Genau darauf macht der Bericht der mit Steuermitteln finanzierten und damit von dem Wohlwollen der Regierung abhängigen RAND-Corporation in seiner Präambel aufmerksam:

„The costs and risks of a long war in Ukraine are significant and outweigh the possible benefits of such a trajectory for the United States.“

„Die Kosten und Risiken eines langen Krieges in der Ukraine sind beträchtlich und überwiegen die möglichen Vorteile eines solchen Weges für die Vereinigten Staaten“.

Immerhin sind „erst“ um die 100 Milliarden Dollar an Unterstützung in die Ukraine geflossen, die die USA finanziell teuer zu stehen kommen.

Damit sollte jedem Kenner der US-Politik klar sein, in welche Richtung die Finanziers der RAND-Corporation, also der militärisch-industrielle Komplex der USA Weichen gerade stellen  will.

China rüstet auf und will 2027 in der Lage sein, Taiwan zu erobern

Und das wäre auch kein Widerspruch in sich, wenn man bedenkt, daß zwischen den USA und China die Spannungen steigen und im Vergleich zu China die Ukraine dem militärisch-industriellen Komplex der USA ziemlich gleichgültig sein dürfte. Bei einem Konflikt mit China wäre der militärisch-industrielle Komplex der USA offenkundig voll ausgelastet und mit einem zweifachen Konflikt der USA mit China und der Ukraine offenkundig überlastet.

Falls es zu einem Konflikt mit China kommen wird, müssen die Vorratslager vorher bis an den Rand gefüllt sein und zur Erreichung dieses Ziels dürfte der Ukraine-Krieg eher hinderlich sein.

Immerhin verbreite die US-Geheimdienste auch, daß China seinen Streitkräften die Vorgaben gemacht hat, 2027 in der Lage zu sein, Taiwan zu erobern.

Ein Konflikt mit China wird immer konkreter

Weiter im Osten schaukelt sich gerade ein ganz anderer Konflikt hoch. Es ist der zwischen China mit seinen Verbündeten Russland und Iran und die USA mit ihre Verbündeten Australien, Indonesien, Vietnam, Japan, etc.

Alleine China unterhielt 2022 2.000.000 Aktive Soldaten und 510.000 Reservisten bei einer Wehrpflicht von 24 Monaten und einer wehrtauglichen Bevölkerung von 281.240.271 Männern und 269.025.517 Frauen. Der Anteil der Soldaten an der Gesamtbevölkerung beträgt hierbei trotz dieser stolzen Zahlen bisher lediglich 0,14 %

Dem können die USA 2022 ca. 1,39 Mio aktive Soldaten und ca. 860 Tsd. Reservisten bei einer wehrtauglichen Gesamtbevölkerung von insgesamt ca. 120.025.000 entgegensetzen.

Ein ehemaliger Oberkommandierender meldet sich zu Wort 

Und des gibt noch ein weiteres Indiz: Wenn sich Neues andeutet, bei dem Staatenlenker ihr Gesicht verlieren könnten, dann schicken sie gerne ihre Vorgänger, oder pensioniertes Personal nach vorne, um die Bevölkerung auf neue Gedanken vorzubereiten.

Genau so etwas ist zeitgleich mit der Herausgabe des RAND-Berichts geschehen.

Der ehemalige NATO-Kommandeur James G. Stavridis hat sich öffentlich zu Wort gemeldet und verkündet, daß er von einer Patt-Situation ausgeht.

Ex-NATO-Chef warnt, dass Putin den Luftkrieg gegen die Ukraine gewinnt

Auf dem Boden sieht er wiederum die Ukraine im Vorteil, was unter dem Strich eine Patt-Situation ergibt und das bei zunehmendem Säbelasseln um China herum.

So gesehen gibt es erste Anzeichen in die Richtung, daß die USA darauf drängen werden, den Ukraine-Krieg einzufrieren, oder zu beenden, was wiederum belegen würde, daß die Behauptung, daß die Länder Europas in der Ukraine verteidigt werden von den Kommandeuren der USA selbst nicht ernst genommen werden und daher lediglich Propaganda für die Bevölkerung sind.

