PONTRESINA – Ohne Zutun des Menschen. Ein vor 10.147 Jahren durch den sich ausdehnenden Monterasch-Gletscher verschlungener Stumpf einer 337 Jahre alten Lärche belegt: klimatologische Warmphasen und Kaltphasen wechseln sich ohne Zutun des Menschen in großen Geschwindigkeiten gegenseitig ab!
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Wenn sich schmelzende Gletscher zurückziehen, geben sie manchmal Jahrtausende alte, im Eis konservierte Baumstämme frei. Ein bekannter Fund dieser Art stammt aus dem Vorfeld der Pasterze in Österreich, wo das schmelzende Eis ca. 6000 Jahre alte Bäume zum Vorschein brachte, die vor elf Jahren geborgen wurden. Die Pasterze ist der größte Gletscher Österreichs. Diese Holzfunde belegen, dass in früheren Warmzeiten an diesen Stellen, die heute eisbedeckt sind, Bäume oder sogar Wälder wuchsen.
Nun erregte ein weiterer spektakulärer Fund für Aufsehen. Diesmal in der Schweiz:
Erste Untersuchungen belegen: Vor 10.484 Jahre begann auf 2150 Metern Höhe ein Lärchen-Keimling zu wachsen, der dann als Baum genau 337 Jahre alt wurde, bevor er vom wieder wachsenden Monteratsch-Gletscher umgestoßen und vor 10147 Jahren so schnell von Eis und Schnee und dem sich aufgrund der Kälte ausbreitenden Gletscher begraben wurde. Erst letztes Jahr war es dann wieder so warm geworden, dass der sich nun erneut zurückziehende Gletscher diesen Stamm wieder frei gab.
Damit wird ein zentrales Argument der Leugner des natürlichen Klimawandels durchkreuzt, nämlich erstens die Behauptung, dass der Mensch und seine Emissionen zu 100% verantwortlich für den Klimawandel seien und zweitens die Behauptung, dass dieser menschengemachte Klimawandel die Schuld für die schnellen Änderungen im Klima trägt. Die Tatsache dass dieser Baumstumpf nicht verwittert war, belegt, dass es ein natürlicher Prozess ist, wenn Gletscher sich schnell ausdehnen oder zurückziehen.
Ein Baum in diesem Zustand müsse in unmittelbarer Umgebung gestanden sein, sonst sähe der Stamm anders aus, sagt Schlüchter.
Diese Erkenntnis bedeutet, dass dort, wo heute erst noch Gletscher war, früher einmal Bäume gewachsen sind. Das zeige, dass der Morteratschgletscher einmal deutlich kleiner gewesen sei als heute.
Es gebe aber noch eine zweite Erkenntnis, gibt Schlüchter zu bedenken: Der Stamm verrate nämlich auch etwas über die Zeit nach der letzten Eiszeit. Die letzte Phase dieser Eiszeit endete vor etwa 11’700 Jahren. Nun haben Untersuchungen gezeigt, dass die Lärche aus dem Gletscher vor etwa 10’800 Jahren angefangen hat zu wachsen. Knappe 1000 Jahre nach dem Ende der Eiszeit, habe es dort oben also schon wieder Lärchen gegeben, sagt Schlüchter. «Das zeigt die unerhörte Dynamik, die wir hier sehen», erklärt Geologe Schlüchter. Das Holz wird nun noch weiter untersucht. Ein Teil des großen Stammes wird künftig im Museum in Pontresina zu sehen sein.
Ein Beitrag aus dem Juni 2025 dokumentiert diesen Fund (Beginn des Videos bis Min 12):
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Die 10,484 Jahre alte Lärche vom Moneratsch-Gletscher
Der am Gletscher entdeckte Baum wuchs genau dort vor Ort und wurde nicht dorthin verfrachtet. Im Jahr 2025 wurde er von der sich zurückziehenden Gletscherzunge des Monteratsch-Gletschers freigelegt und wird seither wissenschaftlich untersucht. Aktuell wird angenommen dass er dort in einem Zeitfenster einer Frühholozänen Wärmephase wachsen konnte, die mit dem Bedingungen von heute vergleichbar sind. Die so genannte ELA, also der Stand, wo die Gletscher weder zunehmen, noch abschmelzen lag zur letzten Eiszeit bei ca. 1000 Meter. Aktuell sind es um die 4000 Meter. Die Baumgrenze lag phasenweise entsprcchend auch höher als heute. Klar ist, Gletscher kommen und gehen. Derartige Vorstöße und Rückzüge können sehr rasch erfolgen, gesteuert durch Temperatur, Niederschlag und Zirkulationsmuster.
Das jüngste Glaziale Maximum
Die Wissenschaft ist sich einig, dass um das Jahr 1850, bis 1860 herum die Gletscher aufgrund der „Kleinen Eiszeit“ ihr jüngstes glaziales Maximum erreicht hatten. Der aufmerksame Leser bemerkt, dass die Leugner des natürlichen Klimawandels genau in diesen Zeitpunkt ihr eigenes Argument hineinversetzen und argumentieren:
„Seit Beginn der Industriellen Revolution wird es wärmer“
So verbreitet z.B. die Bundesregierung:
Man beachte, dass die Bundesregierung hier den Begriff „gelten“ verwendet und nicht schreibt, dass dies eine Tatsache sei! Die Bundesregierung schreibt also nicht:
„…Treibhausgasen … die … Verursacher für die Erwärmung der Erde sind“
Die Bundesregierung wird schon wissen warum!
