Ceuta: Marokko greift EU-Außengrenze in Ceuta mit der Migrationswaffe an

Quelle: Por Xemenendura - Trabajo propio, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17612179

MADRID/CEUTA – Nicht die Polizei, nicht das Militär haben die Invasion von Ceuta zusammenbrechen lassen, sondern der Umstand, dass es verschlossene Lebensmittelgeschäfte statt geworfene Teddybären gab.

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Merkwürdige Dinge geschehen in der auf dem afrikanischen Kontinent liegenden spanischen Exklave Ceuta; wenige Wochen nachdem die Fünfte Kammer des Obersten Gerichtshofs am 8. Juli ein migrationsfreundliches Urteil gesprochen hat, dass diese Personen nicht an der Grenze abgewiesen werden dürfen, da sie keine Grenzbarriere, wie beispielsweise Zäune, überschreiten.

Wenige Tage nachdem die sozialistische Regierung Spaniens den Bewohnern der ehemaligen spanischen Kolonie Westsahara einen privilegierten Zugang zu spanischen Pässen und damit zu EU-Pässen in Aussicht stellten. Um Ceuta herum zogen die Sicherheitsbehörden Marokkos ihre Kräfte zurück  und die Sicherheitskräfte, die noch da waren zeigten potentiellen Grenzverletzern sogar den Weg zur spanischen Exklave, statt sie von dort fern zu halten.  Man bedenke:

Das Land erhält für Maßnahmen zur Eindämmung der Migration EU-Gelder in Millionenhöhe

Was man bei den folgenden Informationen im Hinterkopf behalten sollte ist: Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez ist zugleich November 2022 auch der Präsident der Sozialistischen Internationale. Sein Vor-Vorgänger war übrigens von 1999–2005 António Guterres, der aktuell UNO-Generalsekretär ist und als einer der zentralen Kämpfer gegen den Klimawandel gilt:

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Tatort Ceuta

Ceuta ist ein Ort an dem regelmäßig die Grenzanlagen der EU-Außengrenze  massenhaft überrannt wird. Zuletzt in der Nacht vom 30. Juli auf den 31. Juli,

Der spanische Ministerpräsident ist nett zu Migranten

Vor wenigen Wochen hat die sozialistische Regierung Spaniens angeboten, 500.000 Asylbewerbern mit Antragstellung vor dem 31. Dezember 2025 sowie Wirtschaftsmigranten mit einem nachgewiesenen Mindestaufenthalt von fünf Monaten nachweisen, bis Ende 2025 die Legalisierung ihres Aufenthaltsstatus in Aussicht zu stellen. Das ist immerhin eine Maßnahme, von der Honeckers Erben in Deutschland noch träumen. Doch:

1,2 Millionen Ausländer haben den Antrag gestellt, künftig regulär in Spanien leben zu dürfen. Außerdem können 2,5 Millionen im Ausland lebende Nachfahren von Spaniern mit der Einbürgerung rechnen.

In Spanien dürfen also, Dank der Sozialisten, Personen mit maximaler Milde rechnen, die illegal und ohne Pass eine Grenze überschreiten und mit maximaler Härte rechnen, wenn sie illegal aber mit Pass eine rote Ampel  überfahren.

Das neue Asylsystem greift:

Seit dem 12. Juni 2026 gelten in der EU die neuen Regeln des EU-Asylsystems (GEAS), Dies acht es für Staatenlenker attraktiv, massenhaft Ausländer über die Grenze zu lassen und dann den sterbenden Schwan zu spielen, wenn: wenn ein EU-Staat wegen hoher Zahlen an Grenzübertritten überlastet ist, dann müssen andere Mitgliedstaaten diesen Staat unterstützen, was wiederum an deren Bevölkerungsgröße und Wirtschaftskraft zu messen ist.

Wären also die 60.000 illegal Eingereisten in Ceuta geblieben und hätte der spanische Ministerpräsident deswegen GEAS aktiviert, dann wären die Ausländer wohl in der ganzen EU zu verteilen gewesen.

