MÜNCHEN – US-Außenminister Rubio wiederholt auf seiner Rede die von JD Vance im Jahr zuvor bereits vorgetragenen Kernelente, nur netter im Ton.
.
.
US-Außenminister Marco Rubio sprach auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu den Anwesenden und legte dort die Botschaft der US-Regierung für die zukünftigen Zusammenarbeit mit Europa dar.
Im Kern wiederholte er hierbei die Position von Vizepräsident Vance von letztem Jahr, der sich in seiner angeblicher „Schock-Rede“ dafür entschuldigte, dass seine linken Vorgänger in der US-Regierung die aktuelle Politik in der EU mitzuverantworten hat, denn der „European Green Deal“ ist nichts Anderes, als der „Green Deal“ der USA unter Biden, der jedoch im US-Parlament dann gescheitert ist. Nebenbei bemerkt haben nicht einmal die linken US-Democrats diesem zugestimmt, sondern sich enthalten. Nur Ursula von der Leyen hat dies dann in der EU umgesetzt.
Vance hatte die EU-Staatenlenker mit den Worten „there is a new Sherif in town“ zur Gefolgschaft für den neuen Kurs der US-Regierung aufgerufen und diejenigen zu „inneren Feinden“ erklärt, die diese neuen Grundlagen nicht akzeptieren würden. Ein Jahr bestätigt US-Außenminister Rubio, also derjenige, der diese Vorgaben aus letztem Jahr umzusetzen hat, zwar konzilianter im Ton aber gleichbleibend in der Sache die von JD Vance im Jahr davor getätigten Äußerungen.
Die Kernbotschaft lautet weiterhin: Unser Angebot zur weiteren engen Partnerschaft mit Europa gilt nur, wenn ihr zu den gemeinsamen Grundlagen zurückkehrt, also
- Beendigung des gescheiterten Multilateralismus.
- Beendigung der wirkungslosen Klimamaßnahmen
- Beendigung der unkontrollierten Migration.
Würden diese Eckpunkte nicht beachtet, drohe Europa eine „zivilisatorische Auslöschung“, was wiederum die USA schwächen würde.
.
Die Rede Rubios im Wortlaut
(Hervorhebungen und Gliederung durch uns)
Wir waren Teil einer historischen Allianz – einer Allianz, die die Welt rettete und veränderte. Wissen Sie, als diese Konferenz 1963 begann, fand sie in einem Land, ja auf einem Kontinent statt, der zutiefst gespalten war. Die Trennlinie zwischen Kommunismus und Freiheit verlief mitten durch Deutschland. Die ersten Stacheldrahtzäune der Berliner Mauer waren erst zwei Jahre zuvor errichtet worden. Und nur wenige Monate vor dieser ersten Konferenz, bevor unsere Vorgänger hier in München zusammentraten, hatte die Kubakrise die Welt an den Rand der nuklearen Vernichtung gebracht.
Während der Zweite Weltkrieg noch in der Erinnerung von Amerikanern und Europäern gleichermaßen präsent war, sahen wir uns dem Abgrund einer neuen globalen Katastrophe gegenüber – einer Katastrophe mit dem Potenzial für eine neue Art der Zerstörung, apokalyptischer und endgültiger als alles zuvor in der Geschichte der Menschheit.
Zum Zeitpunkt dieses ersten Treffens war der sowjetische Kommunismus auf dem Vormarsch. Jahrtausende westlicher Zivilisation standen auf dem Spiel. Zu jener Zeit war der Sieg alles andere als sicher. Doch uns trieb ein gemeinsames Ziel an. Wir waren nicht nur durch unseren Gegner geeint, sondern auch durch das, wofür wir kämpften. Und gemeinsam siegten Europa und Amerika. Ein Kontinent wurde wiederaufgebaut. Unser Volk erblühte. Ost und West wurden wiedervereint. Eine Zivilisation wurde erneut geheilt. Die berüchtigte Mauer, die diese Nation in zwei Teile gespalten hatte, fiel, und mit ihr ein böses Imperium. Ost und West wurden wieder eins.
