Ceuta: Schlepper überführen 80% mehr unidentifizierte Grenzbrecher aus Ceuta auf die iberische Halbinsel, als die von Spanien abzuwendende EU-Bürokratie legal nach Marokko abschiebt

Quelle: Di John Edwards - http://www.navy.mil/view_image.asp?id=24188, Pubblico dominio, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1362661

CEUTA – Spanische Sicherheitskräfte berichten: Seit 30. Juli gelangen ca. 33 Grenzbrecher pro Arbeitstag unidentifiziert aus Ceuta auf das EU-Festland, während zeitglich die auf das EU-Recht vergatterten spanischen Behörden lediglich 18 Grenzbrecher legal nach Marokko abschieben.

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Der Innenminister Spaniens versprach: niemand wird unkontrolliert aufs spanische Festland gelangen. 2 Wochen später wird bekannt, dass bereits ca. 500 Grenzbrecher das spanische Festland erreicht haben!

Offiziell sieht der spanische Innenminister sieht keine Möglichkeit, dass die Grenzbrecher aufs spanische Festland gelangen:

Nach dem Durchbruch der wohl bis zu 100.000 Afrikaner durch die EU-Außengrenze erklärte  der spanische Innenminister, Fernando Grande-Marlaska in mehreren Stellungnahmen, dass der Schengen-Raum durch den Grenzdurchbruch

„in keiner Weise beeinträchtigt“

worden sei, da

„niemand in Ceuta, nicht einmal Einheimische, die autonome Stadt ohne effektive Dokumentenkontrolle verlassen kann“.

„Sie können nicht frei von Ceuta aufs Festland reisen, da die Region seit 1991 einen Sonderstatus genießt“,

bekräftigte der Minister. Diese Regelung gilt jedoch nicht für Personen, die irregulär von der autonomen Stadt auf das spanische Festland einreisen. Nun wurde aus Sicherheitskreisen durchgestochen, dass das unzutreffend ist und tatsächlich ca. 25 unidentifizierte Personen aus Ceuta auf die iberische Halbinsel übersetzen:

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Tatsache ist, pro Woche  erreichen knappe 25 unidentifizierte Personen aus Ceuta das spanische Festland

In der spanischen Presse wurde aus Sicherheitskreisen veröffentlicht, dass seit dem 30. Juli ca. 500 Personen von Ceuta aus auf das spanische Festland übergesetzt sind, ohne sich identifizieren zu lassen:

Das Ziel: auf den Kontinent übersetzen

Die Motivlage einiger unter den in Ceuta illegal Eingereisten und nicht nach Marokko zurückgekehrten ist klar und eindeutig. Einige geben ganz offen zu, nach ihrer illegalen einreise nun illegal und damit ohne Identifikation nach Spanien, also auf den Kontinent übersetzen zu wollen:

Das spanische Festland in einem kleinen Fischerboot zu erreichen, in dem wir uns unter Planen verstecken können, ist nicht schwer. Ich weiß, kenne Leute, weiß, wo ich fragen muss

Einige geben an, dann weiterreisen zu wollen:

„Es wird schon eine Möglichkeit geben, aufs Festland zu gehen. Sie können uns ja nicht ewig hierbehalten“, meint er. In Spanien möchte er aber dann nicht auf Dauer bleiben. „Ich will nach Deutschland, Österreich oder Holland. Die Menschen da sollen freundlich sein.“

Unter denen, die nun in die EU zurück wollen, sind auch solche, aus Deutschland abgeschoben wurden. Ein Grenzbrecher

spricht fließend Deutsch. Seine Mutter ist Marokkanerin, sein Vater Palästinenser. Sechs Jahre habe er in Freiburg gelebt, erst im Februar sei er von den deutschen Behörden abgeschoben worden – nach Marokko. Nun sieht er seine Chance gekommen, um zurückzukehren.

andere Gegenüber dem Reporter der Welt gibt er an,

„eine Zukunft in Spanien“

aufbauen zu wollen. Einige Tage zuvor hate er gegenüber dem Nachrichtenportal nius noch eingestanden, nach Deutschland zurück zu wollen (Min. 33:00 ff).

