Energiepolitisches Symposion der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag

MÜNCHEN – Wird die vom damaligen Umweltminister Markus Söder eingeleitete und vorangetriebene Energiepolitik weiter umgesetzt, dann kann das ehemalige Strom-Export-Land Bayern nur noch 50 Milliarden Kilowattstunden von den benötigten 85 Milliarden Kilowattstunden selbst produzieren, mit allen damit  verbundenen Konsequenzen, wie z.B. einem Blackout.

 

Die Energie-Politik der CSU steuert systematisch auf ein Desaster zu, deren Folgen einen Schaden von bisher nicht vorstellbarem Ausmaß annehmen könnten.

Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-05/seehofer-soeder-atomausstieg-csu

Im Fall, daß der politische Wille umgesetzt wird droht ein ggf. auch längerer Blackout, mit allen damit zusammenhängenden Konsequenzen. Dies geschieht entweder sofort, oder wo doch ein Notstromaggregat vorhanden  ist, nachdem die vor Ort gelagerten Treibstoffvorräte aufgebraucht sind, da die Pumpen an den Tankstellen elektrisch betrieben sind und bei einem Blackout auch nicht mehr funktionieren. Dann folgt der Zusammenbruch der Bargeldversorgung, der Wasserversorgung, der Treibstoffversorgung, der Versorgung der Krankenhäuser. Sind die Treibstoffvorräte aufgebraucht, bricht auch der mobile Pflegedienst zusammen und auch Krankenwagen können ohne Treibstoff nicht mehr fahren, wobei sich schon zuvor die Frage stellt, wie die Notrufmeldungen die Einsatzzentralen erreichen sollen, wenn die Sendestationen der Mobilfunkbetreiber wegen Strommangels ausfallen.

In einem, Interview bindet Ministerpräsident Söder all diese Folgen jetzt  schon einmal den Anderen ans Bein:

verkündete Anfang Juli schon einmal rein vorsorglich. Dabei ist das genaue Gegenteil der Fall. Markus Söder und sein zwanghafer Drang, überall vorne dabei zu sein, machte  auch bei der Ausstiegsdebatte keinen Halt:

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Die CSU und Markus Söder als Hauptverantwortliche für einen Blackout

Am 27.11.2019 ist es dem inzwischen zum Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Inneren aufgestiegenen Abgeordneten Sandro Kirchner aus Bad Kissingen im Maximilianeum herausgerutscht, daß die CSU beim Ausstiegsbeschluss gar kein Konzept hatte, wo sie den  dann fehlenden Strom denn alternativ herbekommen könnte:

Da fällt mir ein, dass wir 2012 den Ausstieg aus der Kernenergie vollzogen und entschieden haben. Wir haben diese Entscheidung allerdings ethisch getroffen, und im Nachgang ist festgestellt worden, dass diese Entscheidung mehr ethisch und weniger konzeptuell war

Mit anderen Worten: die zuständigen Umweltminister haben nicht auf dem Boden der Tatsachen entscheiden, sondern aus Opportunismus gegenüber dem aktuellen Zeitgeist heraus. Am 20.5.2022 verbreitete der damalige Umweltminister Markus Söder die Behauptung:

„Höhere Strompreise sind laut Söder dadurch nicht zwangsläufig zu erwarten.“

Tatsache ist jedoch, daß das genaue Gegenteil eingetroffen ist. Inzwischen wurden an der Strombörse beriets kurzzeitig 50 ct/Kilowattstunde bezahlt. Die vom Kunden bis dahin zu bezahlenden 30 ct/Kilowattstunde waren von den Stromversorgern auf einem Einkaufspreis von ca. 3-5 ct/Kilowattstunde kalkuliert worden.

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Umweltminister Söder missbraucht die Frage des Atomausstiegs der CSU als Karriere-Turbo

Inzwischen ist jedoch weitgehend vergessen, daß es der 2011 amtierende Umweltminister Markus Söder war, der die „Vergrünung“ der CSU mitsamt dem Atomausstieg und auch anderen Ausstiegen innerhalb der CSU durchsetzte und innerhalb der Partei sich und sein Netzwerk dadurch nach vorne schob.