Im friedensbesoffenen Wahn
Doch die Euphorie dieses Triumphs führte uns zu einer gefährlichen Illusion: Wir glaubten, das Ende der Geschichte erreicht zu haben, dass nun jede Nation eine liberale Demokratie sein würde. Dass die durch Handel und Kommerz allein geknüpften Bindungen nun die Nationalität ersetzen würden, dass die regelbasierte Weltordnung – ein überstrapazierter Begriff – nun das nationale Interesse ersetzen würde und dass wir nun in einer Welt ohne Grenzen leben würden, in der jeder zum Weltbürger würde – das war eine törichte Idee, die sowohl die menschliche Natur als auch die Lehren aus über 5000 Jahren aufgezeichneter Menschheitsgeschichte ignorierte. Und sie hat uns teuer zu stehen gekommen.
In diesem Wahn verfielen wir einer dogmatischen Vision von freiem und ungehindertem Handel. Während einige Nationen ihre Wirtschaft schützten und ihre Kunden subventionierten, um unsere Unternehmen systematisch zu unterbieten, führte die Schließung unserer Werke zur Deindustrialisierung großer Teile unserer Gesellschaften, zur Verlagerung von Millionen von Arbeitsplätzen der Arbeiter- und Mittelschicht ins Ausland und zur Übergabe der Kontrolle über unsere kritischen Lieferketten an Gegner und Rivalen.
Wir delegierten zunehmend unsere Souveränität an internationale Institutionen.
.
In diesem Wahn wurden viele Fehler gemacht
Während viele Nationen in massive Wohlfahrtsstaaten investierten – auf Kosten ihrer Verteidigungsfähigkeit –, nutzten dies andere Länder um den rasantesten militärischen Aufrüstungsprozess in der gesamten Menschheitsgeschichte durchführten. Diese zögerten auch nicht, militärische Gewalt zur Verfolgung ihrer eigenen Interessen einzusetzen.
Der Fehler dem Klimakult zu huldigen
Zeitgleich haben haben wir uns, um einen Klimakult zu beschwichtigen, Energiepolitiken auferlegt, die unser Volk verarmen lassen. Gleichzeitig beuten unsere Konkurrenten Öl, Kohle, Erdgas und alles andere nicht nur aus, um ihre Wirtschaft anzutreiben, sondern auch, um sie als Druckmittel gegen unsere eigene einzusetzen.
Der Fehler in der Migrationspolitik
Und im Streben nach einer Welt ohne Grenzen öffneten wir unsere Türen für eine beispiellose Welle von Massenmigration, die den Zusammenhalt unserer Gesellschaften, die Kontinuität unserer Kultur und die Zukunft unseres Volkes bedroht.
Die USA geben zu, diesen Fehler auch begangen zu haben
Wir haben diese Fehler gemeinsam begangen. Und nun sind wir es unserem Volk schuldig, diesen Tatsachen ins Auge zu sehen und voranzuschreiten, um wiederaufzubauen.
Unter Präsident Trump werden die Vereinigten Staaten von Amerika erneut die Aufgabe der Erneuerung und des Wiederaufbaus in Angriff nehmen, angetrieben von der Vision einer Zukunft, die so stolz, souverän und so vital ist wie die Vergangenheit unserer Zivilisation.
Wiederaufbau mit- oder auch ohne Europa
Und obwohl wir notfalls auch allein dazu bereit wären, ist es unser Wunsch und unsere Hoffnung, dies gemeinsam mit Ihnen, unseren Freunden hier in Europa, zu tun.
Denn die Vereinigten Staaten und Europa gehören zusammen. Amerika wurde vor 250 Jahren gegründet, doch seine Wurzeln reichen weit zurück auf diesen Kontinent. Die Männer, die sich hier ansiedelten und die Nation meiner Geburt aufbauten, kamen an unsere Küsten und trugen die Erinnerungen, die Traditionen und den christlichen Glauben ihrer Vorfahren als heiliges Erbe mit sich, als unzerbrechliches Band zwischen der alten und der neuen Welt.
Wir sind Teil einer einzigen Zivilisation, der westlichen Zivilisation. Uns verbindet die tiefsten Bande, die Nationen teilen können. Geprägt von Jahrhunderten gemeinsamer Geschichte, christlichem Glauben, kulturellem Erbe, Sprache, Abstammung und den Opfern unserer Vorfahren für die gemeinsame Zivilisation, deren Erbe wir angetreten haben.
Deshalb wirken wir Amerikaner in unseren Beratungen manchmal etwas direkt und dringlich. Deshalb fordert Präsident Trump Ernsthaftigkeit und Gegenseitigkeit von unseren Freunden hier in Europa. Der Grund dafür, meine Freunde, ist, dass es uns sehr am Herzen liegt.
