Die Sache mit den „Chemtrails“: Verschwörungstheorie oder Verschwörunsgpraxis?

Quelle: Wikipedia

WASHINGTON – Neu veröffentlichte Dokumente werfen ein weiteres Schlaglicht auf die Experimente der USA zur Manipulation des Wetters und ggf. sogar auf so bezeichnete „Chemtrails“.

.

.

Während einer Bürgerversammlung, die von dem Fernsehmoderator Phil McGraw, sagte der US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., dass eine der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen des Verteidigungsministeriums möglicherweise Amerikaner mit schädlichen Chemikalien besprühe.

Eine Zuschauerin, die sich als Emily vorstellte, veranlasste Kennedy zu diesen Äußerungen.

„Meine größte Sorge gilt den stratosphärischen Aerosolen, denen wir täglich ununterbrochen ausgesetzt sind“, 

 sagte sie .

„Brom, Aluminium, Strontium – es wird den ganzen Tag über in unsere Atmosphäre versprüht.“

Als McGraw Emily fragte, ob sie eine konkrete Frage habe, sagte sie:

„Ja, wie können wir das stoppen?“

Kennedy antwortete:

„Das passiert nicht in meiner Behörde. Wir machen so etwas nicht. Wir gehen davon aus, dass das von DARPA gemacht wird“,

sagte er und bezog sich dabei auf die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) des Verteidigungsministeriums.

„Und vieles davon stammt mittlerweile aus dem Kerosin. Diese Stoffe werden dem Kerosin beigemischt. Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um das zu verhindern.“

Was damit genau gemeint ist, bliebt unklar. Offiziellen Angaben zufolge sei es gemäß der US-Umweltschutzbehörde EPA so, dass Flugzeugtreibstoff „vor der Verwendung auf strenge Grenzwerte für Verunreinigungen analysiert“ werde, die Behörde in  einem Informationsblatt aus dem Jahr 2000,

.

Verschwörungstheorie oder Verschwörungspraxis?

Kennedys Aussage knüpft an jahrelange Chemtrail-Narrative an, denen zufolge die US-Regierung giftige Chemikalien  aus Flugzeugen versprüht, was wiederum selbsternannte „Faktenchecker“ auf den Plan ruft, die alles daran setzen, diese Informationen zu zersetzen. Selbsternannte „Faktenchecker“ wie z.B. „PolitiFact“ haben auch sonst große Energien aufgewandt, um darzustellen, dass deratige Chemtrails  nicht existieren.

Versuche zur Wetterbeeinflussung durch Chemikalien?

Wenn dem wo wäre, würden alle Bürger betroffener Staaten seit Jahrzehnten Luft einatmen, die mit ungeklärten Metallen versetzt ist. Nun belegen zwei lange verborgene Regierungsakten aus dem Jahr 1965, dass das US-Militär den Himmel vor Jahrzehnten in ein Schlachtfeld verwandelte – ohne Zustimmung, ohne Aufsicht und mit giftigen Folgen, die noch immer in Lungen, Böden und Familien zu spüren sind.

Diese Dokumente, die nach ihrer Freigabe stillschweigend archiviert wurden, beschreiben detailliert Pläne, Chemikalien aus Flugzeugen abzuwerfen, um Stürme und Monsune zu beeinflussen, direkt unterstützt vom damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson. Ihr Wiederauftauchen erschüttert das Narrativ, dass Wetterbeeinflussung jemals nur der „Dürrehilfe“ diente.

Dokument 1: Wettermanipulation mit Hilfe von Aersosolen

Das erste ist ein 18-seitiger, mit der CIA in Verbindung stehender Bericht aus dem Jahr 1965, der offen massive Mittelaufstockungen für Wetterbeeinflussungsprojekte forderte und diese als Instrumente zur Umgestaltung des Klimas und lokaler Sturmsysteme darstellte. Er propagierte den Einsatz von Raketen und Flugzeugen, um Substanzen in die Atmosphäre abzugeben und Niederschlagsmuster gezielt zu verändern. Es wurden damals keine konkreten Chemikalien genannt, doch die Absicht war glasklar: rasche Ausweitung für strategische Zwecke.

Bild: CIA

Dokument 2: Lob durch den US-Präsidenten

Bei dem zweiten Dokument handelt es sich um ein Schreiben des damaligen US-Präsidenten Johnson, in dem dieser die geheime Operation lobte. Die zur Verfügung gestellten Mittel sollten sich daher bis 1967 vervierfachen. In jenem Jahr starteten die die USA ihre Operationen dazu in Vietnam in vollem Umfang starteten. Johnsons Befürwortung erfolgte drei Jahre nach dessen Rede von 1962 an der Southwest Texas State University, in der er das Dictum prägte:

„Wer das Wetter kontrolliert, wird die Welt kontrollieren.“

Bild: CIA

Diese Akten lagen jahrelang in öffentlichen Archiven, bis sie durch die jüngste Freigabe Aufmerksamkeit erlangten. Sie beweisen, dass die Regierung die Atmosphäre schon lange vor jeglicher öffentlicher Debatte als einen Bereich betrachtete, der als Waffe genutzt werden konnte.