Um das Jahr 1850 befand sich die Baumgrenze in den Alpen auf einem historischen Tiefstand, was mit dem Ende der so genannten „Kleinen Eiszeit“ und dem damaligen Gletscherhochstand zusammentraf. Mit andren Worten: seit ca. 1850 geht eine Kältephase zu Ende, die ca. 1350 begonnen hatte. In den inneralpinen und zentralalpinen Lagen (wie etwa im Kaunertal oder in der Schweiz) lag die geschlossene Baumgrenze typischerweise rund 100 bis 150 Meter tiefer als heute. Der damit verbundene Rückgang des Gletschereises legt seit der letzten Vereisung verschüttete Relikte frei, wie z.B. Baumreste:
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Die Lärche vom Moneratsch-Gletscher
Eine Lärche mit einem Alter von 337 Jahren ist schon etwas Besonderes. Noch einmaliger wird es, wenn diese Lärche vor genau 10,484, wohl im Frühjahr als Keimling das Wachsen begonnen hat. Wenn diese Lärche damals auf 2150 Meter stand, also oberhalb der heutigen Baumgrenze, dann kann man schon von einer Einmaligkeit sprechen. Und wenn diese Lärche dann auch noch von der einem wachsenden Gletscher umgestoßen und abrasiert wurde, dann ist das wohl als mehrfacher Sechser im Lotto zu verstehen.
Der Grund: diese abrasierte Lärche beweist, dass die obere Baumgrenze vor 10.484 Jahren viel höher lag und erst 337 Jahre später diese Stelle durch eine Ausbreitung des Gletschers, also durch einen schnellen Kälteeinbruch unter seinem Eis begrub. Die zentrale Erkenntnis lautet:
Völlig ohne Einfluß des Menschen wechselten sich auf 2150Meter die Randbedingungen so schnell, daß der Stumpf eines Baums von einem sich ausdehnenden Gletscher geschuckt wurden. Oder mit anderen Worten: klimatologische Warmphasen und Kaltphasen wechseln sich ohne Zutun des Menschen in großen Geschwindigkeiten gegenseitig ab! Wichtigste Aussage: Uraltes Holz aus dem Gletschereis belegt, wie schnell und stark Alpengletscher im Holozän schwankten – „Gletscher kommen und gehen“ –, und ermöglicht, Wärme- und Kältephasen präzise zu datieren und klimatisch einzuordnen.
Einordnung des Funds:
An der äußeren Kante des Morteratschgletschers wurde 2025 ein außergewöhnlicher Baumfund gemacht: ein in-situ gewachsener Stamm, dessen Keimung auf vor 10 484 Jahren datiert wurde.
Der Fund bestätigt, dass die Alpengletscher im Holozän wiederholt deutlich kleiner waren als zur Kleinen Eiszeit (Höchststand dieses Gletschers hierzu um 1857) und zeitweise weit zurücklagen. Dendrochronologie und Radiokarbon liefern hochauflösende Klimaarchive; ergänzend erschließen Isotopenanalysen Temperatur- und Feuchtesignale. Die Befunde liegen innerhalb der holozänen Bandbreite; entscheidend ist die hohe Dynamik und die Rolle kombinierter Kippeffekte in der Atmosphäre.
Zeitliche Einbettung
Der Fundort belegt, dass sich dieser Gletscher zu jener Zeit vor 10 484 weit zurückgezogen hatte. Sogar so weit, dass Steine verwitterten und Erde bildeten und es zu einer Bodenbildung kam. Innerhalb von nur etwa 500 Jahren nach dieser Kaltphase herrschten dort also bereits Bedingungen, die Baumwachstum in heute vergletscherten Bereichen zuließen. Es war auf 2150 Metern dazu warm genug geworden und das ganz ohne Eingriff des Menschen!
Der Boden des Gebiets hatte sich bei diesem Rückzug so weit aufgebaut, dass dort dann ein Keimling wachsen und sich zu einem Baum ausbilden konnte und vor 10.484 Jahren bis vor Die 337 Lebensjahre dieses Baums fallen in die frühe Warmphase nach der Jüngeren Dryas. Bei der Jüngeren Dryas handelt es sich um einen ca. 1000 Jahre lang andauernder scharfen Kälterückfall, dem dieser Baum nach 337 Jahren Lebenszeit zum Opfer fiel, als sich der Monteratsch-Gletscher wieder ausdehnte
Datierungsgrundlage sind Jahrringzählungen, die radiokarbonisch kalibriert und künftig durch Isotopenanalysen (δ18O) und detaillierte Dendrochronologie ergänzt werden.
Das Gespräch mit den Geologen Christian Schlüchter und Christoph Korte ordnet den Fund in die Dynamik alpiner Gletscher ein:
Moränen belegen den Höchststand des Morteratsch um 1857 (Kleine Eiszeit).
Die Forscher betonen die Geschwindigkeit von Vorstößen und Rückzügen, die maßgeblich von Temperatur, Niederschlag und großräumiger Zirkulation bestimmt werden. Externe Beiträge unterstreichen, dass Holzfunde aus Gletschereis als hochpräzise Klimaarchive dienen: Sie erzählen von vergangener Baumgrenze, Wärme- und Trockenphasen sowie von den Zeitspannen, in denen Landschaften kurzzeitig eisfrei waren.
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Ein Fund zwischen Eis, Fels und Zeit
Es ist ein Moment zwischen staunender Demut und wissenschaftlicher Präzision: Auf knapp 3000 Meter Höhe, bei der Bergstation Diavolezza, blicken Forscher auf das Nährgebiet des Morteratschgletschers. Unten, an der Zunge, wurde im „vergangenen Jahr 2025“ ein Baum freigelegt – nicht angeschwemmt, sondern dort gewachsen, wo heute das Eis dominieren sollte.
heißt es im Video. Die Szene, in der der Stamm schließlich per Helikopter ausgeflogen wird, ist für die Beteiligten bewegend:
„Da wurde ein Baum ausgeflogen … ein kleiner Keimling … [der] vor 10 484 Jahren begonnen hat zu wachsen.“
Der Fund: In-situ gewachsen, sorgfältig geborgen
Der Baum stand einst auf Grundmoräne, die durch Verwitterung und Bodenbildung gekennzeichnet ist – ein entscheidender Hinweis darauf, dass es sich nicht um treibendes Totholz handelt, sondern um einen in-situ gewachsenen Baum.
heißt es augenzwinkernd. Die Bergung war logistischer und emotionaler Kraftakt: Zunächst schien eine Zersägung unvermeidlich, dann gelang es doch, den Stamm freizulegen und in einem Stück auszufliegen.
