Heute tritt die angeblich „freiwillige“ EU-weite Digitale Identität rechtlich in Kraft und Griechenland setzt dieses Konzept bereits als eine Art Sozialkreditsystem beim Zugang zu Sportstätten ein

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ATHEN / PARIS – Bereits zum Zeitpunkt der Einführung der angeblich „freiwiligen“ EU-Wallet schweigt die EU-Kommission, wenn Griechenland und Paris den Zutritt zu großen Sportveranstaltungen nur noch mit einem digitalen Zertifikat erlauben.

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Unter der Überschrift

„Wie digitale ID Bürgern helfen kann, staatliche Dienste von überall in Anspruch zu nehmen,“ 

schrieb die für das Digital Identity Services Portfolio des Rüstungskonzerns Thales zuständige Kristel Teyras am 27.7.2021:

„Sogenannte digitale Impfpässe werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, den Bürgern zu ermöglichen, alle möglichen Dienste in Anspruch zu nehmen, und werden als Wegbereiter für das Ausrollen mobiler digitaler Identitätsnachweise fungieren.“

Die selbe Kristel Teyras ist nun dafür zuständig, die digitale Wallet der EU-Kommission nach außen zu kommunizieren, die der französische Rüstungskonzern Thales für die EU erstellt. Diese „Wallet“ entspricht wiederum ziemlich genau dem, was das umstrittene World Economic Forum erreichen möchte! In einem Bericht über digitale IDs aus dem Jahr 2018 gab das WEF zu, dass überprüfbare digitale Identitäten zwar

„neue Märkte und Geschäftszweige“

für Unternehmen schaffen, insbesondere für solche in der Technologiebranche, die dabei helfen, die ID-Systeme zu betreiben, während sie zweifellos die Daten für Einzelpersonen benötigen.

„Sie ermöglichen (oder verschließen) die digitale Welt mit ihren Arbeitsplätzen, politischen Aktivitäten, Bildung, Finanzdienstleistungen, Gesundheitsversorgung und mehr.“

Wie die folgende Infografik des Weltwirtschaftsforums zeigt, könnte ein vollwertiges digitales Identitätssystem, wie es derzeit konzipiert wird, letztendlich fast jeden Aspekt unseres Lebens berühren, von unserer Gesundheit (einschließlich der Impfstoffe, die wir erhalten sollen) bis hin zu unserem Geld (insbesondere nach der Einführung digitaler Währungen der Zentralbanken) auf unsere Geschäftsaktivitäten, unsere private und öffentliche Kommunikation, die Informationen, auf die wir zugreifen können, unsere Geschäfte mit der Regierung, die Lebensmittel, die wir essen, und die Waren, die wir kaufen. Es könnte Regierungen und den Unternehmen, mit denen sie zusammenarbeiten, auch beispiellose Überwachungs- und Kontrollbefugnisse bieten.

Die EU-Kommission hat wiederholt erklärt, dass EU-Bürgern keine Diskriminierung oder Ausgrenzung droht, wenn sie ihr neues digitales Identitäts-Wallet nicht nutzen. Allerdings hat die griechische Regierung gerade ihre Absicht signalisiert, genau das zu tun und die Regierung Frankreich praktiziert zu Olympia Ähnliches!.

Immer mehr Menschenrechtsorganisationen äußern aufgrund der weltweiten Eile von Regierungen und ihren Partnern im Privatsektor, digitale Identitätssysteme einzuführen, Bedenken!

Im Juni 2022, also bereits vor zwei Jahren, veröffentlichte beispielsweise das Center for Human Rights and Global Justice, ein „Zentrum für Menschenrechtsstudien“ an der School of Law der New York University (NYU), einen 100-seitigen Bericht, der unter dem Titel

Paving a Digital Road to Hell?

vor den wachsenden Gefahren warnte, die von digitalen Identitätsprogrammen ausgehen.

In diesem Bericht wurde die Rolle der Weltbank und anderer internationaler Netzwerke bei der Förderung der Nutzung digitaler IDs in den letzten Jahren untersucht.