Nette Richter verbieten Pushbacks

2014 waren zwei Migranten (einer aus Mali, einer aus der Elfenbeinküste)  in Ceuta über den Grenzzaun geklettert und wurden sofort von der spanischen Guardia Civil zurück nach Marokko gebracht („Hot Pushback“ oder „caliente“). Hierzu entscheid der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) im Jahr 2020 in der Großen Kammer, dass diese spezifischen Pushbacks nicht gegen die EMRK verstießen, aber nur unter sehr spezifischen Umständen: Die Kläger hatten die Grenze „illegal und gewaltsam“ an einer Stelle überquert, an der offizielle Grenzübergänge bestanden hätten. Hieraus schließen Juristen, dass eine Grenzverletzung ohne Gewaltanwendung auch keine Grundlage für Pushbacks liefern dürfte.

Und der EuGH legte noch einen drauf:

Der EuGH betonte nun, dass Geflüchtete bei einem Pushback besonders schutzbedürftig sind. Wenn es für sie unmöglich ist, Beweise zur erbringen, wäre Frontex gewissermaßen immun. Was nicht sein könnte, denn auch gegenüber dem Handeln von Frontex müsse es wirksamen Rechtsschutz geben. Deshalb reiche für den Beweis, dass ein Pushback stattgefunden hat, ein sogenannter Anscheinsbeweis, bei dem nicht alle Details bewiesen werden müssen. Es muss nur widerspruchsfrei und glaubhaft vorgebracht werden, dass es einen Pushback gab.

Und an diesem Grundsatz orientieren sich nun auch spanische Richter:

Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens vom 16. Juni  diesen Jahres dürfen deswegen schwimmend ankommende Migranten nicht mehr ohne Einzelfallprüfung in ihr Herkunftsland zurückgewiesen werden. Der Grund: Man könne ihnen nicht vorwerfen, dass sie gewaltsam spanische Grenzanlagen überwunden hätten.

Entsprechend hatten zuvor bereits das Gericht von Ceuta und der Oberste Gerichtshof Andalusiens geurteilt. Diese Gesetzeslücke wird von interessierten Kreisen gezielt ausgenützt, So bestätigt der Korrespondent der ARD im Marokko, Stefan Ehler, es:

„wurde schon in früheren Jahren versucht, Ceuta schwimmend zu erreichen. Wie viele Menschen es diesmal versuchten, sei allerdings höchst ungewöhnlich.“ 

Und seit Donnerstag ist beobachtbar:

Die Migranten sind teils mit Schwimmringen oder Neoprenanzügen unterwegs.

Die spanische Presse fasst zusammen:

Um die aktuelle Situation zu lösen, forderten Vertreter der Beamten gestern eine Reform des Einwanderungsgesetzes, die die Zurückweisung von Personen, die schwimmend einreisen wollen – im Volksmund Pushbacks genannt –, an der Grenze ermöglichen soll. Der Oberste Gerichtshof hatte in einem kürzlich ergangenen Urteil erklärt, dass dies derzeit nicht zulässig sei. Laut den Beamten habe die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs „unermesslichen Schaden angerichtet, da Migranten ihre Angst vor der Überquerung verloren haben“, so der Sprecher der Polizei. „Menschenhändlerringe und Personen, die illegal nach Spanien einreisen wollen, nutzen eine Gesetzeslücke im spanischen Einwanderungsgesetz aus“, erklärte Jupol.

Die marokkanischen Behörden verweisen nun darauf, dass die Schleusermafia mit genau diesem Urteil die potentiellen Grenzverletzer aufstachelt:

In diesen Meldungen wurde behauptet, dass diejenigen, die Ceuta auf dem Seeweg erreicht hatten, aufgrund eines kürzlich ergangenen Urteils des Obersten Gerichtshofs nicht sofort zurückgeschickt werden könnten.