„Ich hatte eine Träne im Knopfloch und Gänsehaut am gesamten Körper“,
sagt der Begleiter. Solche Funde sind selten – und wissenschaftlich enorm wertvoll.
Methoden: Jahrringe, Radiokarbon, Isotope
Für die Datierung wird ein mehrstufiges Verfahren kombiniert. Erstens die Dendrochronologie, die Jahresringe
auszählt, inklusive Mustern unterschiedlicher Ringbreiten, die mit Feuchte und Temperatur korrelieren. Zweitens Radiokarbonmessungen, die als externe Schablone dienen, um die Jahrring-Zeitreihe absolut zu verankern. Drittens sollen stabile Sauerstoffisotope (δ18O) in der Zellulose Temperatur- und Feuchtesignale erschließen.
Wie Christoph Korte aus seiner paläoklimatischen Arbeit mit Meeresfossilien erläutert, erlauben isotopenchemische Signale grundsätzlich Rückschlüsse auf das damalige Umgebungswasser und damit auf klimatische Bedingungen. Für das Morteratsch-Holz bedeutet das: Aus den späteren Analysen könnte man Hitze- und Dürrejahre, aber auch kühl-feuchte Phasen rekonstruieren – Jahr für Jahr.
Zeitliche Einordnung: Vom Ende der Jüngeren Dryas zur frühen Holozän-Wärme
Die Jüngere Dryas, die letzte große Kaltphase des Spätglazials, endete vor etwa 11 000 Jahren. Der Morteratsch-Baum keimte rund 500 Jahre später – ein Zeitraum, in dem sich die Alpengletscher offenbar bereits stark zurückgezogen hatten.
„In den 500 Jahren ist dieser ganze Eispanzer … runtergeschmolzen und dann konnte der Baum wachsen“
Der Fund bestätigt damit die rasche holozäne Erwärmung und das frühe Auftreten waldtauglicher Bedingungen auch in Hochlagen, die heute von Eis geprägt sind. Im Gelände sichtbar sind Seitenmoränen, die den Höchststand des Morteratschgletschers um 1857 markieren – eine Erinnerung daran, wie weit die Gletscher in der Kleinen Eiszeit wieder vorrückten.
Gleichgewichtslinie (ELA): Schaltzentrale des Gletscherhaushalts
Die Forschenden erklären eine zentrale Kenngröße, die Gleichgewichtslinie (ELA), „die Trennlinie zwischen dem Nährgebiet eines Gletschers und dem Zerrgebiet. Je höher die ist, desto mehr schrumpft der Gletscher und je niedriger sie ist, desto mehr wächst der Gletscher.“ Prägnant die Relation:
„Zur letzten Eiszeit ungefähr auf 1000 m Höhe und in diesem Jahr auf 4000 m Höhe“
Diese Spanne macht anschaulich, warum in der frühen Warmzeit nach der Jüngeren Dryas Wald noch oberhalb heutiger Baumgrenzen existieren konnte – und warum die Kleine Eiszeit die ELA wieder senkte, bis weit ins Tal reichende Zungen entstanden.
Baumgrenze und Landschaft: Relief im Takt des Eises
Die Frage nach der historischen Baumgrenze bleibt komplex. Für circa 7000 Jahre vor heute wurde „gegenüber 2005“ eine um etwa 150 Höhenmeter höhere Baumgrenze angenommen
Der Hinweis ist vorsichtig, denn die tatsächliche Lage hängt nicht nur von der Temperatur, sondern auch von der Niederschlagsverteilung, der Exposition und der Dauer günstiger Phasen ab.
Klar ist: Gletscher glätten ihr Abflussrelief, Schmelzwässer räumen es wieder aus; zwischen Vorstößen entstehen topografisch und ökologisch differenzierte Räume, die eine Waldbesiedlung ermöglichen. Dass der Persgletscher einst in den Morteratsch einmündete, illustriert die sich verändernde Hochgebirgswelt.
Dynamik und Kippeffekte: „Gletscher kommen und gehen“
Nach dem Baumfund ist evident:
so die Bilanz im Video. Rasch heißt: auch in Jahrzehnten bis wenigen Jahrhunderten, gesteuert von Temperatur, Niederschlag und – besonders wichtig – atmosphärischer Zirkulation.
„Kippeffekte“ können die Großwetterlage umstellen und damit ELA und Massenhaushalt verschieben. In Chroniken der Kleinen Eiszeit zeigen sich Warm- und Kaltphasen im Wechsel. Dieses Phänomen ging sogar in die lokale Sagenwelt ein wie in die Sage von der „Snnerin“,
heißt es da dann fassen die Erfahrung plötzlicher Veränderungen pointiert zusammen. Solche kulturellen Zeugnisse sind keine Messdaten, aber sie spiegeln die Wahrnehmung der hohen Variabilität.
Was der Baum konkret erzählen kann: Breite, Isotope, Rinde
Die noch durchzuführenden Spezialanalysen an Stammteilen und Holzresten werden klären, ob die letzten Ringe besonders schmal sind – ein Indiz für Stress durch Kälte, Trockenheit oder beides –, und ob δ18O-Profile Temperatursignale enthalten.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Wetter (Jahresvariabilität) und Klima (Mehrjahrestrends): Dendrochronologie kann beides sichtbar machen, wenn genügend Referenzmaterial und Kalibrationsdaten vorliegen. Der Fund vom Morteratsch ist wegen seiner mutmaßlich vollständigen Ringfolge und der in-situ-Lage besonders aussagekräftig. Er kann zeigen, ob ein Gletschervorstoß den Baum „überfahren“ hat oder ob Klimastress ihn zuvor geschwächt hat – zwei Szenarien mit unterschiedlichen Implikationen für ELA und Niederschlag.
Kontext der Kleinen Eiszeit: Höchststand 1857, Beginn im 13. Jahrhundert
Die Seitenmoränen beim Morteratsch markieren den Höchststand um das Jahr 1857. Aus dem Blick eines Menschenlebens sieht dies aus, wie das „ewige Eis“.