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Das Problem der USA

Der Abnutzungskrieg zu Lasten der Ukraine und des Westens

Die Ukrainer verballern jedenfalls, was sie in die Hände bekommen. So hat die Ukraine bisher bereits so viele Stinger-Raketen verschossen, wie die USA in 13 Jahren produziert haben. Und das bringt die USA offenbar in etwa einem halben Jahr in größere Schwierigkeiten, wie die USA selbst zugeben:

Innerhalb der nächsten sechs Monate muss die United States Navy aufgrund eines gemeldeten Waffenmangels möglicherweise entscheiden, ob sie sich selbst oder die Ukraine bewaffnen soll.

Der Kommentar wurde am Mittwoch von Marineminister Carlos Del Toro vor einer Gruppe von Reportern am Rande des Nationalen Symposiums der Surface Navy Association 2023 in Arlington, Virginia, abgegeben, berichtete der Redakteur von Defense One, Marcus Weisberger.

In der Frage des Materials ist die Ukraine inzwischen vom Westen komplett abhängig, während Russland eben erst begonnen hat, seine Ressourcen an Mensch und Material zu aktivieren.

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Die Ukraine schießt dafür die westlichen Lager leer

Ein der russischen Propaganda nahe stehender Kanal hebt genau dieses Versorgungsproblem hervor:

Doch diese „Russenpropaganda“ wird im Westen sogar bestätigt:

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Der Bericht der RAND-Corporation

Es lohnt daher auf den Bericht der RAND Corporation (englisch research and development „Forschung und Entwicklung“) etwas genauer einzugehen. Die RAND-Corporation ist ein Think Tank in den USA, der nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet wurde, um die Streitkräfte der USA zu beraten und wird überwiegend aus Steuermitteln finanziert.

Was den Bericht der RAND Corporation zum Ukraine-Krieg so bedeutsam macht, ist die Tatsache, daß in diesem die steuerfinanzierte und angesehene Denkfabrik für nationale Sicherheit der USA eine gegenteilige Position zum Krieg eingenommen hat, als die politische Klasse in Washington und ihre Verbündeten. RAND will Frieden, während Biden noch einmal Waffen liefert und die EU das zehnte Sanktionspaket schnürt:

Die Diskussion über den Russland-Ukraine-Krieg in Washington wird zunehmend von der Frage dominiert, wie er enden könnte. Um diese Diskussion zu untermauern, zeigt diese Perspektive Möglichkeiten auf, wie sich der Krieg entwickeln könnte und wie sich alternative Wege auf die Interessen der USA auswirken würden. Die Autoren argumentieren, dass den Interessen der USA neben der Minimierung der Risiken einer größeren Eskalation am besten gedient wäre, wenn ein langwieriger Konflikt vermieden würde. Die Kosten und Risiken eines langen Krieges in der Ukraine sind erheblich und überwiegen die möglichen Vorteile eines solchen Kurses für die Vereinigten Staaten. Obwohl Washington die Dauer des Krieges nicht selbst bestimmen kann, kann es Schritte unternehmen, die ein eventuelles Ende des Konflikts auf Verhandlungsbasis wahrscheinlicher machen. Unter Bezugnahme auf die Literatur zur Kriegsbeendigung identifizieren die Autoren Schlüsselhindernisse für Gespräche zwischen Russland und der Ukraine, wie z. B. gegenseitiger Optimismus über die Zukunft des Krieges und gegenseitiger Pessimismus über die Auswirkungen des Friedens. Die Perspektive hebt vier politische Instrumente hervor, die die Vereinigten Staaten nutzen könnten, um diese Hindernisse zu mindern: Klärung von Plänen für die künftige Unterstützung der Ukraine, Verpflichtung zur Sicherheit der Ukraine, Abgabe von Zusicherungen bezüglich der Neutralität des Landes und Festlegung von Bedingungen für Sanktionserleichterungen für Russland.