Laut den von der bayerischen Landtagsfraktion verabschiedeten „energiepolitischen Leitlinien“ sollen bis zum Jahr 2022, besser noch 2020, alle Kernkraftwerke abgeschaltet sein. FDP und CDU hingegen haben sich noch auf kein Datum festlegen mögen – das nutzt der kleine Koalitionspartner, um nun nach vorne zu preschen: Am Wochenende behandelt der CSU-Vorstand auf einer Klausurtagung das Thema – im Kloster Andechs auf dem „Heiligen Berg“. Bei den Beratungen über ein Konzept zum Atomausstieg ist auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Gast… In einem Interview sprach Söder auch von „Bürgerwindanlagen“. Die Menschen könnten zu ihren eigenen Energieversorgern werden, dies setze „Impulse für die ganze Welt“…

Stephan Mayer (MdB) aus Altötting positionierte sich noch vorsichtig:

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer warnt davor. Eine Jahreszahl könne man derzeit „seriöserweise nicht sagen“, betonte er im Interview mit der Passauer Neuen Presse . Das sei die Auffassung fast aller seiner Berliner CSU-Kollegen… Markus Söder allerdings meint nun, die Atomkraft sei nie ein Markenzeichen der CSU gewesen.

Der damalige CSU-Abgeordnete Alexander Dobrindt stichelte hingegen:

Vier Monate vor Fukushima allerdings hatte er [Anm. Alexander Dobrindt] noch auf dem CSU-Parteitag polemisiert: „Diejenigen, die gestern gegen Kernenergie, heute gegen Stuttgart 21 demonstrieren, müssen sich nicht wundern, wenn sie irgendwann ein Minarett im Garten stehen haben.“

Damit steht jedoch fest: Es war Markus Söder, der das Thema des Ausstiegs aus der Kernkraft dazu nutzte, die CSU von einer Tatsachen-Politik in Richtung Zeitgeist umzusteuern.

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Eine gnadenlose Abrechnung mit Markus Söders Energiepolitik

Inzwischen wird der Zeitgeist-Opportunismus des inzwischen zum Ministerpräsidenten beförderten Markus Söder von der Realität eingeholt. Wie grausam diese Realität mit dem Zeitgeist-Opportunisten Söder abrechnet, davon berichten die vier Referenten, die die AfD zum Vortrag in das Maximilianeum geladen hat. Der Wasserkraftbetreiber Markus Engelsberger zeichnet ein gnadenloses Bild der tatsächlichen Situation,  in die die Energie-Politik der CSU das Land zu führen droht.

Der Spezialist für Strom- und Gas-Leitungen Franz Thielmann macht klar, daß das bestehende Energie-Defizit mit dem bestehenden Leitungsnetz gar nicht kompensierbar ist.  Prof. Edmund Lengfelder und Anton Failer zeigen mit den Tetzlaff-Bio-Wasserstoff-Kraftwerk und den Small-Modular-Reactors Alternativen auf, wie in Deutschland preiswert Strom produziert werden könnte.

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Markus Engelsberger: Der Beitrag der kleinen Wasserkraft

Der Eigentümer des Wasserkraftwerks Kranzberg, Markus Engelsberger berichtet aus eigenem erleben, daß die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf gar nicht an einem angeblich erfolgreichen Widerstand der Umweltverbände vor Ort gescheitert ist, sondern daran, daß  der französische Atomkonzern Cogema, der auch die Wiederaufbereitung der Brennstäbe durchführt, sein ursprüngliches Angebot zur Aufbereitung der Brennstäben aus Bayern um 50%reduziert hat. Damit war ein Endlager finanziell unrentabel geworden.

Im Generalausbauplan Wasserkraft vom 1907 waren bereits alle Potentiale der Wasserkraft in Bayern eingetragen. Ein großer Teil davon wurde seither stillgelegt. 2021 sind 13,4 Milliarden KWH an produzierter Leistung übrig geblieben. Das sind etwa 20% an der Gesamtstromerzeugung.

Der Primärenergieverbrauch in Bayern, also der Energieverbrauch aus Strom, Wärme, Mobilität etc.  liegt in einem Bayern, das keine eigenen Energiequellen hat, bei 55.000 Kilowattstunden  pro Bürger.

Legt man die Größe von 60 Watt Arbeitsleistung pro Stunde für einen erwachsenen Mann zugrunde, die ein normaler, junger Arbeiter leisten kann, verbraucht die Bevölkerung in Bayern nur für Strom die Leistung, die 2 Milliarden Menschen mit deren Muskelkraft entspricht, also einem Viertel der Erdbevölkerung.