Und:

„Aus unseren Gesprächen mit den marokkanischen Behörden geht hervor, dass die Schleusermafia ein für sie vorteilhaftes Verständnis eines Urteils des Obersten Gerichtshofs verbreitet hat“

Der spanische Ministerpräsident verteilt gerne Spaniens Pässe

Spanien treibt aktuell außerdem einen neuen Gesetzentwurf voran, der etwa 70.000 muslimischen Sahrauis aus der ehemaligen spanischen und an Marokko angrenzenden Kolonie Westsahara und deren direkte Nachkommen den Zugang zur spanischen Staatsbürgerschaft erleichtern soll.

So hatte der Justizausschuss des spanischen Parlaments in der dritten Juli-Woche einen entsprechenden Entwurf gebilligt, der Personen betrifft, die während der spanischen Kolonialzeit in der Westsahara geboren wurden. Das Gesetz könnte nach der parlamentarischen Endabstimmung im Herbst in Kraft treten. Berichten von EL PAÍS English zufolge wurde der Text am Donnerstag, den 23. Juli 2026 im Justizausschuß angenommen.
Viele Sahrauis leben seit Jahrzehnten als Flüchtlinge in Lagern im Südwesten Algeriens, da die Westsahara zu großen Teilen von Marokko kontrolliert wird. Durch die Reform könnten auch in diesen Lagern oder im Exil lebende berechtigte Personen bzw. deren Nachkommen den Status beantragen.
Marokko kontrolliert de facto große Teile des Territoriums , während eine sahrauische Exilregierung in Tindouf (Algerien) operiert. Die Regierung Marokkos dürfte daher wenig erfreut von der Absicht Spaniens sein, den in den algerischen Lagern sitzenden Sahrauis  eine EU-Staatsbürgerschaft zukommen zu lassen, was ihnen die Möglichkeit erleichtern dürfte in ihre, von Marokko besetzte alte Heimat zurückzukehren.  

Die Entscheidung der spanischen Regierung, den Sahrauis die Staatsbürgerschaft zu verleihen, ist nur die jüngste in einer Reihe ähnlicher Initiativen der spanischen Sozialisten. Im Juni 2022 ermöglichte das sogenannte „Enkelgesetz “ Nachkommen von Spaniern, die während des Spanischen Bürgerkriegs und der Diktatur ins Exil gingen oder emigrierten, die spanische Staatsbürgerschaft zu beantragen.

Von alldem erfährt der Konsument der deutschen „Qualitätspresse“ natürlich nichts! Wir wissen natürlich auch nicht, ob diese Anmaßung der spanischen Sozialisten, die Regierung Marokkos dadurch zu verärgern EU-Pässe unter der Bevölkerung eines Gebiets zu verteilen, das Marokko besetzt hält, dazu geführt hat, dass Marokko die Migrationswaffe gegen Spanien eingesetzt hat. Was wir aber wissen ist, dass es zwischen diesen beiden Fakten eine große zeitliche Nähe gibt!

Der genaue Zeitpunkt

Den genauen Zeitpunkt des Einsatzes der Migrationswaffe bringen Reporter mit Machspielen innerhalb Marokkos in Verbindung, wo in ca. 2 Monaten Wahlen stattfinden. Demnach diente die Massenflucht dazu, das Vertrauen der Wähler in die aktuellen Machthaber zu erschüttern und wurde deswegen auf den Tag von dessen Thronjubiläum und den zugehörigen Feierlichkeiten gelegt:

Auch der Zeitpunkt der Massenflucht war kein Zufall. Mohammed VI. hielt am Mittwochabend seine Rede zum 27. Jahrestag seiner Thronbesteigung. Darin vermittelte der Monarch ein Bild von Stabilität und wirtschaftlichem Fortschritt. Stunden später versuchten Tausende Marokkaner, das Land in Richtung Ceuta zu verlassen. Der Kontrast zwischen der offiziellen Darstellung und den Bildern von der Grenze war erschütternd.