Europa muss überleben, wenn die USA überleben wollen
Der Grund dafür, meine Freunde, ist, dass uns Ihre und unsere Zukunft sehr am Herzen liegt. Und wenn wir manchmal unterschiedlicher Meinung sind, so entspringen diese Meinungsverschiedenheiten unserer tiefen Sorge um ein Europa, mit dem wir nicht nur wirtschaftlich und militärisch, sondern auch spirituell und kulturell verbunden sind. Wir wollen, dass Europa stark ist. Wir glauben, dass Europa überleben muss, denn die beiden großen Kriege des letzten Jahrhunderts erinnern uns als ständige Mahnung der Geschichte daran, dass unser Schicksal letztlich mit Ihrem verwoben ist und es immer sein wird. Denn wir wissen, dass das Schicksal Europas niemals für unser eigenes irrelevant sein wird.
Es geht um den Kern
Nationale Sicherheit, um die es in dieser Konferenz hauptsächlich geht, ist nicht bloß eine Reihe technischer Fragen. Wie viel wir für Verteidigung ausgeben oder wo und wie wir sie einsetzen – das sind wichtige Fragen. Sie sind wichtig, aber nicht die grundlegende. Die grundlegende Frage, die wir von Anfang an beantworten müssen, lautet: Was genau verteidigen wir? Denn Armeen kämpfen nicht für Abstraktionen. Armeen kämpfen für ein Volk. Armeen kämpfen für eine Nation. Armeen kämpfen für eine Lebensweise.
Und genau das verteidigen wir: eine große Zivilisation, die allen Grund hat, stolz auf ihre Geschichte zu sein, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken und stets Herr ihres eigenen wirtschaftlichen und politischen Schicksals zu sein.
- Hier in Europa wurden die Ideen geboren, die den Samen der Freiheit säten und die Welt veränderten.
- Hier in Europa brachte die Welt die Rechtsstaatlichkeit, die Universitäten und die wissenschaftliche Revolution hervor.
- Dieser Kontinent brachte Genies wie Mozart und Beethoven, Dante und Shakespeare, Michelangelo und Leonardo da Vinci, die Beatles und die Rolling Stones hervor.
- Und hier entstanden die gewölbten Decken der Sixttinischen Kapelle und die hoch aufragenden Türme des Kölner Doms.
Sie zeugen nicht nur von der Größe unserer Vergangenheit oder von einem Glauben an Gott, der diese Wunder inspirierte. Sie deuten auch auf die Wunder hin, die uns in unserer Zukunft erwarten. Doch nur wenn wir uns unserer Herkunft nicht entschuldigen und stolz auf dieses gemeinsame Erbe sind, können wir gemeinsam damit beginnen, unsere wirtschaftliche und politische Zukunft zu gestalten.
Der Fehler der Deindustrialisierung
Die Deindustrialisierung war nicht unvermeidlich. Sie war eine bewusste politische Entscheidung – ein jahrzehntelanges wirtschaftliches Unterfangen, das unsere Nationen ihres Reichtums, ihrer Produktionskapazität und ihrer Unabhängigkeit beraubte.
Und der Verlust unserer Lieferkettensouveränität war nicht die Folge eines prosperierenden und gesunden globalen Handelssystems. Er war töricht. Es war eine törichte, aber freiwillige Umgestaltung unserer Wirtschaft, die uns von anderen abhängig und gefährlich anfällig für Krisen machte.
Der Fehler der Massenmigration
Massenmigration ist keine Randerscheinung von geringer Bedeutung. Es war und ist eine Krise, die Gesellschaften im gesamten Westen verändert und destabilisiert.
.
Eine Lösung gemeinsam mit den USA
Gemeinsam können wir unsere Volkswirtschaften reindustrialisieren und unsere Fähigkeit zur Verteidigung unserer Bevölkerung wiederaufbauen.
Doch die Arbeit dieses neuen Bündnisses sollte sich nicht allein auf militärische Zusammenarbeit und die Wiederbelebung der Industrien der Vergangenheit konzentrieren. Sie sollte sich auch darauf konzentrieren, gemeinsam unsere gemeinsamen Interessen voranzutreiben und neue Wege zu beschreiten, unseren Erfindungsreichtum, unsere Kreativität und unseren dynamischen Geist zu entfesseln, um ein neues westliches Jahrhundert zu gestalten:
- Kommerzielle Raumfahrt und modernste
- künstliche Intelligenz,
- industrielle Automatisierung und
- flexible Fertigung, die
- Schaffung einer westlichen Lieferkette für kritische Mineralien, die nicht der Erpressung durch andere Mächte ausgesetzt ist, und
- ein gemeinsames Bemühen, um Marktanteile in den Volkswirtschaften des globalen Südens zu gewinnen.