Das ist deswegen bedeutsam, weil Kriege dadurch beendet werden, weil

  • entweder der Gegner unterworfen ist, oder
  • weil es zu einer kritischen Spaltung zwischen den Eliten einer Seite kommt, die letztendlich zu einer Änderung der Politik führt.

Letzteres deutet sich gerade an.

Der RAND-Bericht als erster Domino-Stein auf dem Weg zu Friedensgesprächen?

Der neue Bericht der RAND Corporation,

legt im Kern wohl eine solche Spaltung in der Führung der USA offen. Aus ihm geht hervor, daß mächtige Eliten mit den Kriegstreibern gebrochen haben könnten, weil sie der Meinung sind, daß die derzeitige Politik den Vereinigten Staaten mehr schadet, als nutzt und das nicht nur finanziell.

Wenn dieser Perspektivenwechsel an Dynamik gewinnen wird, könnte er zu Verhandlungen führen. Mit anderen Worten: Der RAND-Bericht wäre dann der erste Schritt zur Beendigung des Krieges.

„So lange wie nötig“ ist vieldeutig

In den vergangenen 11 Monaten wurde in den USA wiederholt verkündet, daß die USA die Ukraine

„so lange wie nötig“

unterstützen werden. Natürlich wurde dies umgehend von Scholz und Macron nachgeplappert.

Die Vereinigten Staaten werden aber kaum ihre eigenen Interessen aus dem Auge verlieren, um den immer schwerer umzusetzenden Traum zu verfolgen, Russland komplett aus der Ukraine zu vertreiben.

Vernünftige Mitglieder des außenpolitischen Establishments der USA dürften daher die Erfolgsaussichten der Ukraine unter die Lupe nehmen und sie gegen die wachsende Wahrscheinlichkeit abwägen, daß dieser Konflikt noch höhere Kosten verursacht, oder sogar nuklear außer Kontrolle geraten könnte, was wiederum den geltenden Doktrin zufolge einen direkten Zusammenstoß zwischen Russland und den Vereinigten Staaten auslösen könnte, denn nur die USA haben die Atomwaffen, um bei einem Einsatz von Kernwaffen durch die Russen, zurückzuschlagen.

Die innenpolitischen Kosten wurden bisher noch gar nicht betrachtet

Außerdem werden die politischen Entscheidungsträger der USA entscheiden, ob die zunehmenden Kollateralschäden den Aufwand wert sind. Mit anderen Worten:

Sind die unterbrochenen Versorgungsleitungen, die steigende Inflation, die zunehmende Energie- und Nahrungsmittelknappheit und die abnehmenden Waffenbestände für die Verbündeten ein akzeptabler Preis für eine „Schwächung Russlands“, von der nur die USA profitieren? Viele würden sagen: „Nein“.

In dem Bericht wird zwar nicht ausdrücklich festgestellt, dass „US-Interessen (geschädigt werden)“, aber das läßt sich zwischen den Zeilen aus dem Bericht durchaus entnehmen.

Es überrascht auch nicht, daß der Bericht die Kollateralschäden von Washingtons Krieg gegen Russland mit keinem Wort erwähnt, aber das muss den Verfassern sicherlich ein Anliegen gewesen sein, denn diese Kosten sind offenkundig:

Die jetzige Eskalationsstufe in der Ukraine ist den USA zu hoch

Parallel zu dem eigentlichen Konflikt treibt er ein immer schnelleres Entstehen internationaler Koalitionen und alternativer Institutionen, voran, die dem US-Imperium gefährlich werden könnten. So verkauft Russland sein Öl und sein Gas nun eben nach Indien  und China und hat dessen Bezahlung vom US-Dollar losgelöst, was wiederum  die Vormachtstellung des US-Dollar in Gefahr bringt!