Aus Drogenhändlern werden nun Menschenhändler

Einer der ehemals ranghöchsten Grenzschützer in Ceuta weist die Vorstellung zurück, dass das Schleppertum durch eine organisierte Mafia stattfände. Stattdessen würden die kleinen Gaunerbanden, die sonst Drogen aus Afrika in die EU schmuggeln nun ihre Boote nicht mehr mit Drogen, sondern mit Grenzbechern füllen:

„In der Presse ist von Mafias die Rede, dabei sollte man von Netzwerken sprechen. Es handelt sich nicht um kriminelle Gruppen. Es ist sehr schwierig, innerhalb der Einwanderergemeinschaft eine organisierte Gruppe zu finden . Sehr schwierig. Zumindest im marokkanischen Teil. Es sind Netzwerke oder Mikronetzwerke, bestehend aus drei oder vier Personen, Punkt. Aber sie haben nicht einmal die Kapazität, ein Zehntel dessen zu organisieren, was tatsächlich existiert. Unmöglich“, betont er.

Die Lokalpresse bestätigt:

„Die großen Drogenhändler verlagern ihre Aktivitäten in diesem August auf den Schmuggel von Migranten. Sie nutzen dieselben Boote, die zuvor für den Haschischschmuggel eingesetzt wurden, um nun Menschen anstelle von Drogenballen zu transportieren“

Die Preise für eine Überfahrt von Ceuta auf das Festland liegen nach dem Grenzdurchbruch bei bis zu 7000€ pro Person. Ob diese Preise dann von den Grenzbrechern dann z.B. durch den Verkauf von Drogen abgearbeitet werden müssen oder ob Leute die oftmals keinen Pass bei sich haben, diese Preise auf anderen Wegen bezahlen, mag der Leser sich selbst überlegen.

Tägliche Überfahrten

Bereits am Tag nach dem Durchbruch ist der Lokalpresse zu entnehmen:

„Am Samstagnachmittag legte ein Boot vom Strand von Bolera ab, nachdem es mehrere Personen aufgenommen hatte, und flüchtete in Richtung der Gewässer der Halbinsel“

Die Lokalpresse berichtet dann anlässlich einer Festnahme seit dem 2. August über Angebote von Ceuta auf die iberische Halbinsel überzusetzen:

„Zwei Personen wurden bereits festgenommen und vor Gericht gestellt, weil sie Marokkaner auf die Halbinsel transportiert hatten, aber es gibt immer wieder neue Versuche.“ Am selben Tag zeigt ein erstes „Video [ […] ] eine Landung in Getares. Quellen dieses Mediums zufolge startete das Schlauchboot in Ceuta. Es gibt viele weitere Fälle dieser Art: Jetskis, kleine Boote, Sportboote […] Der Fluchtweg besteht darin, mit allen notwendigen Mitteln auf die Halbinsel zu reisen und dabei die von den Netzwerken angebotenen geheimen Dienste in Anspruch zu nehmen“ und „Seit dem Masseneinbruch durch den Tarajal-Wellenbrecher wurden mehrere Bootskapitäne, Jetski-Fahrer und Autofahrer festgenommen“  (auch https://elfarodeceuta.es/huidas-ceuta-peninsula-tras-avalancha/ und https://elfarodeceuta.es/mafias-hacen-agosto-avalanchas-ofreciendo-fugas-inmigrantes/).

Sogar Gleitschirme werden eingesetzt.  Am 2. August wurde gemeldet:

„In Schlauchbooten, auf Motorrädern, in kleinen Booten […] die Abreisen der Marokkaner sind unaufhörlich […] Sie verlassen Ceuta geschlossen und fahren auf die andere Seite der Meerenge, um einer Festnahme durch die Sicherheitskräfte zu entgehen. Nicht alle wollen in ihr Heimatland zurückkehren, und einige haben auf der anderen Seite noch unerledigte Angelegenheiten. Der Fluchtweg besteht darin, mit allen notwendigen Mitteln auf die Halbinsel zu reisen und dabei die von den Netzwerken angebotenen geheimen Dienste in Anspruch zu nehmen.“

Am 2. August kamen auch die ersten Meldungen von gestellten Schleppern. In seinem Boost wurden elf Marokkaner festgestellt:

„Zwei Personen wurden bereits festgenommen und vor Gericht gestellt, weil sie Marokkaner auf die Halbinsel transportiert hatten, aber es gibt immer wieder neue Versuche“