„Anstatt eine Geburtsurkunde auszustellen, werden diese neuen Systeme dazu beitragen, eine „digitale öffentliche Infrastruktur“ als Teil eines „digitalen Stapels“ zu schaffen, um „papierlose, bargeldlose, ferngesteuerte und datengestützte Transaktionen zu ermöglichen“ …

Dieser wirtschaftliche Ansatz zur Identität kann zu neuen Formen des Zwanges und der Ausbeutung armer Bevölkerungsgruppen und ihrer Daten durch den öffentlichen und privaten Sektor führen – wie Kritiker des Aadhaar- Systems betont haben …

Unterdessen nehmen Regierungen im globalen Süden hohe Schulden auf und geben Millionen an öffentlichen Geldern für Verträge mit privaten Anbietern aus, um biometrische Systeme zu bauen, die nur allzu leicht zu Systemen der Ausgrenzung, Überwachung und Unterdrückung werden können. Die [Welt-]Bank legt großen Wert darauf, zu erklären, dass biometrische Daten nicht erforderlich sind. Durch die Hervorhebung ihrer Vorteile in der gesamten Dokumentation hat die ID4D-Initiative jedoch dazu beigetragen, den umfassenden Einsatz biometrischer Daten in digitalen ID-Systemen zu normalisieren.

In diesem Bericht wird die Weltbank und ihre Initiative

„Identity for Development“ (ID4D)

als Negativbeispiel hervorgehoben und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass das Programm mit einer

„katalytischen Investition“

also einer Anschubfinanzierung der

  • Bill & Melinda Gates Foundation, des
  • Omidyar Network sowie von Regierungen wie
  • Großbritannien und
  • Frankreich…

gestartet wurde.

„Wir haben festgestellt, dass die Weltbank und ihre ID4D-Initiative bei der Verfolgung der digitalen ID-Agenda nicht allein stehen. Sie existieren innerhalb eines weltweiten Netzwerks von Organisationen und Einzelpersonen“, darunter philanthropische Stiftungen, Finanzinstitute und „private Biometrieunternehmen wie Idemia, Thales und Gemalto“.

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Sie beginnen das System der Digitalen Identitäten weltweit einzuführen

Die EU ist nicht die erste Regierung, die ein digitales Identitätsprogramm unter der Prämisse gestartet hat, dass es auf „rein freiwilliger Basis“ funktionieren wird.

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Der aktuelle Stand des Einführens einer Digitalen Identität in Indien

Indien ist eines der Zentren der Welt, wenn es um Digitalisierung geht. Festhaltenswert ist auch, daß der aktuelle britische Premierminister mit der Tochter eines Unternehmers verheiratet ist, dessen Unternehmen zu den führenden IT-Konzernen der Welt gehört und das auf Bankensoftware und „Digitales Geld“ spezialisiert ist.

Völlig unbeachtet von der Öffentlichkeit in Deutschland wurde in Indien zuletzt das „Aadhaar-System“ auf den Weg gebracht. Bei dem Aadhaar-System handelt es sich um das weltweit größte biometrische digitale ID-System.

Eingeführt als freiwillige Möglichkeit zur Verbesserung der Bereitstellung von Sozialdienstleistungen

Interessant ist, wie dieses „Aadhaar-System“ eingeführt wurde: Ursprünglich wurde es nämlich als freiwillige Möglichkeit zur Verbesserung der Bereitstellung von Sozialdiensten beworben. Die aktuell regierende Modi-Regierung weitete aber ihren Anwendungsbereich schnell aus, indem sie das System für Sozialprogramme und staatliche Leistungen verbindlich machte.

Dann Ausweitung auf den privaten Sektor

Doch dann war noch immer nicht Schluss! Inzwischen ist Aadhaar ist auch für den Zugriff auf eine Fülle von Dienstleistungen des privaten Sektors praktisch unumgänglich geworden. Dazu gehören

  • Krankenakten,
  • Bankkonten und
  • Rentenzahlungen,

nahezu notwendig geworden. Weitere Felder, bei denen die Modi-Regierung Aadhaar positioniert hat, staatliche Dienstleistungen zu erleichtern, umfassen die

  • Einkommensteuererklärung, die
  • Registrierung mobiler SIM-Karten, die
  • Know-Your-Customer-Überprüfung (KYC) für Investmentfondsinvestitionen und die
  • Beantragung „digitaler Lebenszertifikate“.

Zukünftig auch zur „Wählerregistrierung“

Es gibt aktuell sogar Pläne, die Registrierung von Wählern mit Aadhaar zu verknüpfen!

