Die Tochter von Ulrike Meinhof (RAF) fragt: Ist die Antifa eine Art verbeamtete RAF?

Public Domain

HAMBURG – Im Wohnzimmer ihrer Eltern wurde die RAF „gegründet“. Bettina Röhl, geläuterte Tochter der RAF-Mörderin aus privilegiertem Hause Ulrike Meinhof erkennt Parallelen zwischen der RAF und der Antifa. Nur die Altparteien scheinen diese Parallelen derzeit nicht sehen zu wollen und weigern sich im Beamtenapparat und unter ihren Angestellten nach Antifa-Mitgliedern und -Sympathisaten zu forschen.

 

Bettina Röhl, Tochter einer linken Terroristin und Mörderin (Versuch)

Linksterroristin Ulrike Meinhof Quelle. Von unbestimmtes Mitglied der Familie Meinhof – Privates Foto, aus der Sammlung Bettina Röhls, der Tochter Ulrike Meinhofs, Copyrighted free use, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=502482
Quelle: Großvater Röhl / Public domain

Bettina Röhl ist die Tochter von Ulrike Meinhof, der Kolumnistin der Zeitschrift „konkret“ und späteren Terroristin der Rote Armee Fraktion, und des damaligen konkret-Verlegers Klaus Rainer Röhl.

Ulrike Meinfof 1970 nahm sie an der Befreiung des Linksterroristen Andreas Baader teil, war Mitgründerin der Rote Armee Fraktion (RAF) und verfasste deren ideologisches Konzept. 1972 nahm sie an der Mai-Offensive der Rote Armee Fraktion teil, wurde im Juni 1972 festgenommen und verbrachte den Rest ihres Lebens in Untersuchungshaft. Im November 1974 wurde sie wegen Mordversuchs bei der Baader-Befreiung zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Ab 1975 war sie im Stammheim-Prozess mit den übrigen RAF-Führungsgliedern des vierfachen Mordes und 54-fachen Mordversuchs angeklagt.

Vor der Verantwortung ihrer Taten hat sie sich durch Erhängen selbst entzogen. Sie wurde noch vor dem Prozessende in ihrer Zelle in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim erhängt aufgefunden. Zwei Obduktionen stellten sicher, daß es keine Fremdeinwirkung gab.

Bettina Röhl wuchs erst in Hamburg bei den Eltern auf und zog nach deren Scheidung 1968 mit ihrer Mutter nach Berlin, wo sie im selben Jahr in der evangelischen Privatschule Königin-Luise-Stiftung in Berlin-Dahlem eingeschult wurde.

Nach der Baader-Befreiung im Mai 1970 tauchte Ulrike Meinhof in den Untergrund ab. Röhl wurde im Alter von sieben Jahren von RAF-Mitgliedern, die mit Meinhof befreundet waren, zusammen mit ihrer Zwillingsschwester für vier Monate in ein Flüchtlingslager nach Sizilien entführt, um dem Vater, dem das vorläufige Sorgerecht zugesprochen worden war, die Kinder zu entziehen. Am 10. Juli 1970 wurden die Zwillinge Ulrike Meinhof zugesprochen. Bis zur endgültigen Entscheidung im Sorgerechtsstreit erhielt Klaus Rainer Röhl am 3. August das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Im September sollten die Kinder von einem Mitglied der Baader-Meinhof-Bande aus Sizilien abgeholt und in ein Guerilla-Lager im Nahen Osten gebracht werden. Der ehemalige „konkret“-Redakteur Stefan Aust kam der Aktion zuvor, befreite die Zwillinge zusammen mit dem RAF-Aussteiger Peter Homann und brachte sie zu ihrem Vater zurück. In ihrer Biografie Ulrike Meinhofs vertritt Jutta Ditfurth die Ansicht, diese habe ihre Kinder lediglich vor dem Vater schützen wollen. Dem hat Bettina Röhl in mehreren Interviews und einem Essay im Spiegel ausdrücklich widersprochen.

 

Die RAF-Expertin Bettina Röhl ordnet die Antifa in die Tradition der RAF ein

Die Befreiung aus dem Gefängnis von Andreas Baader vor fünfzig Jahren begründete die Rote-Armee-Fraktion (RAF). Was in Revolutionsromantik begann, terrorisierte die BRD über drei Jahrzehnte. Linksradikalen Terror gibt es bis heute.

Die RAF und die von ihr ausgelebten Revolutionsphantasien erwuchsen nicht aus der Not Unterdrückter, sondern aus den Köpfen und ideologischen Vorstellungen von Kindern meist wohlhabender Eltern. Etwas treffend kann  man sie vielleicht als „polit-Punks“ bezeichnen, die beim Ausleben ihres politischen Hedonismus nicht gestört werden wollten.  Ihr Motto läßt sich wohl mit
«High sein, frei sein, ein bisschen Terror muss dabei sein.»
ganz  gut beschreiben. Vorbilder waren die bewaffneten kommunistischen Kämpfer Che Guevara, Ho Chi Minh, Mao Zedong.