In den USA ist das Gefühl weit verbreitet, daß dieser von Washington ferne Konflikt mit einer weitgehend unbedeutenden Ukraine „ein Schritt zu viel“ ist. Ein Konflikt, der für die USA zu Beginn unbedeutend war, dessen Rückwirkungen auf die USA aber immer größer und unerträglicher werden. Das  steigert die Dringlichkeit, diesen Krieg schnell zu beenden. Dem RAND-Bericht kann man dazu entnehmen:

„Da die Vermeidung eines langen Krieges nach der Minimierung des Eskalationsrisikos oberste Priorität hat, sollten die Vereinigten Staaten Schritte unternehmen, die ein mittelfristiges Ende des Konflikts wahrscheinlicher machen.“

Eine perfekte Vorlage für die Propagandisten in Moskau

Das Bemerkenswerte: Der Bericht wurde durch RAND verfasst, obwohl klar war, daß er in Russland gelesen werden wird! Entsprechend freut sich die russische Propaganda z.B. bei RT:

Die RAND Corporation, eine sehr einflussreiche Denkfabrik für nationale Sicherheit, die direkt vom Pentagon finanziert wird, hat einen bahnbrechenden Bericht veröffentlicht, in dem es heißt, dass die Verlängerung des Stellvertreterkriegs den USA und ihren Verbündeten aktiv schadet, und Washington davor warnt, einen „langwierigen Konflikt“ in der Ukraine zu vermeiden…

(Der Bericht) beginnt mit der Feststellung, dass es sich bei den Kämpfen um „den bedeutendsten zwischenstaatlichen Konflikt seit Jahrzehnten“ handelt, dessen Entwicklung für Washington „erhebliche Folgen“ haben wird, wozu auch gehört, dass die „Interessen“ der USA aktiv geschädigt werden. Der Bericht macht deutlich, dass die Kämpfe zwar von Ukrainern geführt werden, ihre Städte „plattgemacht“ und ihre „Wirtschaft dezimiert“ wurden, dass diese „Interessen“ aber „nicht gleichbedeutend“ mit den Interessen Kiews sind. („Rand fordert ein schnelles Ende des Krieges“, RT)

Der Bericht schneidet die interessantesten Argumente ab

Liest man  den Bericht genau, erkennt man, daß zwar die wichtigsten Eskalationsrisiken aufgeführt werden, wie z.B.

  • ein breiterer Krieg mit der NATO,
  • ein Übergreifen des Konflikts auf andere EU-Länder
  • ein Atomkrieg,

aber es wird an keiner Stelle erklärt, warum genau ein „langer Krieg“ den Vereinigten Staaten so großen Schaden zufügen würde, obwohl dies angesichts einer offenkundigen Zunahme der Eskalation mit China eigentlich klar ist.

Die Umgestaltung Europas nach den Vorstellungen der USA ist gescheitert

Klar ist, etwas stört die USA und ihre Pläne. Was das sein könnte bringt Chris Hedges in einem Artikel bei Consortium News wie folgt  auf  den Punkt:

Der Plan, Europa und das globale Machtgleichgewicht durch die Degradierung Russlands umzugestalten, ähnelt dem gescheiterten Plan, den Nahen Osten umzugestalten.

Er schürt eine weltweite Nahrungsmittelkrise und verwüstet Europa mit einer fast zweistelligen Inflation. Sie entlarvt einmal mehr die Ohnmacht der Vereinigten Staaten und den Bankrott der dort herrschenden Oligarchen. 

Als Gegengewicht zu den Vereinigten Staaten lösen sich Nationen wie China, Russland, Indien, Brasilien und der Iran von der Tyrannei des Dollars als Weltreservewährung, was in den Vereinigten Staaten eine wirtschaftliche und soziale Katastrophe auslösen wird.

Washington gibt der Ukraine immer ausgefeiltere Waffensysteme und Milliarden an Hilfsgeldern in einem vergeblichen Versuch, die Ukraine zu retten, aber, was noch wichtiger ist, um sich selbst zu retten. („Ukraine – The War That Went Wrong“)

Chris Hedges, Consortium News

Hedges dürfte damit die wirklichen Interessen der USA und die Gefahren, die sie mit dem Ukraine-Krieg eingegangen sind, auf den Punkt gebracht haben.