Faktisch ein Sozialkreditsystem

Daß das Aadhaar-System eklatante Sicherheitslücken aufweist hindert die Regierungen nicht daran, es weiter auszurollen. Neben der akuten Anfälligkeit seiner Datenspeicher- und Zugriffssysteme hat Aadhaar aber auch noch viele weitere Nachteile:

Zunächst werden die Bewegungen der Nutzer zwischen den Städten, ihr Beschäftigungsstatus und ihre Einkaufsaufzeichnungen verfolgt. Es handelt sich de facto um ein Sozialkreditsystem, das als zentraler Einstiegspunkt für den Zugang zu Dienstleistungen in Indien dient. Während das System dazu beigetragen hat, Indiens Bürokratie zu beschleunigen und zu bereinigen, hat es auch die Überwachungsbefugnisse der indischen Regierung massiv ausgeweitet und über 100 Millionen Menschen von Sozialprogrammen und Grundversorgung ausgeschlossen.

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Der aktuelle Stand des Einführens einer Digitalen Identität in der Ukraine

Völlig unbekannt in Deutschland ist, daß die Selenski-Regierung zur Kommunikation zwischen der Regierung und dem Bürger die Diia-App geschaffen hat. „Diia“ soll  auf Ukrainisch „Aktion“ bedeuten und beinhaltet die Digitalisierung und Automatisierung aller Regierungsdienste im Rahmen des „Staat in einem Smartphone“-Konzepts von Präsident Wolodymyr Selenski.

„Regieren soll für die Bürger nur eine Dienstleistung sein – einfach, aber vor allem verständlich“,

“For citizens, the government should be just a service – simple, but more notably comprehensible,”

pries Zelenski die Schokoladenseite  der App während seiner Diia-Präsentation an und man kann es sich schon denken, er will zukünftig auch seine eigene Wahl zum Präsidenten mit Hilfe dieser App abwickeln:

„Im Allgemeinen ist es unser Ziel, sicherzustellen, dass alle Beziehungen zum Staat mit Hilfe eines normalen Smartphones und des Internets durchgeführt werden können. Insbesondere Abstimmungen. Das ist unser Traum, und wir werden ihn bei Präsidentschafts-, Parlaments- oder Kommunalwahlen verwirklichen. Es ist eine Herausforderung. Ehrgeizig, aber machbar.“

“In general, our goal is to make sure that all relations with the state can be carried out with the help of a regular smartphone and the Internet. In particular, voting. This is our dream, and we will make it real during presidential, parliamentary or local elections. It is a challenge. Ambitious yet achievable.”

All dies wird von einem Mann vorangetrieben, der die Aktivitäten der meisten Oppositionsparteien des Landes verboten und einen umfassenden Angriff auf die Arbeitnehmerrechte geführt hat.

Mit der Diia-App, den Staat und bald auch die totale Kontrolle in der Hosentasche

Tatsächlich hat die Gruppe für digitale Rechte, „Reclaim the Net„, dem Vereinigten Königreich in dieser Angelegenheit viel beizubringen:

Die hochentwickelte digitale ID der Ukraine, Diia, wird verwendet, um der Öffentlichkeit den Online-Zugang zu den meisten Regierungsdiensten zu gewähren. Es verfügt über neun digitale Ausweise: den Personalausweis, das Zertifikat des Identitätsanbieters (IDP) für den Netzzugang, die Geburtsurkunde, den Reisepass, den Führerschein, die Steuernummer, den Studentenausweis und den Fahrzeugschein.

Ukraine’s highly-sophisticated digital ID, Diia, is used to grant the public access to most government services online. It has nine digital credentials: the ID card, the identity provider (IDP) certificate for network access, birth certificate, passport, driving license, tax number, student card, and vehicle registration certificate.

Diia wurde erstmals im Februar 2020 vom Ministerium für digitale Transformation ins Leben gerufen, das selbst wiederum Ende 2019 gegründet wurde. Die Plattform Diia wird teilweise von der eu4digital-Initiative der Europäischen Union finanziert. Diese zielt nach eigenen Angaben

„darauf ab, die Vorteile des digitalen Binnenmarkts der Europäischen Union auf die östlichen Partnerstaaten auszuweiten und die EU-Unterstützung zur Entwicklung des Potenzials der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft zu kanalisieren, um Wirtschaftswachstum zu erzielen, mehr Arbeitsplätze zu schaffen, das Leben der Menschen und Unternehmen zu verbessern. ”

“aims to extend the benefits of the European Union’s Digital Single Market to the Eastern Partner States, channelling EU support to develop the potential of the digital economy and society, in order to bring economic growth, generate more jobs, improve people’s lives and businesses.”