Bayerns Verbrauch an Strom ist gemäß Engelsberger in den letzten 10 Jahren vom 94 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr, auf zuletzt  84 Milliarden Kilowattstunden gesunken. Der Grund herfür ist, daß inzwischen ein großer Teil der Schwerindustrie aus Deutschland vertrieben wurde.

2001, also vor dem Abschalten der Kernkraftwerke wurden in Bayern 94 Milliarden Kilowattstunden an Strom produziert. 2020 waren es noch 75,7 Milliarden Kilowattstunden Eigenerzeugung. Darin sind jedoch noch die 12 Milliarden Kilowattstunden enthalten, die das AKW Gundremmingen produzierte und die ja inzwischen vom Netz genommen wurden. Ende des Jahres sollen außerdem die 12 Milliarden Kilowattstunden von Isar 2 abgeschaltet werden. Dann werden einem Verbrauch von 85 Milliarden Kilowattstunden einer Eigenproduktion von etwa 50 Milliarden Kilowattstunden gegenüber. Derartige Strommengen können aber gemäß Engelsberger über die an den Grenzen vorhandenen Leitungen und Umspannwerke gar nicht mehr importiert werden.

Früher waren im Energiewirtschaftsgesetz Reserven von 30% vorgeschrieben gewesen. Diese wurden seither auf Null reduziert. Hinzu kommt aber noch die berechnete Unterdeckung.

Von den ca. 50 Milliarden selbst produzierter Energie kommen 13,4 Milliarden Kilowattstunden aus der Wasserkraft. Davon stammen wiederum von der kleinen Wasserkraft ca. 3,74 Milliarden Kilowattstunden.  Das wiederum ist die Hälfte der Leistung des AKW Isar 1, das bereits vom Netz genommen wurde.

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Franz Thielmann: Die Überforderung der bestehenden Netze

Stromnetze:

Das Stromproblem wurde von der CSU geschaffen  und ist daher ein CSU-Problem:

Als der Wahlkreis des damaligen Ministerpräsidenten Seehofer von einer Überland-Stromleitung berührt wurde. Da deswegen die Befürchtung laut wurde, da in diesem Wahlkreis die Bevölkerung in Aufruhr gerät, setzte sich die CSU für ein erdverlegtes Kabel an Stelle einer Überland-Leitung ein. Die Überland-Leitungen wären heute bereits fertig. Die „Unterland“-Leitungen werden noch immer geplant.  Gebremst wird dies durch Eigentumsrechtliche Probleme und planungsrechtliche Probleme.

Die Ankündigung von Ministerpräsident Söder, daß man bis 2025,  also angeblich dem Jahr, wenn die Leitungen betreibbar sind, nun das die Kernkraftwerke weiterbetreiben müsse steht jedoch die Tatsache entgegen, daß diese Leitungen nicht vor 2028 nichts fertig werden kann.

Gasknappheit:

Die Gasknappheit wurde durch Sanktionen verursacht, die die deutsche Politik gegen Russland verhängt hat. Ein derartiges Abschneiden vom GAs sei im Kern nichts anderes, als eine Deindustrialisierungspolitik.

Bereits in den 60ern, als während des kalten Kriegs hatte der damalige bayerische Wirtschaftsminister Otto Schedl (CSU) mit Russland über einen Kauf von Erdgas verhandelt. Der Vertrag mit Bayern ist nur deswegen nicht zustande gekommen, weil das Volumen, das die Russen verkaufen wollten zu groß erschien.  Statt Bayern hat dann die Ruhrgas den Vertrag abgeschlossen und in Deutschland verteilt.

Politische Maßnahme der Deregulierung:

Mit der Deregulierung 2007 wurde beschlossen, daß die bestehenden Transportwege für Gas und Strom per Gesetz für alle geöffnet wurden. Ebenso wurde mit den Gasspeichern verfahren, was Speicherbetreiberin die Pleite getrieben hat und Gazprom-Töchter diese übernommen hatte.

Wer unternehmerisch gehandelt hat, hat mit den russischen Produzenten jetzt noch Verträge für 20€ / Gigawattstunde.   Wer derartige Verträge nicht abgeschlossen hat, muß jetzt den aktuellen Börsenpreis bezahlen.

