Interessantes Geschäftsmodell: US-Investor Stephen P. Lynch möchte die Nordstream-Pipeline „kaufen“, die – wohl – die USA haben spengen lassen

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Nord_Stream_Anschlag.png
WASHINTON/MOSKAU/BERLIN – Der Präsident der Ukraine beendet die Durchleitung russischen Gases durch die Ukraine in Richtung EU, wodurch die Ukraine ca. 800 Millionen Euro an Durchleitungsgebühren pro Jahr verliert und zeitgleich verhandeln die USA mit Russland über den Kauf der teilweise gesprengten Nordstream-Pipeline.
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Die 1230 Kilometer lange Nordstream-Pipeline verbindet die riesigen Gasfelder Russlands mit Europa. Ihr zweiter Teil wurde noch vor der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 fertiggestellt aber nie kommerziell in Betrieb genommen. Sie gehört einer Tochtergesellschaft des staatlichen russischen Gasriesen Gazprom, der wenige Tage nach der Invasion in der Schweiz Insolvenz anmeldete. Im September 2022 zerstörten dann Unterwasserexplosionen einen der beiden Hauptstränge der Pipeline. Der andere Hauptstrang ist intakt, wird aber freiwillig vom Westen nicht mehr genutzt. Dies könnte sich nun ändern und die Umstände sind höchst bizarr:
Bereits am 21ten November 2024 meldete das Wall Street Journal, daß der Der US-Investor Stephen P. Lynch, an der vermutlich unter US-Beteiligung gesprengten Nordstream-Leitung Interesse habe:
Seither verstummen die Gerückte nicht, daß nach Donald Trumps Wahlsieg in den USA Emissäre aus den USA und Deutschland Kontakte zwischen Russland und den USA knüpfen. Seit der Amtseinführung von Donald Trump im Februar wurden diese Vorhaben weiter vorangetrieben. Sogar die offiziellen Unterlagen des Insolvenzverfahrens der Nord Stream 2 AG in der Schweiz weisen auf derartige Verhandlungen hin. Eine zentrale Rolle spielt hierbei der ehemalige Stasi-Mann und Geschäftsführer von Nordstream, Matthias Warnig:
Bei den aktuellen Verhandlungen geht es offenbar darum, unter welchen Bedingungen in Zukunft wieder Öl und Gas nach Deutschland und Europa fließen könnten. Aktuell deuten Indizien darauf hin, daß die USA diese Pipeline als „Sicherheitsgarantie“ für Selenski betreiben wollen und damit selbst den Zustrom an Energie von Russland in die EU kontrollieren wollen. Dies würde in die neue US-Außenpolitik passen. Jedenfalls gibt es offenbar aktuell bereits Verhandlungen über die Zukunft der Nordstream-Leitungen und über den Besitz des russischen Mineralölkonzerns Rosneft in Deutschland. Rosnefts deutsche Tochter hält rund 54 Prozent der Anteile an der Raffinerie in Schwedt und kleinere Anteile an den süddeutschen Raffinerien Bayernoil und Miro.
Nachtrag: Am 23.3. erklärte der neue Energie-Minister der USA, daß die USA die größten Produzenten und Exporteure von Energie sind. Alleine der Export von LNG sei in den letzten 15 Jahren dramatisch angestiegen. Wir fragen uns dazu: Energie-Verträge werden mit Laufzeiten von Jahrzehnten geschlossen. So „erstaunt“ es uns, daß mit dem Argument des Ukraine-Kriegs die EU Russland als ihren Energie-Lieferanten fallen ließ und Verträge kündigte und „freiwillig“ das viel teurere US-Gas bezog, für das es zuvor in der EU keinem Markt gab. Ein Schlem wer Böses dabei denkt!
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Ich möchte Ihnen heute ganz klar sagen: Wenn Russland auf die eine oder andere Weise in die Ukraine einmarschiert, wird Nord Stream nicht vorankommen.“

Nulands Äußerungen wurden nur wenige Tage später von US-Präsident Joe Biden wiederholt.

Doch die folgende Konversation ist vielsagend.

Eine informative Zusammenfassung findet sich auch hier:

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Warum – angeblich – kein deutscher Käufer Interesse an Nordstream hat, wissen wir nicht. Aber es gibt einen US-Amerikaner, der Interesse für die gesprengte Leitung zeigt. Sein Name ist Stephen P. Lynch und er hat sich nach einem Russlandaufenthalt darauf spezialisiert, unterbewertete Geschäfte aufzukaufen, um sie dann teurer wieder zu verkaufen. Es wäre ein typischer Lynch-Deal:
Und er hat sich für diesen Deal – wie in den USA üblich – rechtzeitig bei Donald Trump eingekauft:
Schauen wir also mal, ob sich da „Zufälle“ entwickeln, daß der Präsident des Landes, das – vielleicht – die 11 Milliarden teure Gasleitung gesprengt haben könnte, sich bei den Friedensverhandlungen mit Russland dafür einsetzt, daß ein Finanzier seiner Kampagne den Zuschlag für diese Leitung bekommen könnte? Dieser meint jedenfalls:
Lynch hat auch mit US-Senatoren, Beamten des Finanzministeriums und der Bundesstaaten die Möglichkeit erörtert, dass die Pipeline in amerikanischem Besitz kommt:

Ein ehemaliger Stasi-Mann vermittelt

Laut journalistischen Recherchen soll der ehemalige Geschäftsführer von Nordstream, der Stasi-Mann Matthias Warnig spielen. Warnig gehört auch zum persönlichen Umfeld der Familie Putin, wie z.B. die Financial Times Anfang schrieb.

Nachtrag vom 26.3.: die CDU bereitet die Bevölkerung vor

Seit der Sprengung fordert die AfD die Widerinbetriebnahme der Nordstream-Leitung und wird hierfür von allen anderen Parteien diffamieret. Nun dringt aus den Koalitionsverhandlungen durch, daß die zukünftige Regierung den USA beim Geldverdienen mit Hilfe der Nordstream-Leitung offenbar nicht im Weg stehen möchte:

„Wenn wieder Frieden herrscht und zw. #Russland und #Ukraine die Waffen zur Ruhe kommen (und hoffentlich wird das bald passieren), werden sich die Beziehungen normalisieren, die Embargos früher oder später zurückgehen und natürlich kann dann auch wieder #Gas fließen“,

schrieb daraufhin der CDU-Abgeordnete Thomas Bareiß, der in den Koalitionsverhandlungen in der Arbeitsgruppe Verkehr sitzt.