Die Unterstützung der EU für die digitale Transformation der Ukraine ist also auch ein Mittel, um die Ukraine näher an den digitalen EU-Binnenmarkt heranzuführen, so „Botschafter“ Matti Maasikas, der Leiter der Delegation der Europäischen Union in der Ukraine.

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Der aktuelle Stand des Einführens einer Digitalen Identität in der EU

Die EU-Kommission hat wiederholt erklärt, dass EU-Bürgern keine Diskriminierung oder Ausgrenzung droht, wenn sie ihr neues digitales Identitäts-Wallet nicht nutzen. Allerdings hat die griechische Regierung gerade ihre Absicht signalisiert, genau das zu tun.

Den meisten EU-Bürgern ist nicht bewusst, dass die digitale Identität mittlerweile im gesamten 27-Länder-Raum eine rechtliche Realität ist. Am 28. Februar stimmte das Europäische Parlament mit einer komfortablen Mehrheit von 335 Stimmen bei 190 Gegenstimmen und 31 Enthaltungen endgültig der Verordnung der Europäischen Kommission zur digitalen Identität zu. Der EU-Ministerrat hat am 26. März seinen Segen gegeben. Der nächste Schritt ist nach Angaben der Kommission die Veröffentlichung im Amtsblatt und das Inkrafttreten 20 Tage später, was also der Montag, der 15.4.2024 ist.

Bei der Einführung ist alles noch freiwillig!

Die EU-Verordnung verpflichtet alle Mitgliedsstaaten, jedem Bürger, der eines möchte, eine digitale Identitätsbörse zur Verfügung zu stellen. So wird das neue System derzeit vermarktet – als optionales Extra für Bürger, die von den vielen Vorteilen profitieren möchten. In der Wallet können Namen, Vornamen, Geburtsdatum und -ort, Geschlecht oder Nationalität gespeichert werden und Europäern die Möglichkeit gegeben werden, sich online auszuweisen. Zu den angepriesenen Vorteilen gehört die Erleichterung des Zugangs zu Diensten des öffentlichen und privaten Sektors über EU-Grenzen hinweg, die Vereinfachung der Bürokratie und die Verringerung der Risiken von digitalem Betrug und anderen Formen der Cyberkriminalität. Doch die EU-Bürger haben laut Kommission nichts zu befürchten. Die Nutzung des Digital Identity Wallet werde auf streng freiwilliger Basis erfolgen und

„niemand darf diskriminiert werden, weil er das Wallet nicht nutzt.“

In einer aktuellen Pressemitteilung erklärt die Kommission, dass die Abgeordneten im Kuhhandel um die Gesetzgebung zur digitalen Identität

„Bestimmungen zum Schutz der Bürgerrechte und zur Förderung eines integrativen digitalen Systems durchgesetzt haben, indem sie die Diskriminierung von Menschen vermeiden, die sich dafür entscheiden, die digitale Geldbörse nicht zu nutzen.“

Doch genau das hat die EU über das digitale COVID-19-Zertifikat gesagt, das sie im Sommer 2021 in der gesamten EU eingeführt hat. Die Green-Pass-Gesetzgebung sah vor, dass

„die Ausstellung von Zertifikaten nicht zu einer unterschiedlichen Behandlung und Diskriminierung aufgrund des Impfstatus oder des Besitzes eines bestimmten Zertifikats führen sollte.“

Doch bereits wenige Monate nach seiner Einführung wurde es von den Mitgliedstaaten genutzt, um Menschen das Reisen, den Zutritt zu vielen öffentlichen Räumen und in einigen Fällen sogar die Arbeit zu verbieten. In Österreich hat die Regierung rund zwei Millionen Menschen wegen Nichtimpfung eingesperrt – und das zu einem Zeitpunkt (November 2021), als bereits klar war, dass die Impfstoffe äußerst unzuverlässig waren.