Die RAF, eine linke Mörderbande, die der Staat, den sie hassten, sogar noch privilegierte

Fünfzig Prozent der RAF-Mörder und Terroristen sind vorzeitig begnadigt worden. Normale Straftäter können von solchen Begnadigungsquoten hur träumen.  So genannte „rechte Täter“ brauchen überhaupt nicht einmal an so etwas wie eine „Begnadigung“ denken.

Die Journalistin und RAF-Expertin Röhl hält fest:

Besonders die sogenannten Linksintellektuellen, Subkulturelle und etablierte Künstler, vom Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger bis zum Rechtsanwalt und Sänger Franz Josef Degenhardt, vom Theaterintendanten Claus Peymann bis zum Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, wurden sehr schnell zu allenfalls semikritischen Verbreitern der 68er-RAF-Ideologie. Sie waren damals mit ihrer Meinung allgegenwärtig, besonders in den Boom-Medien mit Millionenauflage wie dem «Spiegel», dem «Stern» und der «Zeit», aber auch in den damals mächtigen öffentlichrechtlichen Fernsehsendern. Auch viele Journalisten wurden zu gierigen, distanzlosen Berichterstattern der RAF. Zugleich funktionierten Reportagen über die RAF fast wie eine True-Crime-Serie, die dem Publikum Taten, Täter und Tote beinahe in Echtzeit präsentierten.

Es wurde das Argument aufgebaut, daß der Terror der RAF den Impuls setzen sollte, um ,einem breitere revolutionäre Bewegung in Gang zu setzen. Diese sollte demnach die Menschen aufrütteln. Da linke Revolutionen immer einen Gegenstand benötigen, also eine Art Substrat, das aus Sicht der Revolutionäre „aus ihrer Unterdrückung befreit werden muß“, suchten die Revolutionäre der RAF und ihrer Sympathisanten sich   die Geknechteten des „Kapitalismus“ und die Geknechteten der „Dritten Welt“ aus, die diese „befreien“ wollten.

Anschluß fanden sie dabei jedoch lediglich in den Kreisen linker Debatierzirket und linken Publizisten /  Journalisten wie, zum Beispiel Alberto Moravia. Oft handelte es sich im Intellektuelle, nach einem Besuch China von den ameisenhaft wirkenden KAder, die in blauen Anzügen und mit der Mao-Bibel winkend und von roten Garden bewacht ihr Land auf den Kopf stellten.

Immer weniger galt diesen Revolutionsromantikern die Sowjetunion, die als bürokratisch und «revisionistisch» angesehen wurde. Was nicht hiess, dass die RAF und viele andere bundesdeutsche Linke die DDR und den Ostblock nicht gerne als logistische Hilfslieferanten in Anspruch nahmen. Nicht zu vergessen das Heer der Stasi-Agenten in Westdeutschland sowie die Tatsache, dass die RAF-Mitglieder die DDR von Beginn an jederzeit als Hinterland nutzen konnten, inklusive des Ostberliner Flughafens.

Horst Mahler, Gründer der RAF und dann Rechtsextremist

Horst Mahler wiederum ist derjenige, der im Mai 1970 der linken Journalistin Ulrike Meinhof die Gelegenheit, sich außerhalb des Gefängnisses mit dem Strafgefangenen Andreas Baader zu treffen. Bei dieser Gelegenheit wurde Andreas Baader am 14. Mai 1970 gewaltsam befreit. Damit gilt seither der 14. Mai auch als Gründungstag der RAF. Beteiligt waren damals auch das Kindermädchen, das Ulrike Meinhof eingestellt hatte namens Irene Goergens
Hierbei verletzten die RAF-Terroristen mehrere Menschen zum Teil schwer. Durch diese Befreiungsaktion wurde Mahler selbst Teil des RAF-Netzwerks. Frau Röhl berichtet hierzu in meinem ,Interview der NZZ:

Die RAF setzte seit ihrer Gründung, die im Wesentlichen Horst Mahler zuzuschreiben ist (meine Vermutung ist, dass er hierbei im Auftrag der DDR gehandelt haben könnte), auf ein Prinzip der erfahrenen Journalistin Ulrike Meinhof: ein Terrorist, ein Gesicht, eine Person, ein handelnder Mensch, der in Bild, Ton, Schrift mit seiner Biografie und mit seinen Taten, die er begeht, sofort in die Presse kommt. Also eine Art öffentlicher Terrorismus mit Bekennerschreiben.