Dies verkennt, dass dieser Gletscherstand nur ein jüngerer Höhepunkt in einer Abfolge von zyklischen Fluktuationen ist. Bei Diskussionen über einen Startpunkte der Mess- und Industrieelastik plädieren die Forscher aktuell dafür,
einzusetzen, um die Entwicklung des Systems angemessen zu erfassen. Diese Perspektive verhindert, dass natürliche Schwankungen mit anthropogenen Trends verwechselt werden – ohne jedoch die Geschwindigkeit jüngerer Veränderungen kleinzureden. Entscheidend bleibt: Belege wie Holz, Moränen, historische Karten und Chroniken müssen im Zusammenhang miteinander gelesen werden.
Externe Einordnungen (b–d): Was uraltes Holz leistet
- SRF (b) betont, dass Holzfunde aus dem Gletschereis „Geschichten erzählen“: Dendrochronologie und Radiokarbon erschließen Jahrringfolgen, die präzise Kalenderjahre bis ins frühe Holozän abbilden. So werden Wärmeinseln, Dürrefolgen, Wuchsunterbrechungen und Wiederbegrünungen sichtbar – und die Zeitfenster, in denen Gletscherzungen weit genug zurücklagen, damit Böden entstehen konnten.
- Regionale Stimmen (c) verweisen darauf, dass „die Natur es anders gewollt“ hat: Alpengletscher agieren als schnell reagierende Teile des Klimasystems. Nicht jeder Rückzug folgt demselben Muster; Topografie, Exposition und regionale Zirkulation bestimmen die lokale Antwort – ein Motiv, das auch im Morteratsch-Pers-System erkennbar ist.
- Begleitende Beiträge (d) zum „Fund am Morteratsch-Gletscher“ unterstreichen die praktische Seite: Sorgfältige Bergung, konservatorische Maßnahmen und saubere Dokumentation sind Voraussetzung dafür, dass Holzfunde ihr volles wissenschaftliches Potenzial entfalten.
Offene Fragen: Trocken, warm – oder beides?
Ein roter Faden der Diskussion ist die Rolle des Niederschlags:
Für den Gletscherhaushalt zählt beides: Temperatur steuert die Schmelze, Schneeakkumulation speist das Nährgebiet. Dendro- und Isotopendaten aus dem Morteratsch-Holz können helfen, diese Anteile besser zu trennen – etwa indem Jahre mit warm-trockenen Signaturen von kühl-feuchten Mustern unterschieden werden. Ebenso wichtig ist die Dauer: Selbst wenn heutige Bedingungen an der oberen holozänen Bandbreite liegen, braucht Wald Zeitfenster stabiler Wärme, um Hochlagen dauerhaft zu besiedeln.
Menschen, Methoden, Meilensteine
Für Christian Schlüchter, Ingenieur- und Eiszeitgeologe, ist der Fund
zumal die Gletscher- und Holzforschung lange ohne explizite Fördermittel lief. Christoph Korte, spezialisiert auf Klimaarchive der Erdgeschichte, bringt isotopengeochemische Expertise ein – eine fruchtbare Kombination aus Gelände- und Laborwissen. Beiden ist die Interdisziplinarität wichtig: Geologie, Dendrochronologie, Isotopenchemie und Glaziologie greifen ineinander. Der Morteratsch-Fund zeigt exemplarisch, wie solche Kooperationen wirken – von der Bergung im Fels bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse:
Bedeutung für Gegenwart und Praxis
Der Blick vom Diavolezza-Gipfelraum auf das Nährgebiet, die alte Seitenmoräne von 1857 und die zusammenfließenden Systeme von Pers- und Morteratschgletscher macht das Spannungsfeld greifbar: Gegenwärtig liegt die ELA hoch, die Zunge zieht sich zurück; zugleich stehen im Eis Archive bereit, die frühere Wärmephasen dokumentieren. Wer die Geschwindigkeit und Bandbreite natürlicher Schwankungen im Holozän verstehen will, findet in solchen Holzfunden präzise Marker. Für das Management von Gletscherlandschaften – Tourismus, Sicherheit, Kultur- und Naturschutz – liefern sie historische Referenzen, ohne die Zukunft deterministisch festzuschreiben.
Archiv im Eis – Kompass für morgen
Der Morteratsch-Baum ist mehr als ein spektakuläres Objekt. Er ist ein präziser Zeitanker, der die frühe Holozän-Wärme ins Hochgebirge trägt und die Dynamik alpiner Gletscher vermisst. In Verbindung mit Moränen, Chroniken und isotopengeochemischen Signalen schärft er den Blick dafür, wie Klima- und Zirkulationsmuster das Hochgebirge geprägt haben – und wie schnell sich Zustände ändern können. Die Natur „hat es anders gewollt“ (c): nicht linear, sondern in Schüben, getrieben von Kippeffekten und regionalen Eigenheiten. Genau darin liegt der Wert solcher Funde – als nüchternes Archiv und als Einladung, die Gegenwart mit der langen Perspektive des Holozäns zu betrachten.
Quellen
- (a) Videogespräch/Transkript zum Baumfund am Morteratsch- bzw. „Morartsch“-Gletscher mit Christian Schlüchter und Christoph Korte, aufgenommen bei der Bergstation Diavolezza (~3000 m), mit Fundkontext Pers-/Morteratschgletscher, ELA-Erklärung, Datierung (10 484 Jahre), Methoden und Einordnung.
- (b) SRF: „Aus dem Gletschereis – Wie uraltes Holz Geschichten erzählt“.
- (c) Engadiner Post: „Die Natur hat es anders gewollt “ (14.10.2020).
- (d) inhortas.de: „Fund am Morteratsch-Gletscher“.