Über die vom Endkunden dann verlangten Netzendgelte, werden letztere Unternehmen dann über Wasser gehalten.

Nicht einmal ein kalter Winter 2012 und die Probleme, die die Ukraine 2014 bei der Durchleitung des Gases gemacht hatte, haben zu einem Umdenken geführt.

LNG: Nach 40 Jahren Blockade von LNG-Terminals wurden diese nun binnen kürzester Zeit

Nordstream 1 liefert 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Ein schwimmendes LNG-Terminal kann man maximal 5 Milliarden Kubikmeter abwickeln. Dies sei in erster Linie Fracking-Gas.  In Deutschland liegen für 25 Jahre der Gesamtverbrauch an Fracking-Gas im Boden.  Binnen 3 Monaten könnte theoretisch beriets zu fördern begonnen werden.

 

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Prof. Dr. Edmund Lengfelder: Mit Bio-Wasserstoff nach dem Stadtgas-Prinzip in die Zukunft

Bisher werden zur Herstellung von Wasserstoff insbesondre zwei Verfahren genutzt:

  •  Wasserelektrolyse, die jedoch sehr energieaufwendig und damit ineffizient ist
  • Dampfreformierung von kohlenstoffhaltigen Substanzen, wie Biomasse

Eine Pilotanlage zur Herstellung von Wasserstoff aus pflanzlicher Biomasse aller Art, also anders als die bisherigen Biogasanlagen, die das nicht können.  Der Unterschied ist, daß durch dieses Verfahren mit Hilfe der eingesetzten Bakterien auch der Zellstoff als Energieträger verarbeitet wird.

Dieses, durch Dipl.-Ing. Karl-Heinz Tetzlaff entwickelte  Konzept des  „Bio-Wasserstoffs“ ist auch schon serienreif. Einerseits, weil es patentiert ist. Da nur praktisch umsetzbare  Ideen patentierbar sind, ist also durch den Patentschutz schon eine amtliche Bestätigung gegeben, daß dieses Konzept auch funktioniert.

Ein derartiges Kraftwerk wurde in Weißrussland beriets projektiert, aber durch politische Interventionen gestoppt, da durch diese Anlage die Perspektive bestand die Abhängigkeit von Öl- und Gas innerhalb von 10-20 Jahren zu stoppen

Heute wird dieses Prinzip wieder interessant, da auf diesem Weg molekularer Wasserstoff H2 CO2-neutral hergestellt werden kann.

Grundsätzlich hat der Wasserstoff als Energieträger im Gegensatz zu Strom den Vorteil in beliebiger Menge speicherbar zu sein. Zu dessen Verteilung wäre das Erdgasnetz nutzbar.

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A. Failer: SMR; Small Modular Reactors

Kernenergie ist nicht tot, denn 56 neue Großkraftwerke werden derzeit gebaut.

Aufgrund der gesetzten Randbedingungen haben die Konzerne kein Interesse mehr an der Kernkraft. Der Referent berichtet davon, daß er im Wirtschaftsausschuß hätte für Fragen zur Verfügung stehen sollen. das wurde ihm jedoch unter der Androhung von Konsequenzen untersagt.

Wenn es wirklich um Klimaschutz ginge, dann dürfte man Kernkraft auf keinen Fall abschalten, da Kernkraft CO2 verbraucht.

Hinzu kommt, daß politisch gewollt auch die betreffenden Lehrstühle in Deutschland geschlossen wurden. Die deutsche Politik hat also auch das Wissen über diese Technik aufgegeben.

Beispielhaft stellt derzeit die Firma Nuscale aus den USA einen SMR (Small Modular Reactor) her. Folge wird dieser Kleinreaktor von wenigen Metern Durchmesser vor.

Mit vier von diesen Reaktoren wären die Stromprobleme in Bayern gelöst.

Sie wäre sogar innerhalb kürzester Zeit an- und abschaltbar. Auch Wasserstoff, oder Wasser wäre durch Entsalzung herstellbar. Ein Modul könnte pro  Tag 50 Tonnen Wasserstoff produzieren.

Diese Technik hat ein Marktpotential von mindestens 300 Milliarden Euro. Viele Länder forschen daran, nur Deutschland nicht.