Gemeinsam können wir nicht nur die Kontrolle über unsere eigenen Industrien und Lieferketten zurückgewinnen. Wir können in den Bereichen prosperieren, die das 21. Jahrhundert prägen werden.
Ende der Massenmigration
Aber wir müssen auch die Kontrolle über unsere nationalen Grenzen erlangen und kontrollieren, wer und wie viele Menschen in unsere Länder einreisen dürfen. Dies ist kein Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit. Es ist kein Hass. Es ist ein fundamentaler Akt nationaler Souveränität, und ein Versäumnis in diesem Bereich ist nicht nur eine Vernachlässigung einer unserer grundlegendsten Pflichten gegenüber unserem Volk.
Es ist eine akute Bedrohung für das Gefüge unserer Gesellschaften und das Überleben unserer Zivilisation selbst.
Eine Neujustierung der Souveränität der Nationen mit den Supranationalen Organisationen
Und schließlich können wir die sogenannte globale Ordnung nicht länger über die vitalen Interessen unserer Völker und Nationen stellen. Wir müssen das von uns geschaffene System der internationalen Zusammenarbeit nicht aufgeben. Und wir müssen die globalen Institutionen der alten Ordnung, die wir gemeinsam aufgebaut haben, nicht zerschlagen. Aber diese müssen reformiert werden. Diese müssen neu aufgebaut werden.
Die Vereinten Nationen beispielsweise haben nach wie vor ein enormes Potenzial, ein Instrument des Guten in der Welt zu sein. Aber wir können nicht ignorieren, dass sie heute bei den drängendsten Fragen, die uns beschäftigen, keine Antworten haben und praktisch keine Rolle gespielt haben.
- Sie konnten den Krieg in Gaza nicht lösen. Stattdessen war es die amerikanische Führung, die Gefangene aus den Händen von Barbaren befreite und einen brüchigen Waffenstillstand herbeiführte.
- Sie haben den Krieg in der Ukraine nicht gelöst. Es bedurfte der amerikanischen Führung in Partnerschaft mit vielen der heute hier anwesenden Länder, um die beiden Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen und einen noch immer unerreichbaren Frieden zu finden.
- Die USA waren machtlos, das Atomprogramm radikaler schiitischer Geistlicher in Thran einzudämmen, das den präzisen Abwurf von 14 Bomben durch amerikanische B2-Bomber erforderte.
- Auch die Bedrohung unserer Sicherheit durch einen narotischen Terroristen und Diktator in Venezuela konnte nicht abgewendet werden. Stattdessen waren amerikanische Spezialeinheiten nötig, um diesen Flüchtigen vor Gericht zu bringen.
In einer idealen Welt wären all diese und weitere Probleme durch Diplomatie und entschiedene Resolutionen gelöst worden. Doch wir leben nicht in einer idealen Welt. Und wir können nicht länger zulassen, dass diejenigen, die unsere Bürger unverhohlen bedrohen und unsere globale Stabilität gefährden, sich hinter abstrakten Begriffen des Völkerrechts verstecken, die sie selbst regelmäßig verletzen.
Dies ist der Weg, den Präsident Trump und die Vereinigten Staaten eingeschlagen haben. Dies ist der Weg, auf dem wir Sie hier in Europa bitten, sich uns anzuschließen. Es ist ein Weg, den wir schon einmal gemeinsam gegangen sind und hoffentlich wieder gehen werden.
Fünf Jahrhunderte lang, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, expandierte der Westen. Missionare, Pilger, Soldaten und Entdecker strömten von seinen Küsten hinaus, um Ozeane zu überqueren, neue Kontinente zu besiedeln und riesige Reiche zu errichten, die sich über den ganzen Globus erstreckten.
1945 als Wendepunkt der Expansion Europas
Doch 1945, zum ersten Mal seit Kolumbus, schrumpfte er. Europa lag in Trümmern. Die Hälfte lebte hinter einem Eisernen Vorhang, und der Rest schien bald folgen zu werden. Die großen westlichen Imperien befanden sich in einem unaufhaltsamen Niedergang, beschleunigt durch gottlose, kommunistische Revolutionen und antikoloniale Aufstände, die die Welt verändern und in den kommenden Jahren Hammer und Sichel über weite Teile der Landkarte legen sollten.