Transkription:
Um zu vermeiden, dass das Video und sein Inhalt gelöscht werden könnten, hier eine Maschinen-Transkription des Videos:
Endlich, endlich sind Sie da. Die Forschungsergebnisse des Baumes des Morargletschers und endlich wurden sie veröffentlicht und wir können darüber sprechen. Ich lade Sie und ich lade euch auf eine so spannende und faszinierende Reise in die Zeit ein seit der letzten Eiszeit. Diesen Prolog hier halte ich mit einer so großen Dankbarkeit, Demut und auch Erfeucht gegenüber der Natur mit einem Stück Holz in der Hand, das mehr als 10 000 Jahre alt ist. Das wurde hier [schnauben] gefunden. Hier stehen Christian Schlüchter und Christoph Kter an einem Baumstumpf, der eben dann ausgegraben wurde. Das hier ist die Karin, meine Bergpartnerin. Sie ist nicht gerade klein und wir haben diesen Baumstumpf ausgegraben. Und das hier ist alles abgeschliffen von dem Eis, das mal hier war. Da oben sehen wir die Seitenmoräne des Höchststandes, des Moraradschkletschers aus dem Jahre 1857… Wir sprechen in dem Video, das jetzt gleich 23 Minuten lang ist, unter anderem auch über eine Gleichgewichtslinie, die nicht erklärt wird. möchte kurz was dazu sagen. Die Gleichgewichtslinie ist die Trennlinie zwischen dem Nährgebiet eines Gletschers und dem Zerrgebiet. Je höher die ist, desto mehr schrumpft der Gletscher und je niedriger sie ist, desto mehr wächst der Gletscher. Und diese Gleichgewichtslinie war zur letzten Eiszeit ungefähr auf 1000 m Höhe und in diesem Jahr auf 4000 m Höhe. Nach diesem Gespräch gibt’s noch ein paar Bilder von den Ausgrabungen und von dem Ausflug. Und auch hier seht ihr mal wieder die Relation Mensch und Natur, wenn der Helikopter kommt und winzig klein ist. Das waren Augenblicke, die haben sich tief in meinem Herzen und in meiner Seele eingebrannt. Sie waren faszinierend und bewegend. Schauen Sie sich mal, schaut ihr euch mal diesen Blick an. Da ist ein 4000er dabei. Das ist das Nährgebiet des Mortar Gletschers, wo im vergangenen Jahr 2025 ein Baum gefunden wurde. Und wir gehen mal ganz kurz hier rüber. Der Christian, der die Kamera macht, weiß das nicht. Hier, was ich vorhab, hier unten kommt ein Gletscher. Das ist der Persgletscher. Der floss früher in den Mortar Gletscher mit rein und im Hintergrund erkennt man den Mortaradgletscher. Und da sieht man noch die Seitenmoräne zum Höchstand. Das war 1857. Und da wurde an der Gletscherzunge vom vergangenen Jahr ein Baum gefunden. Und zwar nicht irgendeinen Baum, der da irgendwie hingekommen ist, sondern der da gewachsen ist. Und da haben mich zwei Professoren eingeladen. Einmal der Christoph Korte und einmal der Christian Schlüchter. Und die beiden sitzen hier [gelächter] und wir reden miteinander. Und damit ihr mal seht, wo wir sind, wir sind hier bei der Bergstation der Diaboleta auf knapp 3000 m Höhe. Da stehen die Kameras. Das ist die Karen. Die Karen, mit der habe ich letztes Jahr den Baum ausgegraben. Und die beiden erzählen jetzt ein bisschen was über den Baum, über die Vergangenheit, wie man das Ganze macht, wo wir schon seit einem Jahr drauf warten und sie haben endlich ihre Forschungsergebnisse veröffentlichen dürfen und sie freuen sich wie kleine Kinder. Und jetzt darf ich mit den beiden reden. Jetzt mache ich seit über 30 Jahren Wetter beruflich, Zeit meines Lebens. Ja, schon als Kind immer wieder. Und für mich ist es eine große Ehre mit euch beiden, mit Christian Schlüchter und Christoph Korte, genannt Chris zusammenzusitzen, weil wir uns letztes Jahr das erste Mal kennengelernt haben, Ende Juni 2025 an einem Baumfund am an der Gletscherzunge des Moraratsch, der sich jetzt zurückzieht bzw. schmilzt. Erstmal vielen, vielen Dank für eure Zeit und erstens und zweitens Gratulation, dass ihr das veröffentlicht habt mit dem Baum. Wie war das für euch? Eine Zeit lang unmöglich, eine Zeit lang unwahr und heute habe ich das haben wir das PDF bekommen. Also jetzt kann gar nichts mehr passieren oder? Der Gletscher kann wieder wachsen, aber soll machen, was er will. Chris für dich. Ja, es ist auch für mich ein Meenstein meiner wissenschaftlichen Karriere, muss ich ganz ehrlich sagen. Und im vergangenen Jahr, als ihr dahin seid, ich weiß das ja noch, da hattest du glaube ich so ein kleines Hämmerchen mit od und und ein eine ein kleines Schäufelchen und ich hab da so ein bisschen rumgeschabt und ich weiß, dass du überglücklich warst. Wir waren ja dann abends noch zusammen essen. Wir haben ja vier Stunden miteinander äh gesprochen noch über Klima und Klimaepochen und Eiszeiten etc. und dass du letztes Jahr bei dem Baumfund richtig glücklich warst. Das stimmt. Ja, du das ist das ist so. Ja, das ist eigentlich bist du ja oder uneigentlich. Ihr seid beides Geologen. Ja. Was habt ihr vor der Baumfund und vor den Gletscherfunden gemacht oder was macht ihr so? Meine Haupttätigkeit ist einerseits Ingenieurgeologie und Eiszeitgeologie im angewandten Bereich. Die Sache mit den Hölzern und mit den Glätschern und so, das ist so eine Art Rahmhäubchen auf den Forschungen. Ich hatte nie öffentliche Forschungsgelder für diese Arbeiten. Nie. Das ist so. Ja, andere würden sagen Hobby Hobbyforscher oder also das Hobby im Beruf. Dann bin ich Hobbyforster und äh aber ich stehe dazu oder ich ne, das ist das ist das ist ja kein Hobby. Entschuldige mal, ihr habt da etwas