Die Linke jubelt jedenfalls wieder einmal, weil die Wallet angeblich wieder einmal freiwillig sein sollen:

Das geht über die Freiwilligkeit der Wallet hinaus, die bereits im ursprünglichen Vorschlag verankert war. Alle vier Ausschüsse des Europäischen Parlaments haben mit großer Mehrheit beschlossen, dass der Zugang zu öffentlichen und privaten Dienstleistungen, der Zugang zum Arbeitsmarkt und die unternehmerische Freiheit für natürliche und juristische Personen, die die Wallet nicht nutzen, in keiner Weise eingeschränkt oder benachteiligt werden dürfen. Der endgültige Text stellt sicher, dass von jedem, der sich in einer bestimmten Situation gegen die Nutzung der Wallet entscheidet, nicht verlangt werden kann, einen höheren Preis zu zahlen oder vom Zugang zu einer Dienstleistung oder Ware ausgeschlossen zu werden. Diese Bestimmung war eine unserer Hauptforderungen, um beispielsweise Menschen ohne Smartphone (ältere Menschen, Kinder usw.) oder Leute, die die Risiken der Wallet vermeiden möchten, zu schützen und ihre Teilhabe an der Gesellschaft zu sichern.

Der Einführung wird die Ausweitung folgen

Es sollte den Bürger stutzig machen, wenn die EU-Wallet durch den Militär-Konzern Thales Group verwirklicht wird! Die Thales Group legte die Pläne in einem internen Blog dar, der von Kristel Teyras, Leiterin des Portfolios für digitale Identitätsdienste, die bei Thales auch an der Covid-App gearbeitet hatte, für die EU: verfasst wurde:

Der Ehrgeiz ist riesig; sowohl hinsichtlich des Umfangs – da es für alle EU-Mitgliedstaaten gilt – als auch hinsichtlich der Macht, die es den Bürgern im gesamten Block gewähren würde. Zum ersten Mal könnten Bürger von ihrem Telefon aus eine europäische digitale Identitätsbrieftasche nutzen, die ihnen Zugang zu Diensten in jeder Region Europas verschafft.

Man könnte meinen, dass dies eine große Neuigkeit wäre, wenn man bedenkt, dass die digitale Identität das Potenzial hat, unzählige Aspekte des Lebens der EU-Bürger im Guten wie im Schlechten (was wohl eher zutreffen wird) zu verändern. Doch sowohl im Mainstream als auch in den sozialen Medien stößt man hierzu auf eine Mauer des Schweigens.

In einem weiteren Schritt dürfte die Ausweitung dieses Konzepts erfolgen, sobald digitale ID-Systeme etabliert sind. Dies ist ja bei dem staatlichen französischen Verteidigungsunternehmen Thales Group, einem Unternehmen, das den Großteil seiner Gewinne mit Waffen und Krieg erzielt, aber auch eine der führenden Kräfte hinter der Entwicklung digitaler Identitätsprogramme weltweit ist, bereits von der Webseite entnehmbar. Der mit der Entwicklung befasste französische Rüstungskonzern Thales beschreibt die Ausweitung wie folgt:

Das POTENTIAL -Konsortium wird sechs Anwendungsfälle („Elektronische Regierungsdienste“, „Bankkontoeröffnung“, „SIM-Registrierung“, „Mobiler Führerschein“, „Fernqualifizierte elektronische Signatur“ und „Elektronisches Rezept“) in 19 EU-Mitgliedstaaten testen und der Ukraine. Thales arbeitet innerhalb des Konsortiums mit insgesamt 148 Teilnehmern zusammen , die von der Europäischen Kommission ausgewählt wurden, um ein derart breites Spektrum an Anwendungsfällen zu entwickeln und zu erforschen. 

Parallel dazu wurde das NOBID -Konsortium ausgewählt, um Pilotprojekte für europaweite Zahlungen auf Basis des EU Digital Identity Wallet durchzuführen. NOBID umfasst sechs Länder (Dänemark, Deutschland, Island, Italien, Lettland und Norwegen) und umfasst führende digitale Regierungsbehörden, Banken und Unternehmen sowie europäische Technologieanbieter wie Thales. Die Pilotprojekte von NOBID werden die bestehende Zahlungsinfrastruktur nutzen, um Zahlungsausgabe, Sofortzahlungen, Konto-zu-Konto-Überweisungen und Zahlungsakzeptanz sowohl im Geschäft als auch online zu ermöglichen.

Der „Freiwilligkeit“ wird der Zwang folgen

Man kann aber jetzt bereits davon ausgehen, daß dies eine Lüge ist, denn im digitalen Testlabor Ukraine ist in weiten Bereichen eine solche Freiwilligkeit schon längst dem Zwang gewichen.