Washingtons naive Intervention in der Ukraine ebnet öffnet eine Türe für eine viel größte strategische Gefahr für die USA. Die, die das erkannt haben dürften daher ein Interesse haben, die Ukraine-Kriegstreiber in den eigenen Reihen an die Zügel zu nehmen. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wer denn die Kriegstreiber eigentlich sind. Diese dürften whl bei den Kriegsgewinnlern zu suchen sein und bei denen, die diesen Krieg bedingungslos unterstützen.

Die NATO als Kriegstreiber-Sekte

Ein erstes Beispiel dafür ist die NATO. Dies sollte niemanden überraschen. Natürlich werden sich die Kriegstreiber auf die Seite ihrer expansionistischen Abrisskolonne (NATO) schlagen und nicht auf die des weltweit größten Verfechters traditioneller Werte, Grenzen und nationaler Souveränität. Das versteht sich von selbst.

Das World Economic Forum als Kriegstreiber-Sekte

Ein zweites Beispiel dafür ist das Weltwirtschaftsforum. Dieses hat auf seiner Website eine pauschale und einseitige Erklärung zur Unterstützung der Ukraine veröffentlicht. Diese lautet:

Das Wesen unserer Organisation ist der Glaube an Respekt, Dialog und gemeinsame und kooperative Bemühungen. Wir verurteilen daher zutiefst die Aggression Russlands gegen die Ukraine, die Angriffe und Gräueltaten.

Unsere volle Solidarität gilt dem ukrainischen Volk und all jenen, die unschuldig unter diesem völlig inakzeptablen Krieg leiden. Wir werden alles tun, was möglich ist, um zu helfen und die humanitären und diplomatischen Bemühungen aktiv unterstützen. Wir hoffen nur, dass sich längerfristig die Vernunft durchsetzt und der Raum für Brückenbau und Versöhnung wieder entsteht.

Klaus Schwab und Børge Brende, Weltwirtschaftsforum

Der Spaltpilz ist gelegt

Dem RAND-Bericht ist aber zu entnehmen, daß die Unterstützung für den Krieg innerhalb der Eliten nicht mehr einstimmig ist. Deswegen steigt die Wahrscheinlichkeit, daß diese Kräfte, die die Politik bestimmen, bald erkennen werden, daß der Preis, den sie bezahlen zu hoch ist und daß sie deswegen ihre Politik ändern müssen.

Immerhin sind mit diesem Bericht die ersten Zeichen einer „Fragmentierung des Konsenses innerhalb der Eliten“ erkennbar. Dies macht es nach 11 Monaten Krieg erstmals wahrscheinlicher, daß dieser Krieg zu einem Ende kommt.

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Der Westen wird für den Frieden in der Ukraine einen Preis zahlen müssen

Unter der Überschrift

„Das Engagement der USA und ihrer Verbündeten für die Sicherheit der Ukraine„.

gehen die Autoren im RAND-Bericht auch auf den zu zahlenden Preis ein. Dabei hat Moskau die roten Linien längst gestezt: die Ukraine

  • muß neutral bleiben,
  • wird entmilitarisiert und
  • muß die „NAZIS“ aus der Regierung und dem Verwaltungsapparat entfernen.

Russland wird auch niemals zulassen, daß die Ukraine Teil eines vom Westen unterstützten Sicherheitsbündnisses wird. Eher wird Russland dann auch noch den Dnjepr überschreiten und auch noch versuchen den westlichen Teil der Ukraine zu besetzen. Der Grund für diese Annahme ist ganz einfach: Es ist der selbe Grund, warum Russland seine Invasion überhaupt gestartet hatte, nämlich um die Mitgliedschaft der Ukraine in einem „feindlichen Militärbündnis“ (NATO), das mit den Vereinigten Staaten verbunden ist, zu verhindern.

Die Ukraine oder das, was von ihr übrig bleibt, wird daher wohl dauerhaft neutral bleiben müssen. Russland wird auch darauf drängen, daß alle „Rechtsextremisten“ aus der Regierung, dem Militär und den Sicherheitsdiensten entfernt werden, denn dies hat die russische Propaganda der eigenen Bevölkerung über Jahre eingebläut und deswegen hat Russland im Februar 2022 einen eigenen Angriffskeil in Richtung Kiew gestartet.

 

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