herausgefunden und und etwas analysiert. Äh ganz kurz zu dir Chris für dich. Du du bist Geologe, machst was? Also, ich bin ich habe eigentlich Zeit meiner geologischen Karriere das Klima der Erdgeschichte rekonstruiert und zwar auf zehner bis 100 Millionen Jahren Zeitskalen und dafür nutze ich eigentlich Fossilien und ich habe hier so eins mitgebracht, ist ein Bellemnit und das ist einer an dem ich das machen kann. Das kann ich auch an Muscheln, Brachiopoden, Korallen und so weiter machen, aber ähm die kann ich mir anschauen. Die sind im Meerwasser, haben die gelebt und äh haben dort einen Sauerstoffisotopenwert eingebaut, den ich heute nutzen kann, um das Meerwasser, die Mehrwassertemperatur zur Zeit, als dieser Organismus gelebt hat, zu rekonstruieren. Dann fasse ich zusammen, du die Erdgeschichte des Klimas und du bist spezialisiert auf die Eiszeiten und die Ingenieurgeologie, also das was der Mensch sich von der Geologie erhofft, dass seine Häuser stehen bleiben, dass die Berge nicht alle auseinander rutschen. Also, ich war in der angewandten Geologie, also eigentlich fernapf von reiner Akademie. Das war der Gegenwind, wo gerade der Auffäll haben den Auffäller übrigens hier vor Ort aufgebaut, dass dass wir das richtige Licht haben. Äh, jetzt habt ihr aber den Baum gefunden und der hat euch beide oder dieses diese Baumfunde der Gletscher haben euch beide zusammengebracht. Ihr kennt euch seit seit 3 Jahren und ähm letztendlich habe ich von diesen Baumfunden gehört und ein Professor aus der von der ETH Zürich hat mir dann seine Adresse gegeben und ich habe ihn kontaktiert, weil ich einfach mehr darüber wissen wollte und einfach mit ihm ins Gelände wollte und diese Baumfunde sehen wollte. Ich meine, das ist ja auch wahnsinnig spannend, als ich davon gehört habe, habe gedacht, dass das das ist ja wie ein Lott gewinn. Und ich weiß noch, bevor wir da einsteigen, äh das das das muss ich immer wieder dazu sagen. Die Karen und ich hatten mit den beiden Herren hier einen Termin. Da ging es darum, äh dass der Baum ausgegraben werden soll. Auf dem auf der Hinfahrt zum Morarschgletscher bekam ich dann vom Christen Anruf. bringt nichts, den kriegt man nicht raus, der muss zersägt werden. Und dann saß ich im Auto und habe gedacht, das geht nicht. Und dann habe ich ein Christian angerufen und zu ihm gesagt, bitte verschieb das, gib uns eine Woche Zeit. Und dann haben wir in einer Ruckaktion mit den E-Bikes Schaufeln und sowas da transportiert, soweit es ging und sind dann da hoch, kam uns dann Wanderer entgegen, was wir davor haben, gesagt, na Ölbohren, was sonst und haben diesen Baumstumpf so gut es ging ausgegraben und er wurde dann von Profis aus dem Stein noch rausgeholt und ausgeflogen. Bei dem Ausflug war ich dabei und ich hatte eine Träne im Knopfloch und Gänsehaut am gesamten Körper. Da wurde, kriege ich jetzt wieder. Da wurde ein Baum ausgeflogen, der wie alt war, der ein kleiner Keimling, ein Den klein Keimling vor 10480 Jahren begonnen hat zu wachsen. vor 10480 Jahren vor v 10400 und äh wie viel ungerade machen wir es ganz genau 10484 Jahre damals hat dieses kleine Sämlein begonnen zu wachsen da unten. Den Wochentag kann man nicht noch dazu sagen. Das ist das war wahrschein das war wahrscheinlich so im Mai Juni als es so angefeuchtet. [gelächter] Ja, aber entschuldige mal, wie kommt wie kommt man auf diese Zahl, indem man die Jahringe zählt und und äh kontrolliert mit Radiokarbon, ob man in der richtigen Größenordnung ist. Also ich ich weiß ja aus einem Vorgespräch Radiokarbon, es gibt vereinfacht gesagt, bitte unterbrecht mich, wenn ich falsch liege. Es gibt eine Schablone von verschiedenen Dingen, die schon erforscht sind, wo gewisse Zeitskalen drauf sind und dieser Baum wird in dieses Zeitskala eingesetzt und dann wird geschaut, wie viel Jahresringe der hatte und dann kann man das noch feiner machen. Ja. Ja. Ring um Ring, also Jahr um Jahrh kann man da bestimmen. Jetzt sind wir hier vor diesem vor diesem wahnsinnigen Massiv. Das ist so atemberaubend. Das finde ich eine der schönsten Plätze, die ich in den Alpen jemals gesehen habe. Äh allein dieser Anblick und dankenswerterweise heute das Wetter. Wir sehen hier das ganze Nährgebiet dieser Gletscherzunge war 1857 am höchsten Stand der kleinen Eiszeit. Jetzt zieht sich das Eis zurück. Im letzten Jahr kam der Baum raus. Dass der wachsen konnte, hat er eine gewisse Grundlage gebraucht. Da muss ja die Zunge weg oder da oben gewesen sein und es durfte ja auch keine Nährung stattfinden. Wie warm war es damals? Also ohne dass ich das einfach so beweisen kann, würde ich sagen, das ist vergleichbar mit heute. Und zwar hat man bei diesem Baum und auch schon bei einem anderen anderen Stück hat man ja glücklicherweise gesehen, dass die die Morene in in der die Wurzeln oder so etwas gesteckt haben, dass die verwittert waren. Also da war auch Bodenbildung da. Das heißt, das war nicht eine Ors Plantage oder, sondern das war wirklich ein Baum, der hier gewachsen ist. Und das heißt natürlich unter dem Maisis wachsen Bäume schlecht. [gelächter] Ja, Eisblumen schon. Eisblumen schon, vor allem an Fensterscheiben. [gelächter] Die gab’s ich doch nicht hatte keine Fensterscheiben um ist zu dieser Zeit. Also der Morderat war weit oben im Zusammenflussgebiet mit seinen einzelnen Tributären, vielleicht