Wie beim Impfpass besteht auch beim digitalen ID-Wallet das ursprüngliche Ziel darin, in möglichst kurzer Zeit eine möglichst breite Verbreitung zu erreichen. Und die griechische Regierung hat gerade einen Hinweis darauf gegeben, wie dies erreicht werden könnte: indem sie den Zugang zu bestimmten öffentlichen Diensten und Räumen – in diesem Fall Sportstadien – vom Besitz der digitalen ID-Geldbörse abhängig macht. Von der offiziellen Ticket- Website der Regierung (maschinell übersetzt):

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Wir kehren digital und sicher auf die Spielfelder zurück!

Beriets jetzt ist in Griechenland und Frankreich erkennbar, daß der Einsatz der Walet nicht frewillig ist, sondern daß die Durchsetzung solcher Konzepte über über sozialen Zwang erfolgt, also so, wie es bei Covid „geübt“ wurde.

In Griechenland darf nur noch ins Fußballstadion, wer die „Wallet“ nutzt

Wie diese „Freiwilligkeit“ in Wirklichkeit aussieht, belegt nun die Regierung Griechenlands:

Der drohende Ausschluss von der Inanspruchnahme grundlegender Dienstleistungen, der Durchführung grundlegender Verwaltungsverfahren oder, wie in diesem Fall, vom Zugang zu öffentlichen Räumen wird das wichtigste Mittel sein, mit dem die EU mit ihrem digitalen ID-Programm eine kritische Masse erreichen will.

Wie die Zeitung Ekathimerini berichtet, wird die Einführung einer digitalen ID-Pflicht für den Zutritt zu Stadien als eine Möglichkeit angesehen, den Einsatzbereich der Anwendung zu „erweitern“. Nach Angaben des griechischen Ministeriums für digitale Governance haben

seit seiner Einführung im Juli 2022 bisher 1.877.032 Menschen die digitale Identitätsbrieftasche heruntergeladen. Das sind etwa 17 % der Bevölkerung.

In Paris darf während der Olympiade nur noch in die eigene Wohnung, wer einen QR-Code nutzt

Ein vergleichbares Argumentationsmuster wie in Griechenland nutzen aber auch die Behörden im multikulturellen Frankreich. Auch in Frankreich wird der Sport instrumentalisiert, um eine Massenüberwachung einzuführen. Frankreich nutzte bisher zwei Ereignisse – ein großes Spiel der französischen Fußballliga in Paris und ein Black Eyed Peas-Konzert – als „Testfälle“. Medienberichten zufolge haben die französische Polizei sowie zwei große Transportunternehmen, SNCF (Bahn) und RATP, die Überwachungstechnologie inzwischen getestet. Sie hätten

„auf Bilder von 100 Kameras zugegriffen“,

meldet der landesweite Sender TF1 und ergänzt: „

„Videtics, Orange Business, ChapsVision und Wintics“

seien die beteiligten Unternehmen, während gemeldet wurde, dass

„Menschenansammlungen, ungewöhnlich große Menschenansammlungen, zurückgelassene Gegenstände, das Vorhandensein oder der Einsatz von Waffen, eine Person am Boden, Feuer und Verstöße gegen die Verkehrsregeln.“

überwacht würden.

„An den Ein- und Ausgängen der Versuchsflächen waren Schilder und Plakate angebracht, um die Passanten zu informieren“.

Noch schärfer gehen die Behörden aber während der Olympiade in Paris vor. bereits vor einem halben Jahr wurde bekannt:

Diese Massenüberwachung wird auf möglichst viele Personen ausgeweitet:

Laurent Nunez sagte der Zeitung Le Parisien in einem Interview, dass Anwohner in der Nähe der olympischen Austragungsorte einen QR-Code beantragen müssten, der es ihnen erlaube, die Polizeisperren zu passieren. Die Anwohner der Sperrgebiete müssten zudem alle Besucher registrieren, die das Geschehen von ihrem Balkon, ihrem Fenster, ihren Dächern oder sogar von ihrem Hausboot aus beobachten wollten. „Wer ein Sperrgebiet betritt, muss einen triftigen Grund für seine Anwesenheit angeben können“, sagte Nunez. Der Polizeichef betonte auch, dass der motorisierte Verkehr für die Dauer der Spiele stark eingeschränkt werde. „Die einzigen, die durchgelassen werden, sind Menschen mit einem triftigen Grund, also Menschen, die zu ihrem Hotel oder nach Hause gehen, oder Menschen mit einer Eintrittskarte für die Zeremonie“, sagte er.