Vor diesem Hintergrund glaubten damals wie heute viele, das Zeitalter der westlichen Vorherrschaft sei vorbei und unsere Zukunft nur noch ein schwaches Echo unserer Vergangenheit.
Doch unsere Vorgänger erkannten gemeinsam, dass der Niedergang eine Entscheidung war, und diese Entscheidung weigerten sie sich zu treffen.
Das haben wir schon einmal gemeinsam geschafft, und das wollen Präsident Trump und die Vereinigten Staaten jetzt gemeinsam mit Ihnen erneut schaffen.
Deshalb wollen wir keine schwachen Verbündeten, denn das schwächt uns.
- Wir wollen Verbündete, die sich selbst verteidigen können, damit kein Gegner jemals in Versuchung gerät, unsere kollektive Stärke auf die Probe zu stellen.
- Deshalb wollen wir nicht, dass unsere Verbündeten von Schuld und Scham gefesselt sind. Wir wollen Verbündete, die stolz auf ihre Kultur und ihr Erbe sind, die verstehen, dass wir Erben derselben großen und edlen Zivilisation sind und die gemeinsam mit uns bereit und fähig sind, sie zu verteidigen.
- Und deshalb wollen wir nicht, dass Verbündete den kaputten Status quo rationalisieren, anstatt sich mit dem auseinanderzusetzen, was ist und was nötig ist, um ihn zu reparieren.
Das Ziel der US-Politik
Denn wir in Amerika haben kein Interesse daran, höfliche und geordnete Verwalter des kontrollierten Niedergangs des Westens zu sein.
- Wir wollen uns nicht scheiden, sondern eine alte Freundschaft wiederbeleben und die größte Zivilisation der Menschheitsgeschichte erneuern.
- Was wir wollen, ist ein wiederbelebtes Bündnis, das erkennt, dass das, was unsere Gesellschaften geplagt hat, nicht nur eine Reihe schlechter politischer Maßnahmen ist, sondern ein Unbehagen der Hoffnungslosigkeit und Selbstzufriedenheit.
Das Bündnis, das wir wollen, ist eines, das nicht durch Angst zu unüberlegten Handlungen gelähmt ist.
- Angst vor dem Klimawandel,
- Angst vor dem Krieg,
- Angst vor der Technologie –
stattdessen wollen wir ein Bündnis, das mutig in die Zukunft eilt. Unsere einzige Angst ist die Angst vor der Scham, unseren Kindern keine stolzeren, stärkeren und wohlhabenderen Nationen zu hinterlassen. Ein Bündnis, das bereit ist, unser Volk zu verteidigen, unsere Interessen zu wahren und die Handlungsfreiheit zu bewahren, die es uns ermöglicht, unser eigenes Schicksal zu gestalten –
- kein Bündnis, das einen globalen Wohlfahrtsstaat betreibt und die vermeintlichen Sünden vergangener Generationen sühnt.
- Ein Bündnis, das seine Macht nicht auslagern, einschränken oder Systemen unterordnen lässt, die außerhalb seiner Kontrolle liegen.
- Ein Bündnis, das für die grundlegenden Bedürfnisse seines nationalen Lebens nicht von anderen abhängig ist.
- Und eine, die nicht die höfliche Behauptung aufrechterhält, unsere Lebensweise sei nur eine von vielen und die vor jedem Handeln um Erlaubnis fragt.
- Und vor allem ein Bündnis, das auf der Erkenntnis beruht, dass wir, der Westen, gemeinsam etwas Einzigartiges, Unverwechselbares und Unersetzliches geerbt haben.
Denn dies ist schließlich das Fundament des transatlantischen Bandes. Wenn wir auf diese Weise zusammenarbeiten, werden wir nicht nur zu einer vernünftigen Außenpolitik beitragen, sondern uns auch ein klareres Selbstverständnis zurückgeben.
Wir werden unseren Platz in der Welt und in der Gesellschaft wiederfinden und so die Kräfte der zivilisatorischen Auslöschung zurückweisen und abschrecken, die heute sowohl Amerika als auch Europa bedrohen.