An dieser Stelle stellt sich die Frage, aus welchen Gründen Marokkaner nicht in ihr Land zurückgekehrt sind und ohne identifiziert werden zu wollen, für viel Geld aufs spanische Festland gebracht werden wollen?! Einer der Gründe könnte der Grund sein, der einem Mann am 4. August zum Verhängnis wurde. Da ging der Polizei beim Versuch, eine Fähre nach Algeciras zu besteigen ein Mann ins Netz. Bei den Kontrollen stellte die Polizei fest, dass gegen ihn ein gültiger europäischer Haftbefehl vorlag;

„Die Polizei verhaftet im Hafen von Ceuta einen in Frankreich gesuchten Kriminellen. Gegen den Festgenommenen lag ein europäischer Haftbefehl wegen Drogenhandels, Gewaltverbrechen, illegalen Waffenbesitzes, Eigentumsdelikten und Mitgliedschaft in einer organisierten Gruppe vor“

Pro Tag gelangen knappe 25 unidentifizierte Grenzbrecher illegal auf das spanische Festland

Am 19. August meldet die Lokalpresse:

„Menschenhändlerringe haben ihre Vorgehensweise in Nordafrika geändert . Die Vereinigung der Guardia Civil ( AUGC ) warnt davor, dass diese kriminellen Organisationen ihre Aktivitäten nicht mehr auf die Organisation irregulärer Einreisen nach Ceuta oder Melilla beschränken, sondern die autonomen Städte nun als Transitknotenpunkte nutzen, um Migranten direkt per Boot auf das spanische Festland zu bringen und so die Grenzkontrollen zu umgehen. Quellen innerhalb der Guardia Civil warnen, dass diese Route von diesen Organisationen seit mehreren Jahren genutzt wird, wobei die Sommermonate ausgenutzt werden, um so viele Menschen wie möglich zu transportieren.“

Wenige Tage später wird ergänzt, dass es bereits 500 geschafft hätten:

„Schleuserbanden haben mindestens 500 Migranten auf das spanische Festland gebracht, nachdem diese am 30. und 31. Juli im Zuge der Massenflucht in Ceuta angekommen waren… Seit dem Ausbruch der Migrationskrise vor drei Wochen überwachen Beamte verschiedene Schiffe, die von kriminellen Organisationen in Algeciras, La Línea de la Concepción und anderen Orten in Cádiz und Málaga gechartert wurden. Diese Boote nahmen in der autonomen Stadt zahlreiche Gruppen von Marokkanern und Menschen aus Subsahara-Afrika auf und brachten sie an die andalusische Küste… „Täglich werden Boote mit Migranten abgefangen. Einige werden gefasst, die meisten können jedoch entkommen“, so die gleichen Quellen.“

Ca. 500 Grenzbrecher in drei Wochen bedeutet, dass es pro Wochentag etwa 25 Grenzbrecher schaffen aus Ceuta hinaus und auf das spanische Festland zu gelangen, ohne dass jemand weiß, wer sie sind. Rechnet man diese Zahl auf Werktage, also Montage bis Freitage hoch, entspräche dies ca. 33 Migranten pro Werktag. Diese errechnete Zahl ist dcswegen interessant, weil inzwischen die Lokalpresse in Ceuta die Arbeitsgeschwindigkeit der spanischen Behörden zur legalen Rückführung nach Marokko ermittelt hat:

Pro Arbeitstag gelangen 18 identifizierte Grenzbrecher auf legalem Weg nach Marokko

Auf der anderen Seite hat die Lokalpresse in Ceuta inzwischen  ermittelt, dass pro regulärer Arbeitswoche lediglich 18 Anträge auf legale Rückführung nach Marokko bearbeitet werden.

Stand heute Mittwoch und seit dem massiven Ansturm am 30. Juli wurden 252 Rückerstattungsanträge bearbeitet , im Durchschnitt 18 pro Tag, Wochenenden und Feiertage ausgenommen. Es handelt sich um einen echten Flaschenhals , ein Gewirr, das das System daran hindert, so zu funktionieren, wie es sollte, da es an einem umfassenden Plan mit Verstärkungen zur Beschleunigung der Polizeimaschinerie mangelt.

Setzt man nun diese beiden Zahlen  ins Verhältnis zueinander, dann arbeiten die Schleuser um ca. 83% effizienter, bzw. schneller, als die Spanier die ihnen von der EU vorgegebene Bürokratie bearbeiten.

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