Wem es noch nicht auffällt: In China wurde während Covid das selne Konzept praktiziert, nur aus einem anderen Anlaß!
Die französische Regierung gibt an, dass es eine starke Terrorgefahr gebe und daher eine umfassende digitale Kontrolle der Bevölkerung unerlässlich sei. Darmanin sagte der Zeitung Le Parisien, der Antrag für den QR-Code sei „sehr einfach“ gehalten. Ein Einscannen des Reisepasses sei nicht notwendig. Allerdings würden „Sicherheitsüberprüfungen“ derjenigen vorgenommen, die den QR-Code beantragen. Welche genau das sind und nach welchen Kriterien der QR-Code verweigert werden kann, wollte der Minister nicht sagen. Der Pass oder ein anderer Identitätsnachweis müssten bei der Kontrolle des QR-Codes vorgezeigt werden. Um vom Norden der Stadt in den Süden zu gelangen, werden für Personen ohne QR-Code fünf von Sicherheitsbehörden bewachte Korridore eingerichtet, auf denen man zu Fuß oder mit dem Auto passieren kann.

Offenbar ist die Koppelung des QR-Codes mit der persönlichen Identität noch nicht möglich, aber der französische Rpstungskonzertn Thales arbeitet daran, wie wir wissen!

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Freiwillig? Wie wird die EU-Kommission reagieren?

Natürlich ist dies ein Praxistest zu der jüngsten Pressemitteilung der EU-Kommission, dass die Abgeordneten im Kuhhandel um die Gesetzgebung zur digitalen Identität

„Bestimmungen zum Schutz der Bürgerrechte und zur Förderung eines integrativen digitalen Systems durchgesetzt haben, indem sie die Diskriminierung von Menschen vermeiden, die sich dafür entscheiden, die digitale Geldbörse nicht zu nutzen.“

Bedeutet dies dann, daß die EU-Behörden die griechische und französische Regierung in die Schranken weisen werden, weil sie bereits vor Inkrafttreten der EU-Verordnung ihre Absicht angekündigt hat, Sportfans zu diskriminieren, die in Griechenland die dortige digitale Identitäts-Wallet nicht nutzen wollen oder die sich weigern in Frankreich einen QR-Code zu beantragen, um in die eigene Wohnung zu kommen?

Mit ziemlicher Sicherheit nicht. Im Gegenteil: Die Kommission hat den neuen Regeln der beiden Regierung offenbar bereits stillschweigend zugestimmt. Wenn man sich an den jüngsten Erfahrungen mit den COVID-19-Zertifikaten orientiert, werden bald viele andere Regierungen mit eigenen Ausschlussmaßnahmen nachziehen.

Gleichzeitig führt die EU direkte Gespräche mit den USA über die Angleichung ihrer digitalen Identitätsstandards. Während Washington in diesem Bereich deutlich hinter Brüssel zurückbleibt und die meisten Bemühungen zur digitalen Identifizierung auf Landesebene durch die Einführung mobiler Führerscheine (mDLs) stattfinden, arbeiten beide Seiten daran, technische Standards für die digitale Identität kompatibel zu machen.

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Was kann man dagegen tun?

Der bereits erwähnte und im Juni 2022 veröffentlichte Bericht des Center for Human Rights and Global Justice, an der School of Law der New York University mit dem Titel

Paving a Digital Road to Hell?

enthält auch Maßnahmen, was man gegen dieses Vorhaben unternehmen kann. An erster Linie steht die Verlangsamung der Prozesse, damit mehr Sorgfalt walten kann, und damit eine öffentlichere Diskussion über digitale ID-Systeme geführt werden kann.

Digitale Identitätsprogramme und digitale Währungen der Zentralbanken gehören zu den wichtigsten Fragen, mit denen sich die heutigen Gesellschaften möglicherweise auseinandersetzen könnten, da sie unser Leben bis zur Unkenntlichkeit zu verändern drohen und Regierungen und ihren Unternehmenspartnern eine viel umfangreichere  Kontrolle über unser Leben ermöglichen, als es bisher möglich war.

Angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, sollten sie in jedem Parlament eines jeden Landes und an jedem Esstisch einer jeden Familie in jedem Land der Welt diskutiert werden.

Die Tatsache, dass dies nicht der Fall ist, spricht Bände darüber, wessen Interessen sie dienen sollen.