Die Szene gewann während der Thronfeierlichkeiten in Nordmarokko noch an symbolischer Bedeutung. Laut audiovisuellen Materialien, die von THE OBJECTIVE analysiert wurden , fanden die offiziellen Feierlichkeiten in der Nähe von M’diq (spanisch für Ecke) statt, während sich Gruppen von Menschen in Richtung Ceuta bewegten. Das Symbol für die Kontinuität und Stärke der Monarchie existierte somit neben dem Bild von Bürgern, die versuchten, das Land zu verlassen.

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Der Grenzdurchbruch

Innerhalb von fast 24 Stunden gelang es ab Donnerstag, den 30. Juli ca. 60.000 Personen die EU-Außengrenze zu überwinden. Doch wie war das möglich? Was haben die in Ceuta stationierten 3000 Soldaten gemacht, als die Exklave überrollt wurde?

Fünf Jahre nach der Migrationskrise von 2021 hat die Regierung die Einheiten des Generalkommandos von Ceuta (Comgeceu) der Armee unter der Führung von Generalmajor Luis Fernández Herrero erneut aktiviert , um die Sicherheit in der autonomen Stadt angesichts des massiven Zustroms von fast 50.000 Menschen aus Marokko innerhalb von nur 24 Stunden zu verstärken.

Wie die Armee erklärt, ist das Comgeceu

„für die unmittelbare militärische Verteidigung des spanischen Territoriums innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs sowie für die Zusammenarbeit mit den zivilen Behörden in Fällen von schwerwiegenden Gefahren, Katastrophen, Unglücksfällen oder anderen öffentlichen Bedürfnissen verantwortlich.“

Unter den Einheiten des Kommandos stechen folgende hervor:

Das 2. Terzio der Fremdenlegion „Herzog von Alba“ (Terleg 2) ist in der Kaserne Serrallo-Recarga südlich von Ceuta stationiert. Es ist der Nachfolger des 4. Fremdenlegionsbataillons, das am 1. Oktober 1921 aufgestellt wurde. Aktuell verfügt es über ein geschütztes Infanteriebataillon (Christus von Lepanto IV/2), das mit BMR-Schützenpanzern ausgerüstet ist. Das Terzio hat umfangreiche Auslandserfahrung in Afghanistan, Libanon, Somalia und Irak.

Die 54. Reguläre Gruppe (Greg 54) ist in der Kaserne González Tablas im Zentrum der autonomen Stadt stationiert. Die Einheit besteht aus einem Führungsstab und dem Tetuán I/54 Tabor (Bataillonsebene). Darüber hinaus gehören ihr Schützenkompanien, Manövereinheiten, das taktische Basiselement des Tabors, eine Führungs- und Unterstützungskompanie sowie eine Versorgungskompanie an. Die Gruppe führt die am höchsten dekorierte Fahne der spanischen Armee. Sie war bereits in Guatemala, Bosnien, Kosovo, Afghanistan, Irak und Libanon im Einsatz. (vgl. https://www.infodefensa.com/texto-diario/mostrar/5971615/radiografia-unidades-ejercito-tierra-ceuta-casi-2700-militares-regulares-legionarios-frente) 

Die sich in der Zuständigkeit Spaniens befindlichen Anlagen der EU-Außengrenze werden regelmäßig gestürmt.

Spanische Geheimdienste warnten: 60.000 Menschen „aus dem Nichts“ ?

Am heutigen 1.8. berichten spanische Quellen, dass die spanische Regierung Bescheid wusste:

Geheimdienstberichte warnten die Regierung in den Tagen vor dem marokkanischen Throntag vor einem möglichen Anstieg der Migrantenzahlen in den autonomen Städten Ceuta und Melilla. Laut verschiedenen militärischen und zivilen Geheimdienstquellen, die mit THE OBJECTIVE sprachen, ignorierte die Regierung diese Warnungen systematisch.

Schon Tage vor dem Massenzustrom, als Berichte über die ungewöhnliche Ankunft einer großen Anzahl von Bussen in der marokkanischen Stadt Castillejos, dem Grenzort zu Ceuta, die Tausende von Menschen anreisten, verzeichneten, wurde vor einem möglichen Massenübertritt nach Ceuta gewarnt.

