Chaim Noll: „Israel zwischen den Fronten“

Eigenes Werk

BERLIN – Bei dem Überfall der Hamas auf Israel wurden hauptsächlich unbewaffnete Pazifisten und Gutmenschen ermordet, die der in Israel sowieso schon marginalisierten Linken zuzurechnen sind.

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Der in der DDR geborene Chaim (Hans) Noll gab bei seinem Besuch der AfD-Fraktion einen Einblick in das Geschehen in Israel, wie man es in den „Qualitätsmedien“ nur selten findet.

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Wer ist Chaim Noll?

Chaim Noll wurde am 13. Juli 1954 in Ost-Berlin als Hans Noll und Sohn des SED-Schriftstellers Dieter Noll geboren. Noll ist ein deutsch-israelischer Schriftsteller und ehemaliger Journalist.

Chaim Noll wurde in Ost-Berlin als Sohn des berühmten ostdeutschen Schriftstellers und SED- Mitglieds Dieter Noll geboren. Obwohl er eine sehr privilegierte Erziehung hatte, begann er Ende der 1970er Jahre, sich an Aktivitäten von Dissidenten zu beteiligen.

Obwohl er teilweise jüdischer Abstammung war, hatte er in seiner Jugend keine Kenntnisse über das Judentum, da seine beiden Eltern Kommunisten waren und in ihrer Jugend ohne Judentum aufwuchsen.

Ende der 1970er-Jahre heiratete er die Malerin Sabine Kahane. Nachdem Noll sich weigerte, in der DDR-Armee zu dienen, wurde er eingesperrt und trat in einen Hungerstreik.

Nach seiner Entlassung verließ er 1984 mit seiner Frau und seinen Kindern die DDR. In Westdeutschland begann er als Journalist zu arbeiten und wurde zu mehreren Talkshows eingeladen, um über seine Erfahrungen im Osten zu sprechen.

Während des Zweiten Golfkriegs änderte er seinen Vornamen in Chaim, sowohl weil er seinen Kollegen zeigen wollte, dass er Jude war, als auch weil er religiös wurde.

Kurz darauf lebte er mit seiner Frau einige Jahre in Rom, bevor sie 1995 schließlich Aliyah nach Israel machten .

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Gesellschaftspolitisches Engagement

2021 hielt Chaim Noll bei der Bundesvereinigung Juden in der AfD e.V. einen Vortrag, in dem er das Engagement von Juden in der AfD ausdrücklich begrüßte Damit wendet er sich gegen einen Aufruf des Zentralrats der Juden und 16 weiterer jüdischer Organisationen, die anlässlich der Gründung des Arbeitskreises vor der Gefahr für jüdisches Leben in Deutschland durch die AfD warnen. Im September 2023 folgte er abermals einer Einladung der AfD zu einem Vortrag, diesmal in der Bundestagsfraktion.

Am Dienstag, den 14.5. besuchte er erneut die Bundestagsfraktion um von seinen persönlichen Erfahrungen zum Überfall der Hamas zu berichten.

Der Überfall der Hamas aus der Innenperspektive

Noll berichtet davon, daß diejenigen Kibuze, in denen linke Pazifisten wohnten, die eine von Gutmenschentum geleitete Aussöhnungspolitik mit den Bewohnern im Gaza-Streifen suchten, am 7.10. den größten Blutzoll zu erleiden hatten. Der Grund: als linke Pazifisten waren sie  nicht gewaffnet und konnten sich gegen ihre Mördern deswegen nicht verteidigen.

Nolls Enkel dienten in jenen Tagen in der israelischen Armee, was Noll und seine Frau natürlich Sorge bereitet. Immerhin sind sie damit Teil einer Armee im Krieg und ihr Dienst für ihr Land Israel kann auch bedeuten, daß sie ihr eigenes Leben riskieren müssen.

Meine Enkel wollen ihr Land verteidigen, und wir waren von ihrem Patriotismus zunächst durchaus überrascht

kommentiert Noll dieses Erlebnis.

Noll erlebte auch, daß die Hamas am 7. Oktober seinem eigenen Haus gekommen ist.

In seinem Vortrag legt Noll auch Zeugnis davon ab, wie die Massaker der Hamas in Israel dieses Land innerhalb von einem Tag auf den nächsten Tas umgewälzt hatten! Quer durch alle Strömungen der Gesellschaft herrschte Einigkeit darüber, diesen größten Judenmord seit dem Holocaust nicht ungesühnt zu lassen. Noll erwähnt auch, daß es das eigentliche Ziel der Hamas war, mit Hilfe dieses Überfalls die gesamte arabische Welt zu einem Aufstand gegen den Westen aufzustacheln.

Innerhalb Israels führte der Überfall dazu, daß die politische Linke praktisch bedeutungslos geworden ist und mit der 3,35%-Grenze als Hürde für den Widereinzug in die Knesset kämpft. Immerhin hatte die Arbeiterpartei die Gründung des Staats Israel und den Aufbau seiner Streitkräfte aktiv mit vorangetrieben.

Noll befürchtet, daß die israelische Armee wohl noch lange in Gaza bleiben muss, selbst wenn es gelingen wird, die militärische Führung der Hamas auszuschalten, um alle Waffenlager und Nester der Terroristen zu beseitigen. Doch eine dauerhafte Besatzung möchte niemand hier.

Auch die Rolle des UN-Flüchtlingshilfswerks für Palästina, UNRWA kommentierte Noll. Letzteres sorgte seiner Überzeugung nach über Jahrzehnte dafür, daß alle Kinder und Erwachsenen auf das Lebensziel ausgerichtet wurden, Juden umzubringen.