Kein Ende der transatlantischen Allianz
In einer Zeit, in der Schlagzeilen das Ende der transatlantischen Ära verkünden, sei klargestellt, dass dies weder unser Ziel noch unser Wunsch ist. Denn für uns Amerikaner mag unsere Heimat in der westlichen Hemisphäre liegen, aber wir werden immer ein Kind Europas bleiben.
- Unsere Geschichte begann mit einem italienischen Entdecker, dessen Abenteuer ins große Unbekannte, um eine neue Welt zu entdecken, das Christentum nach Amerika brachte und zur Legende wurde, die die Vorstellungskraft unserer Pioniernation prägte. Unsere ersten Kolonien wurden von englischen Siedlern gegründet, denen wir nicht nur unsere Sprache, sondern unser gesamtes politisches und Rechtssystem verdanken.
- Unsere Grenzen wurden von den schottisch-irischen Einwanderern geprägt, jenem stolzen und kernigen Clan aus den Hügeln von Olter, der uns Davy Crockett, Mark Twain, Teddy Roosevelt und Neil Armstrong schenkte.
- Unser großes Herzland im Mittleren Westen wurde von deutschen Bauern und Handwerkern aufgebaut, die leere Ebenen in ein globales Agrarzentrum verwandelten und ganz nebenbei die Qualität des amerikanischen Bieres dramatisch verbesserten.
- Unsere Expansion ins Landesinnere folgte den Spuren französischer Pelzhändler und Entdecker, deren Namen übrigens noch heute die Straßenschilder und Ortsnamen im gesamten Mississippi-Tal zieren.
- Unsere Pferde, unsere Ranches, unsere Rodeos, die ganze Romantik des Cowboy-Archetyps, der zum Synonym für den amerikanischen Westen wurde – all dies hat seinen Ursprung in Spanien.
- Und unsere größte und bekannteste Stadt hieß Neu-Amsterdam, bevor sie New York hieß.
Und Sie wissen ja, dass Lorenzo und Catalina Geraldi im Gründungsjahr meines Landes in Casablanca im Königreich Piemont auf Sardinien lebten. José und Manuel Arena lebten in Sevilla, Spanien. Ich weiß nicht, ob und was sie über die 13 Kolonien wussten, die ihre Unabhängigkeit vom britischen Empire erlangt hatten. Aber eines ist sicher: Sie hätten sich niemals vorstellen können, dass 250 Jahre später einer ihrer direkten Nachkommen heute als Chefdiplomat dieser jungen Nation auf diesem Kontinent stehen würde. Und doch erinnert mich meine eigene Geschichte daran, dass unsere Geschichte und unser Schicksal für immer miteinander verbunden sein werden.
Gemeinsam bauten wir nach zwei verheerenden Weltkriegen einen zerstörten Kontinent wieder auf. Als wir uns erneut durch den Eisernen Vorhang geteilt sahen, verbündete sich der freie Westen mit den mutigen Dissidenten im Osten, die gegen die Tyrannei kämpften, um den sowjetischen Kommunismus zu besiegen.
Wir haben gegeneinander gekämpft, uns dann versöhnt, wieder gekämpft und uns erneut versöhnt. Wir haben Seite an Seite geblutet und sind gestorben, auf Schlachtfeldern von Chemin und Capyong bis Kandahar.
Gemeinsamer Wiederaufstieg
Und ich bin heute hier, um klarzustellen, dass Amerika den Weg für ein neues Jahrhundert des Wohlstands ebnet. Und dass wir dies erneut gemeinsam mit Ihnen, unseren geschätzten Verbündeten und ältesten Freunden, tun wollen.
Wir wollen es gemeinsam mit Ihnen tun.
- Mit einem Europa, das stolz auf sein Erbe und seine Geschichte ist.
- Mit einem Europa, das den Geist der Schöpfung und der Freiheit in sich trägt, das Schiffe in unerforschte Meere entsandte und unsere Zivilisation hervorbrachte.
- Mit einem Europa, das die Mittel hat, sich zu verteidigen und den Willen zum Überleben besitzt, sollten wir stolz auf das sein, was wir gemeinsam im letzten Jahrhundert erreicht haben.
Doch nun müssen wir uns den Chancen eines neuen Jahrhunderts stellen und sie ergreifen. Denn die Vergangenheit ist vorbei. Die Zukunft ist unausweichlich, und unser gemeinsames Schicksal erwartet uns.
Vielen Dank.
.