Schätzungen von Polizei und Guardia Civil zufolge überquerten innerhalb von weniger als 24 Stunden 60.000 Menschen die Grenze zu Fuß oder schwimmend und lösten damit die größte Migrationskrise in der Geschichte der autonomen Stadt aus

Kurz darauf folgten zahlreiche Überfahrten aus Castillejos, bei denen die Migranten schwimmend das Meer überquerten, sowie die Ankunft zahlreicher Busse aus verschiedenen Teilen des Nachbarlandes . Innerhalb von zehn Tagen erreichten rund 1.000 Migranten die autonome Stadt über das Meer. Die Geheimdienste interpretierten diese Migrationsströme als Testlauf seitens Marokkos und warnten die Regierung erneut.

Die spanischen Behörden blieben untätig:

Militärische und zivile Geheimdienstquellen bedauern, dass die Regierung die Armee nicht von Anfang an an der Grenze mobilisiert hat, da in Ceuta und Melilla mehrere Garnisonen einsatzbereit waren. „Sie hätten ohne vorherige Besprechungen mobilisiert werden können, einfach gemäß der politischen Entscheidung und dem Befehl des Operationskommandos“, erklären sie… Trotz Warnungen des Militär- und Zivilgeheimdienstes in Form von Berichten aktivierte das Innenministerium erst am späten Donnerstag Verstärkung , als Quellen innerhalb des Ministeriums den Einsatz der Armee sowie zusätzlicher Beamter der Guardia Civil und der Nationalpolizei meldeten…

Auch Quellen innerhalb der Guardia Civil warnen, dass die Lage weitaus schlimmer sei als vor fünf Jahren. Und das nicht nur aufgrund der Zahlen. Die Krise von 2021, so erklären sie, sei plötzlich und isoliert gewesen. Was jedoch am vergangenen Donnerstag geschah, sei lediglich  der Höhepunkt eines Phänomens, vor dem die Guardia Civil schon seit Längerem warne . Der Strom der „Schwimmer“, wie dieses Migrationsphänomen genannt wird, ist in Ceuta konstant und erreichte in den letzten Tagen aufgrund eines  Urteils des Obersten Gerichtshofs,  das die summarische Abschiebung schwimmender Migranten untersagt, neue Höchststände. Der massive Zustrom von Migranten lässt sich nicht nur durch diese Gerichtsentscheidung erklären, sondern auch durch Marokkos „völlige Untätigkeit“ an der Landgrenze.

Von Anbeginn an geschehen merkwürdige Dinge

Am 1. August ist der Presse rückblickend zu entnehmen:

Nach Angaben spanischer Sicherheitskreise hatten sich die marokkanischen Grenzpolizisten kurz vor der Invasion von der Grenze zu Ceuta zurückgezogen… Mehrere Männer erzählten der „New York Times“, marokkanische Polizisten hätten sie nicht aufgehalten, sondern ihnen sogar den Weg Richtung Ceuta gezeigt. „Sie sagten immer nur: ‚Geht dort entlang, geht dort entlang’“, berichtete der 26-jährige Youssef Alaoui der Zeitung. Ein weiterer Migrant sagte, Beamte hätten ihn mit den Worten „Komm nach Spanien“ zum Grenzübertritt ermutigt“ 

die spanische Zeitung The Objective beschreibt diese Situation wie folgt:

Laut mehreren Beamten am Wellenbrecher von Tarajal überquerten Hunderte von Menschen vor 24 Stunden die Grenze nach Ceuta, und viele weitere warteten kurz darauf, dies ebenfalls zu tun. Die  marokkanische Gendarmerie schaute jedoch tatenlos zu. Dies  galt nicht nur für diesen Bereich, sondern auch für die nächstgelegene Straße zum Grenzübergang, wo weitere  Migranten die Zäune überkletterten und sich auf die Dächer verschiedener Gebäude drängten . Die Guardia Civil bestätigt zudem die Aussagen anderer Videos, die zeigen, wie marokkanische Polizisten den Verkehr regeln und Hunderten von jungen Menschen erlauben, aus Autos und Lastwagen auszusteigen und sich in Richtung Grenze zu begeben. 