sogar noch weiter. Was heißt Tribut? Tributären, was heißt das? die Tributärglätsche, die wir von hier aus sehen, der von der Berliner aus was reinfließt. Ja, also das war schon eine andere Hochgebirgswelt, als wir sie heute hier sehen. Also, bunter äh grüner grüner, grüner Reliefierter oder jeder Gletschervorstoß gleich das Relief seines Laufes aus und wenn dazwischen die Schmelzwässer da wieder richtig ausräumen können und das Relief wiederherstellen, dann war es Röf sicher relief. Das war Röllier vierter als als äh diese Keimlinge. Aber aber trotzdem wir müssen jetzt es es kommt ja immer wieder, das hatten wir auch letztes Jahr besprochen, heißt es immer, das ist das ewige Eis. Das ist ja nicht so. Die Gletscher kommen und gehen. Ja. Ja. Und es ist [räuspern] aber so, ich weiß das ja äh weil ihr mir das gesagt habt, weil ich das selber und und mit Günter drüber gesprochen hab oder man weiß das ja, wenn man in die Alpentayer in die hochapinen Altentayor fährt, da hat ja damals die junge Drüas hat ja noch mal das ganze Zeug, was daagelegen hat weggeschoben. Deshalb sind die inneralpinen Alpenteller ja so sauber. Da liegt ja nichts rum an großen Gestein. Das heißt hier hier war ja auch eine nach der letzten Eiszeit, der großen Eiszeit ein Abschmelzen, komplettes Abschmelzen, ähnlich wie heute oder vom mindestens die Gletscher waren damals weit oben in ihren Karen, in ihren Einzugsgebieten, in ihren äh ja im Kar im Einzugs, also da oben, da oben drin, da oben drin. Und dann kam noch mal eine Kaltzeit von etwas über 1000 Jahren und dann sind die Gletscher noch mal so weit vorgestoßen, dass dieser dieses Gletsch das hier alles Nährgebiet war und ist bis Pontosina rausgeflossen. Das war nicht alles Nährgebiet hier. Nein, nein, nein, nein. Das waren schon die definierten. Ja, ja, das das das das meine ich. Ja, aber das war so viel, dass das da rausgeflossen ist. Und wann war die junge Drüas zu Ende? zich genau 11000 und wenn vor 10480 Jahren der Baum gewachsen ist oder gefällt wurde, begonnen hat zu wachsen. Begonnen hat zu wachsen, dann liegen da 500 Jahre dazwischen. Das heißt in den 500 Jahren ist dieser ganze Eispanzer weg. Der jüngeren Druas muss man der J muss man das reduzieren. Das heißt der jüngeren Druas runtergeschmolzen. Runtergeschmolzen und dann konnte der Baum wachsen. Ja. Kann man an dem Baum erkennen oder den Baumringen erkennen, wie das Wetter damals war? Das kann man, wenn die weiter analysiert werden von den Dendr Chronologen. Also, das machen wir nicht, aber ähm da arbeitet jetzt auch eine Gruppe dran und ähm man kann das sehen, weil die Baumringe natürlich in der Breite schwanken und haben wir viel Regen, haben wir viel Baumwuchs, dann sind die Ringe breit, haben wir wenig Regen und eine Dürre, dann sind die Baumringe eng. Kann man die Temperatur auch rausfinden? Ja, das geht auch. Anhand von Delta 18O Analysen kann man das rekonstruieren. Also nicht direkt messen, aber rekonstruieren. Also man man k also es wird jetzt weiter geforscht an den Baum. Wir haben jetzt, wir haben das Alter, wann ist der abgesägt worden und man kann aber dadurch, dass da weiter dran geforscht wird, ungefähr die Witterung dieser Zeit rekonstruieren, weil weil es der Baum muss ja auch wieder der muss ja wieder weggeschoben worden sein. Der ist der ist ja im Wachstum wurde der ja umgestoßen umgest umgestoßen und kann man in den Baumringen erkennen, dass sich das Wetter, also nicht das Klima, sondern das Wetter verändert hat, dass das Nährgebiet wieder äh Schnee bekam und die das Gletscherwachstum ausgelöst hat. Wie hast du gesagt, wie heißt das, wenn wenn ein Gletscher äh wieder kommt oder vorstößt? Er überfährt dann das die Vegetation? Aber das ist natürlich vielleicht auch ein Drugschluss oder wenn wir solche Baumstämme sehen und solche Proben sehen, dann sehen wir oft zum äußeren Rand hin fantastisch submillimeter mächtige Jahr und das interpretiert man dann, wenn man nicht Botaniker ist, nicht Endrochronologe, sondern etwas grobgestrickter Geologe, dass hier die Bedingungen, die Wachstumsbedingungen für diesen Baum sehr schlecht wurden und dann ist man bald einmal bei der Interpretation, das wurde kalt und vielleicht kalt und trocken, aber dann dann fehlt ja der Niederschlag für das Gletscherwachstum, aber das finden die raus, wenn man das finden die raus und das ist ein ganz anderes hochinteressantes Problem sind diese Gletscher äh Vorstöße oder Rückzüge, die gletscherfreien äh Perioden, die wir gefunden haben, sind die auch durch geringe Niederschläge provoziert worden, war es nicht nur die Sonne, sondern eben auch große Trockenheit, so wie jetzt die letzten 10 Jahre. War ja relativ tro, also hier wir haben Ja, es war trocken. Ja. Ja. Ja, und warm und warm oder eben möglicherweise auch trocken und sehr kalt, also kontinentales Klima mit Biesenlagen und so weiter. Wenn man da so genau reinschauen kann, ich meine 10500 Jahre, rund 10500 Jahre ist dieser Baum gefunden worden. Zieht sich der Gletscher zurück. Vor knapp 200 Jahren war der Höchststand des Gletschers seit der letzten Eiszeit. Gibt es dazwischen noch Abstufungen und weitere Möglichkeiten von Baumfunden hier oder können da auch noch weiter oben welche kommen? Wie hoch war die Baumgrenze? Das ist die schwierigste Frage. Oder wenn wir hinüber interpretieren über über