Mahler tauchte mit Meinhof und Baader unter und kehrte nach einer Terrorausbildung in Jordanien über die DDR nach West-Berlin zurück. Am 8. Oktober 1970 wurde er festgenommen, obwohl er sich mit einer Perücke zu tarnen versucht hatte.

Zusammen mit den beiden Terroristinnen Irene Görgens und Ingrid Schubert wurde Mahler wegen seiner Beteiligung an der Gefangenenbefreiung und mehrere Banküberfälle 1971 verurteilt. Vor Gericht verteidigt wurde er durch Otto Schily (später GRÜNE, dann SPD) und Hans-Christian Ströbele (später GRÜNE). Für die Widererlangung seiner Zulassung als Rechtsanwalt setzte sich ab 1980 der spätere SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder ein. Mahler erhielt seine Zulassung zurück und engagierte sich später für die NPD aus der er dann wieder austrat, weil diese ihm zu moderat war. Seither engagiert sich Mahler für noch weiter rechts stehende Kreise.
Den Ausbruch verarbeitete die Journalistin Ulrike Meinhof  wiederum journalistisch und machte die RAF hierdurch berühmt. Ihre Tochter berichtet:

Sie überredete die französische Aktivistin Michèle Ray, nach Berlin in eine der vorbereiteten konspirativen Wohnungen zu kommen, und übergab ihr einen Tonbandmitschnitt mit einer von Meinhof selbst gesprochenen Erklärung zur Baader-Aktion. Ray übergab das Dokument dann persönlich Rudolf Augstein, und der «Spiegel»-Herausgeber war wahnsinnig genug, dieses kryptische Produkt aus dem «Untergrund» Wort für Wort in einer Millionenauflage abzudrucken – fast so, als hätten Meinhof und die RAF eine Art Regierungserklärung abgegeben.

Unter dem Titel «Natürlich kann geschossen werden» erklärte Ulrike Meinhof die Baader-Aktion für eine revolutionäre Tat und forderte die linken «Intellektuellen» und andere «Genossen» dazu auf, sich der Revolution, die jetzt begonnen habe, anzuschliessen.

Erst durch diesen  medialen Durchbruch war aus der Befreiung des Kaufhaus-Brandstifters Andreas Baader ein revolutionärer Akt geworden. Der Spiegel hat diese Botschaft Meinhofs die RAF seien „Revolutionäre“ in die Köpfe der Deutschen eingepflanzt.

Linksextremisten sitzen heute  in den Zentralen der Macht

Während damals Personen mit derartigen Revolutionsphantasien sich als aus Außenseiter erst Gehör verschaffen mußten, sitzen derartige Leute nach Überzeugung der RAF-Expertin Röhl in den Zentren der Macht und bilden dort „eine Art verbeamtete RAF“?

Die RAF war von Beginn an ein Sujet, das in den letzten fünf Jahrzehnten den Stoff für Tausende von Artikeln, Büchern, Dokumentar- und Spielfilmen, Dissertationen, Romanen, Theaterstücken geliefert hat. Nichts scheint heute so tot zu sein wie die RAF. Tatsächlich hat es der blühende Linksradikalismus im Westen, der bei der Eröffnung der EZB-Zentrale in Frankfurt, bei jedem G-20-Gipfel oder alljährlich am 1. Mai in Berlin brutal zuschlägt, zu höchster Etablierung im Staat gebracht, nicht zuletzt dank der Unterstützung durch nicht wenige Abgeordnete einiger politischer Parteien, durch Journalisten und einschlägige Experten.

Der militanten Antifa fehlen im Vergleich zur RAF nur die prominenten Gesichter. Sie pflegt aus Feigheit die Praxis, ihre Gesichter zu vermummen und ihre Namen geheim zu halten. Was sich oft Antifa nennt, droht ununterbrochen mit Gewalt und Anschlägen etwa gegen Politiker oder Polizisten, sie steht für sinnlose Sachbeschädigungen in enormer Höhe. Gleichwohl monierte die ehemalige Bundesministerin Renate Künast (Grüne) jüngst im Bundestag, dass die Antifa in den letzten Jahrzehnten nicht ausreichend vom Staat finanziert worden sei. Sie sei es leid, seit Jahrzehnten dafür zu kämpfen, «dass NGO und Antifa-Gruppen, die sich engagieren, nicht immer um ihr Geld ringen müssen und nur auf ein Jahr befristete Arbeitsverträge abschliessen können». Dafür gab es Beifall von Bündnis 90 / Die Grünen, von der Linken und von Abgeordneten der SPD. Man darf die Frage stellen, ob die Antifa so etwas ist wie eine verbeamtete RAF, eine Terrorgruppe mit Geld vom Staat unter dem Deckmantel «Kampf gegen rechts».