Grenzbrecher bestätigen: die marokkanische Grenzpolizei ist unterstützend tätig:

Die marokkanische Grenzpolizei soll einigen Migranten auch ermöglichen, am Zaun entlang bis zum Strand zu laufen. Dadurch ist die Schwimmstrecke wesentlich kürzer…

Grenzbrecher „Ibrahim“ bestätigt auf Nachfrage ganz offen:

„Das ist richtig, das marokkanische Militär hat uns nicht aufgehalten. Auch das spanische Militär hat uns im übrigen nicht aufgehalten“ (Min. 2:11)

Auch die spanischen Sicherheitsbehörden bestätigen dies:

Nach Angaben spanischer Sicherheitskreise hatten sich die marokkanischen Grenzpolizisten kurz vor der Invasion von der Grenze zu Ceuta zurückgezogen. Erst am Abend griffen die marokkanischen Behörden mit Tränengas und Wasserwerfern ein und versuchten, den Ansturm zu stoppen.

Auf spanischer Seite waren die Sicherheitskräfte an diesem Donnerstag Nachmitttag, als der Ansturm begann, tatsächlich  ungewöhnlich stark ausgedünnt:

Die vor Ort eingesetzten Beamten der Guardia Civil sind mit der Situation völlig überfordert. Die Anzahl der diensthabenden Beamten während der Hochsaison im Sommer sei „drei- bis viermal geringer als nötig, um eine solche Situation zu bewältigen“, erklärt David Gómez , Kommunikationssekretär des Berufsverbands der Justizbeamten der Guardia Civil (Jucil) in Ceuta, der den „Mangel an Ressourcen und Personal“ persönlich miterlebt hat. Seinen Schätzungen zufolge sind etwa 40 Beamte der Guardia Civil und weitere 15 Beamte der Nationalpolizei an diesem Migrationsnotfall beteiligt. „Wir sind in jeder Hinsicht überfordert“, betont er. Er fügt hinzu, dass die Seefahrtsbehörde die Guardia Civil und die Nationalpolizei mit etwa 15 Schiffen unterstützt, die sich jedoch in einem schlechten Zustand befinden: „Einige weisen Lecks oder andere Schäden auf, die unsere Arbeit behindern.“

Quellen der nationalen Polizeigewerkschaft Jupol zufolge sind 42 Bereitschaftspolizisten (UIP) und 44 Beamte der Präventions- und Reaktionseinheiten (UPR) in Ceuta stationiert – allerdings stehen nicht alle gleichzeitig zur Verfügung. 

Die spanischen Sicherheitsbehörden haben die Bürger Ceutas im Stich gelassen

Doch nicht nur wirtschaftliche Sorgen treiben die Menschen in diesen Tagen um. Viele berichten vor allem von Angst. So wie Cristina (46). „Wir sind frustriert. Die Regierung hat uns mit all den illegalen Flüchtlingen im Stich gelassen“, sagt sie. „Von Sicherheitskräften war in unserer Nachbarschaft zwei Tage lang nichts zu sehen. Ich habe meine Kinder nicht draußen spielen lassen.“

Reporter berichten von Anbeginn an davon, dass Marokko in diesem Fall „Migration als Waffe“ benutzt habe:

Mit Flucht hat das gar nichts zu tun, es ist ein staatliches Werkzeug Marokkos die Leute nach Spanien zu schicken“ (vgl. Min. 1:30ff).

Und noch etwas fiel auf:

Der Großteil der Migranten sind minderjährige Männer… Zwar hat die Mehrheit der über 60.000 Flüchtlinge eine marokkanische Staatsbürgerschaft, es wurden aber auch Algerier festgestellt.“ 

und:

Was uns am meisten überrascht: wie jung die Migranten sind! Viele höchstens 15 oder 16.