die über den Grad den Bener Grad hinüber zum Cher Gletscher, dort haben wir eine Gletscherzunge und demzufolge auch Gleichgewichtslinie und Baumwachstum, also Baumgrenze. Gegenüber 2005 haben wir für 7000 vor heute 150 m hinauf interpretiert oder hinauf gerechnet. Das waren, das war minimal, das war wahrscheinlich damals noch mehr die äh die Überlegung, die Alp waren ziemlich grün in der Zeit vor der Jüngeren Trias, unmittelbar danach, als dieser Bank gewachsen ist. Das ist noch nicht so sauber bewiesen. Das ist noch nicht so sauber bewiesen. Aber nur rein theoretisch, es muss ja da in dieser Zeit innerhalb kürzester Zeit enorme Temperaturschwankungen gegeben haben oder wie hoch waren die? Also nur als Relation, ist das, was wir jetzt an Temperaturschwankung nach oben haben, etwas in der in der Geschichte? Ich frage jetzt die Geologen der letzten 12000 Jahre. Ist das etwas Außergewöhnliches oder ist das etwas Normales? Wo kann man das einordnen? Es ist sicher, wenn man diese Funde betrachtet und was diese Funde sagen und was es ist, welche Hölzer da vorhanden sind, dann ist das in diesem Rahmen oder? Also, wir sind noch nicht über diese Bandbreite der letzten 10, 11000 Jahre hinaus. Das untere Ende war die letzte kleine Eiszeit von dieser Bandbreite der Ja, das das war die und da begannen ja auch letztendlich unsere Messungen und da begann ja eigentlich die moderne. Ja. Und das obere Ende hattest du eben gesagt, ist ungefähr im Vergleich zu 2005 150 Höhenmeter mindestens höher. Da sind wir jetzt fast angelangt. Dann braucht es ja aber auch noch eine gewisse Zeitspanne, dieses Niveau zu halten oder ich richtig damit das wachsen kann. Und der Vergleich, [räuspern] dass wir beim Hochstand der kleinen Eiszeit beginnen, das ist natürlich auch relativ, weil vorher hatten wir auch sehr große Wechsel, die man in dieser Betrachtung vielleicht sogar reinbeziehen müsste. Äh, was für Wechsel? die die Temperatur und und Gletscherwechsel mit dem Anfang der kleinen Eiszeit. Ich würde dafür plädieren, dass man bei diesen Diskussionen wirklich am Beginn der kleinen Eiszeit, als ich dieses System beginnt zu entwickeln im äh Ende 13. Jahrhundert und warum gab es die kleine Eiszeit? Warum ist es dort gekippt? Ab das heißt, deshalb habe ich ja auch durch Chroniken und so jedes System hat ja auch untergeordnete Systeme so äh wie Verästelungen. In der kleinen Eiszeit gab’s ja auch Warmphasen drin, wo es extrem warm war. Da z.B. der heißeste Sommer der letzten 1000 Jahre war in der kleinen Eiszeit oder auch eine große Dürre Periode hier und umgekehrt in den warmen Zeiten gab es auch kältere Zeiten. Das und das wechselt ja manches mal innerhalb von wenigen Jahren und Jahrzehnten oder? Ja, das ist das wird dann umschrieben mit Kippeffekten, die man nicht vollständig äh quantifizieren kann. Was können das für Kippeffekte sein? Eben Temperatur, Niederschlag, atmosphärische Zirkulation. Das halte ich für das das Wichtigste, dass da etwas in der Zirkulation umgestellt wird über eine gewisse Zeit. Was würdet ihr als Fazit für euch so festhalten oder mir sagen, für mit der Glückseligkeit diesen Baum gefunden zu haben, den begleitet zu haben? Und noch mal auch Gratulation von meiner Seite für die Veröffentlichung. Ich weiß ja, wie ihr euch gefreut habt und hab das ja auch so ein bisschen mitbegleitet, wie lange das auch gedauert hat. Ähm, was sagt euch das oder was soll uns das sagen? Ich meine, die Natur hat ja Botschaften damit und sagt uns auch was. Was sagt sie uns? Ja, es gibt wärmere und kältere Perioden und die sind einfach geologisch normal. Mir sagt das ganz klar Glättcherschwankungen, Vorstöße, abschmelzen zurück, das sind Phänomene, die extrem schnell geschehen. So schnell, dass wir das, dass der Mensch das bisher gar nicht richtig wahrgenommen hat. Das geschieht rasch. Auf beide in beiden Richtungen. Das kann also genauso gut wie in die andere Richtung gehen, auch in einer wärmeren Phase. Ja. Ja. Okay. Mehr will ich euch da auch nicht. Ich eine Senderin kommt dann wieder oder? Und ja, da jetzt musst du noch kurz erklären, we Snerin ist eine Sage oder? Ja, seine Sage, seine Sage, ist die Brümlalpsage. Und solche Sagen gibt es eigentlich von allen Gebirgen hier in den Schweizer Alpn. Ich kenne die hier aus dem Mengadin kenne ich nicht direkt, aber es gibt hier auch identische. Und und diese Sage besagt zusammengefasst äh alles ist schön, alles ist im im in Blüte und im im im Rausch der Wärme und über Nacht kommt der Gletscher. Über Nacht kommt er. Ja, übrigens gibt’s solche sagen genauso gut an der Nordsee. Da gab’s ja auch bei den Umstellungen die erste und zweite Mandränke, wo die Küsten völlig verändert wurden, was man sich heutzutage gar nicht vorstellen kann. Ich schon wieder ganz Haute. Ich sage euch auch mit dem Hintergrund vielen, vielen Dank hierfür. Das kommt ja in den Kanal, da warten ja die Menschen schon lange drauf. Ja. Ja. Du glaubst gar nicht Christian, wie viele Fragen da kommen. Und das darf ich verraten. Wir haben, bevor wir diese Zusammenfassung gemacht haben, schon längere Zeit gesprochen und sind in die Tiefe gegangen. Das schauen wir uns aber woanders an. Noch mal vielen, vielen herzlichen Dank. Sehr gerne und danke vielmals für den hohen Besuch. Ja, auf 3000 m Höhe.



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