Vietnam: das Gift wirkte und richtete Schaden an

Bis 1967 hatte sich dieses Programm zum Projekt Popeye weiterentwickelt. In Folge dessen flogen US-Flugzeuge über 2.600 Einsätze und warfen Silberjodid- und Bleijodid-Leuchtraketen ab, um so den Monsun entlang des Ho-Chi-Minh-Pfades zu verlängern. Die Niederschlagsmenge stieg daraufhin um 30–45 %. Straßen verwandelten sich in Schlammbahnen, Erdrutsche blockierten Versorgungswege, und die Bewegungen des Feindes brachen zusammen.

Der Nachteil: Bleiiodid ist toxisch und birgt Risiken für neurologische Schäden, Nierenversagen und Entwicklungsstörungen bei Kindern.

Die Beeinflussung des Wetters blieb seither weiter im Visier der Militärs, wie eine Ausarbeitung der US-Militärstrategen vom 1. August 1996 zeigt. Es ist mittlerweile hier frei zugänglich, hier der lokale Download.

Unsere Vision ist, dass das Militär bis 2025 das Wetter im Mesobereich (<200 km²) oder Mikrobereich (unmittelbare Umgebung) beeinflussen kann, um operative Fähigkeiten wie die in Tabelle 1 aufgeführten zu erreichen. Diese Fähigkeit wäre das synergistische Ergebnis eines Systems, bestehend aus: (1) hochqualifizierten Wetterexperten (WFS), die Mitglieder des Wetterunterstützungselements des Oberbefehlshabers (WFSE) sind; (2) Zugangspunkten zum globalen Wetternetzwerk (GWN), über das weltweite Wetterbeobachtungen und -vorhersagen nahezu in Echtzeit aus zivilen und militärischen Quellen bezogen werden; (3) einem dichten, hochpräzisen lokalen Wettererfassungs- und Kommunikationssystem; (4) einer fortschrittlichen computergestützten Modellierung und Vorhersage der Wetterbeeinflussung im Verantwortungsbereich; (5) bewährten Technologien zur Wetterbeeinflussung; und (6) einer Feedback-Funktion.

Dem Dokument ist auf Blatt 7 entnehmbar:

Im Jahr 2025 können die US-Luft- und Raumfahrtstreitkräfte durch die Nutzung neuer Technologien und deren gezielte Weiterentwicklung für militärische Anwendungen die Wetterkontrolle übernehmen. Diese Fähigkeit bietet den Streitkräften Werkzeuge, um das Schlachtfeld auf bisher ungeahnte Weise zu gestalten. Sie eröffnet Möglichkeiten, Operationen im gesamten Konfliktspektrum zu beeinflussen und ist für alle denkbaren Zukunftsszenarien relevant. Ziel dieses Papiers ist es, eine Strategie für den Einsatz eines zukünftigen Wettermanipulationssystems zur Erreichung militärischer Ziele zu skizzieren, anstatt einen detaillierten technischen Fahrplan zu liefern.

Die Wettermanipulation ist ein risikoreiches, aber potenziell sehr lohnendes Unterfangen und stellt ein Dilemma dar, das der Kernspaltung ähnelt. Obwohl Teile der Gesellschaft kontroverse Themen wie die Wettermanipulation stets scheuen werden, sollten wir die enormen militärischen Fähigkeiten, die sich aus diesem Bereich ergeben könnten, nicht ignorieren – das wäre fatal. Von der Verbesserung eigener Operationen oder der Störung feindlicher Operationen durch kleinräumige Beeinflussung natürlicher Wettermuster bis hin zur vollständigen Dominanz globaler Kommunikation und Weltraumkontrolle bietet die Wettermanipulation dem Kriegsteilnehmer vielfältige Möglichkeiten, einen Gegner zu besiegen oder zu zwingen. Einige der potenziellen Fähigkeiten, die ein Wettermanipulationssystem einem Oberbefehlshaber bieten könnte, sind in Tabelle 1 aufgeführt.

Technologische Fortschritte in fünf Hauptbereichen sind für eine integrierte Wettermanipulationsfähigkeit notwendig: (1) fortgeschrittene nichtlineare Modellierungstechniken, (2) Rechenleistung, (3) Informationserfassung und -übertragung, (4) ein globales Sensornetzwerk und (5) Techniken zur Wetterintervention. Einige Interventionsinstrumente existieren bereits, weitere können in Zukunft entwickelt und verfeinert werden.

Im weiteren Text wird ziemlich klar dargelegt worum es geht:

Aktuelle Technologien, die in den nächsten 30 Jahren ausgereift sein werden, werden jedem, der über die notwendigen Ressourcen verfügt, die Möglichkeit bieten, Wettermuster und ihre entsprechenden Auswirkungen zumindest auf lokaler Ebene zu verändern. Aktuelle demografische, wirtschaftliche und ökologische Trends werden zu globalen Belastungen führen, die vielen Ländern oder Gruppen den nötigen Anreiz bieten, diese Fähigkeit zur Wettermodifikation in die Tat umzusetzen.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*