Der spanische Ministerpräsident kündigte an, die Minderjährigen im Land behalten zu wollen:

„Präsident Pedro Sánchez appellierte am Freitag an die „Solidarität“ der autonomen Gemeinschaften, die fast 7.000 Minderjährigen zu verteilen , die zu den mehr als 50.000 illegalen Einwanderern gehören, die am Donnerstag nach Ceuta gekommen waren.“

und führt als Argument an, dass bei Minderjährigen andere Regeln gelten würden.

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Nicht die Regierung, ein unausgerufener Generalstreik der Bevölkerung und der Einsatz der Hungerwaffe trieb die Ausländer zurück nach Marokko

Am Vormittag des 1. August verbreitete das spanische Innenministerium, dass

Mehr als 48.000 Migranten wieder aus Ceuta nach Marokko zurückgekehrt

seien ,was Reporter vor Ort am Abend des selben Tags von nicht bestätigen, sondern ganz im Gegenteil:

Den BILD-Reportern vor Ort bietet sich ein anderes Bild. Die Situation in Ceuta bleibt chaotisch. Junge Männer ziehen durch die Stadt und verbreiten Angst und Chaos.

Und manche der Grenzverletzer erfüllten die Befürchtungen:

Vor Ort bewarfen sie Polizisten mit Steinen und plünderten Geschäfte.

und viele zeigten das altbekannte Verhalten:

Bewohner berichten, dass Migranten aufdringlich nach Zigaretten, Essen oder Strom für ihre Handys fragen.

Kein „Refugees Welcome“:

Die Bürger praktizieren eine Art Generalstreik:

Am Samstag, den 1.8. blieben deswegen viele Cafes, etc. einfach geschlossen:

Fischhändler José (58) klagt über massive wirtschaftliche Folgen des Ansturms: „Es ist eine finanzielle Katastrophe für uns Händler. Wir wurden von allen Seiten bedrängt und angebettelt, die Kundschaft blieb aus“, sagt er. Zwei Tage lang hätten viele Geschäfte schließen müssen.

Und:

Eine Cafébesitzerin erzählt: „Wir hatten seit zwei Tagen geschlossen. Unsere Mitarbeiter aus Marokko konnten nicht mehr kommen.“ Heute sei es ruhiger, berichtet sie – aber Ceuta braucht in ihren Augen mehr Polizei und Militär. „Das hier war eine Warnung: Wenn die wollen, können die jederzeit wieder hier einfallen.“

Die Bürger praktizieren eine Art Generalstreik und öffneten ihre Läden nicht;

Die Läden die öffneten, lehnten oft Marokkaner als Kunden ab:

Einige Migranten stehen vor den wenigen Läden Schlange, die darauf vorbereitet sind, sie zu bedienen. Die meisten wollen ihre Kundschaft nicht.

nicht einmal Bäckereien öffneten:

Straßenreiniger Miguel Ángel Campana beschreibt gegenüber AFP, wie sehr der Alltag inzwischen beeinträchtigt ist:  „Uns geht langsam das Brot aus. Heute gab es kein frisches Brot, weil die Bäckereien geschlossen waren.“

Die Sicherheitsorgane halten die Grenzverletzer wiederum von Supermärkten fern und setzten so auf die Hungerwaffe:

„Da gibt es für uns nichts zu tun. Alles ist geschlossen“, sagt die Frau mit einem Neoprenrucksack. Und ihr Freund erklärt, die Spanier in Ceuta hätten die Geschäfte absichtlich geschlossen. „Obwohl wir Geld haben“, sagt er, „damit wir nichts zu essen kaufen können, nicht mal Brot.“

Andere bildeten Bürgerwehren:

Die Hoffnung, dass vor Ort schon eine Fähre wartet, um das ersehnte Leben in Europa in Angriff nehmen zu können, löste sich schnell in Luft auf. Im Stadtzentrum von Ceuta bildeten sich der „New York Times“ zufolge kleine Schlägertrupps, die „lang lebe Spanien“ skandierten, während sie Migranten Richtung Marokko zurückscheuchten.

 

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